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- Sehr jung hatte Friedrich Ludwig sich verheiratet mit Polyxena von Pappenheim, der Tochter des Landgrafen Konrad von Pappenheim zu Stühlingen. Aber diese Ehe war tiefunglücklich. Der junge, sittenlose Freiherr, bei desseb^Geburt einst nebem dem Kurfürsten Friedrich IV. von der Pfalz die vier reformierten Städte Zürich, Bern, Basel und Schaffhausen Pate gestanden, misshandelte seine junge Frau und sperrte sie tagelang ein bei Wasser und Brot, um seiner Lust ungestört froenen zu können. Schon 1613 wurde ein Verwandter der Freifrau, der Reichsmarschall Philipp von Pappenheim, bei Zürich vorstellig, um sie vor den Roheiten ihres Gemahls zu schützen. Als alles nichts fruchtete, flohdie Unglückliche zu ihrem Bruder Maximilian von Pappenheim und lebte von der Gnade ihrer Verwandten zu Stühlingen im Klettgau.
Noch lebte die Witwe des Freiherrn Friedrich Ludwig, die Polyxena von Sax, geborene von Pappenheim. Sie war von ihrem unwürdigen Gemahl gewichen und zu ihrem Bruder Max nach Stühlingen gezogen, ohne die Ehe rechtsgültig scheiden zu lassen. Vor den Schrecken des Dreissigjährigen Krieges flüchtete sie in die Schweiz, lebte zuerst in Zürich und kam dann 1643 völlig mittellos nach Bern. Dort flehte die bitter gedemütigte Frau den Rat der Stadt um Hilfe an. Die Berner Ratsherren empfanden Mitleid mit der Frau jenes Freiherrn, an dessen Wiege sie einst Pate gestanden und zu Ehren dessen sie einen Patenpfennig hatten schlagen lassen. " Es hat sich hier eine Zeit lang, nicht ohne Mangel aufgehalten Polyxena von Hohensax, geborene von Pappenheim, und wegen ihrer täglich mehrenden Armut tut sie die flehentliche Bitte um gnädige, notwendige Handreichung; die gnädigen Herren sind geneigt, die ins Elend Vertrieben in eies ihrer Gotteshäuser (Klosterstifte) aufzunehmen." (Ratsprotokoll vom 31. Juli 1643). Darauf im Venner-Manual vom 3. August 1643: "Auf empfangegen Ratsbefehl vom 31. Juli 43 soll die Gräfin von Pappenheim gefragt werden, ob sie nicht Lust hätte, sich ins Kloster Thorberg in ein sonderbar Zimmer zu begeben, da sie ihre Kost mit dem Herrn Vogt an derselben Dafeln nehmen sollte; und wo sie nicht willens wäre, soll man den Wirt zur Kronen fragen, ob er die Frau nicht an sein Kost und in ein komlich Gemaechlein neben einer Magd aufnehmen wollte und was er für sy beiden fordere." Leider fehlen die Akten über den Entscheid der Dame. - Mit einem Gefühl des Bedauerns sieht man den kläglichen Ausgang dieses edlen Geschlecht. Schade, dass das Ende eines Geschlechts, dem doch manche geistig hervorragende Vertreter angehörten, kein würdigeres war.
Quelle: "Die Freiherren von Sax zu Hohensax" von Robert Schedler; 1919 hrsg. Historischer Verein des Kantons St. Gallen
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