| Notizen |
- Nicht zu verwechseln mit:
Napoléon III. (Louis-Napoléon Bonaparte): Sein Neffe (Sohn seines Bruders Louis), welcher von 1848 bis 1852 als französischer Staatspräsident und von 1852 bis 1870 als letzter französischer Kaiser regierte.
Napoleon II. (Herzog von Reichstadt): Sein einziger legitimer Sohn aus der Ehe mit Marie-Louise von Österreich, welcher kurzzeitig nominell als Kaiser aufgerufen wurde, aber früh in Wien an Tuberkulose verstarb.
Napoléon Joseph Charles Paul Bonaparte (Plon-Plon): Sein Neffe (Sohn seines Bruders Jérôme), ein einflussreicher französischer Politiker der napoleonischen Linie im 19. Jahrhundert.
Lucien Bonaparte: Sein jüngerer Bruder, der als Politiker und Prinz von Canino eine Schlüsselrolle beim Aufstieg Napoléons spielte, sich später jedoch mit ihm überwarf.
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Napoleon Bonaparte, als Monarch Napoleon I. (französisch Napoléon Bonaparte bzw. Napoléon Ier; * 15. August 1769 in Ajaccio auf Korsika als Napoleone Buonaparte; † 5. Mai 1821 in Longwood House (>1) auf St. Helena im Südatlantik), war General der Ersten Französischen Republik (>2), Erster Konsul (>3) Frankreichs und schließlich Kaiser der Franzosen (>4). Von 1805 bis zu seinem Sturz 1814 war er auch König von Italien (>5) und von 1806 bis 1813 Protektor des Rheinbundes (>6).
Aus korsischer Familie stammend, stieg Bonaparte während der Französischen Revolution (>7) in der Armee auf. Er erwies sich als militärisches Talent ersten Ranges. Vor allem die Feldzüge in Italien und in Ägypten machten ihn populär. Dies ermöglichte ihm, durch den Staatsstreich des 18. Brumaire VIII ((>8) 9. November 1799), zunächst als einer von drei Konsuln, die Macht in Frankreich zu übernehmen. Während des Konsulats von 1799 bis 1804 und des Ersten Kaiserreichs von 1804 bis 1814 sowie nochmals 1815 stand er einem diktatorischen Regime mit plebiszitären Elementen vor.
Durch verschiedene Reformen – etwa die der Justiz durch den Code civil (>9) oder die der Verwaltung – hat Napoleon die staatlichen Strukturen Frankreichs bis in die Gegenwart hinein geprägt und die Schaffung eines modernen Zivilrechts in besetzten europäischen Staaten initiiert. Außenpolitisch errang er, gestützt auf die Armee, zeitweise die Herrschaft über weite Teile Kontinentaleuropas. Im Königreich Italien trat er selbst an die Staatsspitze, in anderen Ländern setzte er Familienmitglieder und Vertraute als Monarchen ein. Während es ihm gelang, zeitweise auch Preußen und Österreich in sein Bündnissystem zu zwingen, brachte ihn seine Hegemonialpolitik in einen dauerhaften Konflikt mit Großbritannien und Russland. Durch die von ihm eingeleitete Auflösung des Heiligen Römischen Reiches (>10) 1806 wurde die staatliche Gestaltung Mitteleuropas zu einer zentralen Frage im 19. Jahrhundert. Während er den Nationalstaatsgedanken anfangs selbst noch außerhalb Frankreichs verbreitet hatte, erschwerte gerade dessen Erfolg, insbesondere in Spanien, Deutschland und Russland, die Konsolidierung der napoleonischen Ordnung in Europa.
Auf den für Frankreich katastrophalen Ausgang des Russlandfeldzugs von 1812 folgten die Befreiungskriege (>11), die Erschütterung der französischen Vorherrschaft in Europa und 1814 der Sturz Napoleons. Nach seiner Verbannung auf die Mittelmeerinsel Elba kehrte er 1815 während der Herrschaft der Hundert Tage (>12) noch einmal an die Macht zurück. In der Schlacht bei Waterloo endgültig besiegt, wurde er bis zu seinem Lebensende auf die abgelegene, britisch kontrollierte Atlantikinsel St. Helena verbannt.
Napoleon wurde als Napoleone Buonaparte (korsisch Nabulione) in der Maison Bonaparte (>13) in Ajaccio auf der Insel Korsika geboren, die nach einem langen Unabhängigkeitskrieg gegen die Republik Genua von dieser 1768 an Frankreich verkauft worden war. Er war der zweite Sohn von Carlo Buonaparte und Letizia Ramolino, die gemeinsam 13 Kinder hatten, von denen jedoch nur acht die frühen Kindheitsjahre überlebten. Am 21. Juli 1771 wurde Napoleon in der Kathedrale Notre-Dame-de-l’Assomption getauft. Die Familie gehörte dem korsischen Kleinadel an und war seit dem frühen 16. Jahrhundert auf der Insel ansässig. Ihre Wurzeln liegen in der italienischen Toskana. Napoleons Großvater war der korsische Politiker Giuseppe Maria Buonaparte; sein Vater Carlo war der Sekretär von Pascal Paoli, einem korsischen Revolutionär und Widerstandskämpfer, und hatte mit diesem für die Unabhängigkeit Korsikas gekämpft. Nach anfänglichen Erfolgen wurden die Aufständischen in der Schlacht bei Ponte Novu vernichtend geschlagen, und Paoli ging ins Exil nach Großbritannien.
Die Klagen über die verlorene Freiheit und die Opfer gehörten zu den ersten prägenden Einflüssen von Napoleons Kindheit, und Paoli blieb bis in die 1790er Jahre sein Idol und Vorbild. Napoleons Vater hatte als studierter Jurist zwar an einer korsischen Verfassung mitgearbeitet, beugte sich aber 1769 rasch der französischen Oberhoheit. Er arbeitete fortan als Advokat und Richter sowie als Winzer und Landwirt auf seinen Gütern. Sein Entgegenkommen brachte ihm die Gunst der neuen französischen Herren ein. Im Jahr 1771 wurde er besoldeter Assessor in Ajaccio. Darüber hinaus war er gewählter Adelsvertreter im korsischen Standesparlament und in Paris.
Die erste, wenig anspruchsvolle Ausbildung erhielten die Kinder der Buonapartes in der Stadtschule von Ajaccio, später wurden Napoleon und einige seiner Geschwister von einem Abbé in Schreiben und Rechnen unterrichtet. Vor allem in letzterem soll sich Napoleon ausgezeichnet haben. Aufgrund der umfangreichen Bibliothek des Vaters und seines Einflusses interessierten sich seine älteren Söhne früh für Geschichte, Literatur und Jura.
Aufgrund seiner Zusammenarbeit mit den Franzosen gelang es Carlo Buonaparte, vom Gouverneur Korsikas, Louis Charles Graf de Marbeuf, königliche Stipendien für seine Söhne Napoleon und Joseph zu erhalten. Während der ältere Sohn auf den Priesterberuf vorbereitet werden sollte, war der jüngere für die Militärlaufbahn vorgesehen. Im Dezember 1778 verließen beide zusammen die Insel und kamen zunächst auf das Collège von Autun, um vor allem die französische Sprache zu lernen. Im folgenden Jahr ging Napoleon an die Kadettenschule von Brienne. Hier galt der wenig wohlhabende Stipendiat und einzige Korse als Außenseiter.
Seine schulischen Leistungen waren unterschiedlich; ein besonderes Talent entwickelte Napoleon in der Mathematik. Sein Latein blieb so schlecht, dass er darin gar nicht erst geprüft wurde. Seine Orthographie im Französischen war mangelhaft, sein Stil hatte sich dagegen durch umfangreiche Lektüre deutlich verbessert. Dabei interessierte er sich für die großen Helden der Geschichte wie Alexander den Großen und Julius Cäsar.
Nach einer problemlos bestandenen Prüfung war Napoleon zunächst für eine Marinelaufbahn vorgesehen, aber nicht zuletzt der Einspruch der Mutter verhinderte dies. Stattdessen prädestinierten ihn seine mathematischen Kenntnisse für die Artillerie. 1784 wurde er in der École royale militaire (>14) in Paris, der renommiertesten Militärschule des Landes, angenommen. Dort lernte er in der Artillerie-Klasse Hydrostatik, Differential- und Integralrechnung. Daneben wurden Staatsrecht und Befestigungskunde gelehrt. 1785 legte Napoleon vor dem Examinateur für die Königliche Artillerie, Pierre-Simon Laplace (>15), seine Eignungsprüfung ab.
Als am 24. Februar 1785 sein Vater an Magenkrebs starb, übernahm Napoleon die Rolle des Familienoberhauptes, die eigentlich seinem älteren Bruder Joseph Bonaparte zustand. Im selben Jahr konnte Napoleon seine Ausbildung aufgrund seiner guten Leistungen vorzeitig beenden und erhielt – kaum 16 Jahre alt – sein Offizierspatent. Er trat in das Regiment La Fère in Valence ein. Dort nahm er als Sous-lieutenant im Januar 1786 seinen Dienst auf, bis er im Juni 1788 nach Auxonne (bei Dijon) versetzt wurde. Um seine Mutter zu entlasten, nahm er seinen elfjährigen Bruder Louis zu sich und kümmerte sich um dessen Erziehung.
In seiner Freizeit widmete Napoleon sich der Literatur und der Schriftstellerei. Er las in dieser Zeit sehr viel. Die Lektüre reichte von Romanen bis zu Lehrbüchern, von antiken Werken wie denen Platons bis zu neuzeitlichen Werken wie denen von Voltaire, Corneille und Lavater oder naturwissenschaftlichen Werken wie Rollins 'Geschichte des Altertums', Buffons 'Histoire naturelle' oder Marignys 'Geschichte der Araber'. 'Die Leiden des jungen Werthers' von Johann Wolfgang von Goethe hat Napoleon mehrfach gelesen. Daneben studierte er eine Reihe militärischer Standardwerke der Zeit. Als er sich später zunehmend für Politik interessierte, wurde Jean-Jacques Rousseau sein großes Vorbild. Eine konstitutionelle Monarchie wie die Großbritanniens schien ihm vorbildlich. Später ebenfalls von Bedeutung war Guillaume Raynal.
Napoleon begrüßte die Französische Revolution im Sommer 1789 ausdrücklich, auch wenn er die damit verbundenen Unruhen und Ausschreitungen verurteilte. Er schwor der neuen Ordnung mit seinem Regiment Ende August die Treue. Allerdings sah er die Revolution primär als Chance für die Befreiung Korsikas. Im September nahm er Urlaub von der Armee und kehrte nach Ajaccio zurück. Zusammen mit seinem Bruder Joseph entfaltete er dort umfangreiche politische Aktivitäten.
Als Folge der Revolution konnte der Volksheld Pascal Paoli wieder aus dem Exil zurückkehren. Zwar verherrlichte Napoleon in einer Flugschrift Paoli als sein Vorbild, dieser aber misstraute den Söhnen des zu den Franzosen übergegangenen Carlo Buonaparte.
1791 kehrte Napoleon zu seinem Regiment zurück und wurde zum Lieutenant befördert. Nach der versuchten Flucht Ludwigs XVI. im Juni des Jahres erklärte sich Napoleon zum Republikaner und trat dem örtlichen Jakobinerclub bei. Als Wettbewerbstext für die Akademie in Lyon reichte er eine Schrift mit stark republikanisch geprägten Ansätzen ein. Der Aufenthalt bei der Truppe war kurz und Ende 1791 war Napoleon wieder auf Korsika. Dort gelang es ihm, gegen den Willen Paolis durch Wahlmanipulation zum Führer der Nationalgarde aufzusteigen. In der Folge wurde deutlich, dass Napoleon diese Position nutzte, um seinen politischen Einfluss gegenüber Paoli auszubauen. Nachdem seine Truppe in blutige Unruhen verwickelt worden war, wurde die Einheit ins Innere der Insel verlegt, und Napoleon kehrte nach Frankreich zurück.
Wegen zahlreicher Klagen aus Korsika über die Handlungen Napoleons und der Überschreitung seines Urlaubs wurde er Anfang 1792 aus der Armee entlassen. Als er daraufhin nach Paris reiste, um seine Wiedereinstellung zu erreichen, wurde ihm diese nicht nur gewährt, sondern aus Mangel an Offizieren wurde er zum Capitaine befördert.
Napoleon kehrte allerdings schon bald wieder nach Korsika zurück. Von dort aus beteiligte er sich mit seiner Freiwilligeneinheit am Gefecht bei La Maddalena (>16), einer Militäraktion im Nordosten Sardiniens gegen das Königreich Sardinien-Piemont (>17). Der Versuch, mit seiner Truppe eine zu Sardinien gehörende Insel zu erobern, scheiterte kläglich, weil die Besatzung der Schiffe meuterte. Nachdem der inzwischen neu gebildete Nationalkonvent die Verhaftung Paolis angeordnet hatte und sich Lucien Bonaparte in einem Brief rühmte, dass die Familie Buonaparte dafür verantwortlich sei, musste diese vor dem Zorn der Paolianhänger von der Insel fliehen. Dies bedeutete für die Familie ein Leben im französischen Exil und für Napoleon das Ende seiner korsischen Ambitionen.
Nach der Flucht kehrte Napoleon zu seinem in Südfrankreich stationiertem Regiment zurück. In Frankreich hatten inzwischen die Jakobiner des Maximilien de Robespierre (<18) die Macht übernommen. Hatte sich Napoleon ein Jahr zuvor noch von den Jakobinern distanziert, diente er nunmehr der neuen Führung. Im Juni 1793 verfasste er eine Broschüre, in der er seine politische Position darlegte. In Form eines fiktiven Dialogs ließ diese keinen Zweifel an Bonapartes Zustimmung zum Regime aufkommen. Der Bruder Robespierres, Augustin, der sich als Beauftragter des Konvents im Süden aufhielt, wurde auf Napoleon aufmerksam und ließ seine Schrift drucken.
Außerdem wurde Napoleon zum Kommandanten der Artillerie bei der Belagerung der Stadt Toulon (>19) ernannt. Aufständische gemäßigte Revolutionäre und Royalisten hielten diese, wobei die britische Flotte unterstützte. Die Ausschaltung dieses potentiellen Brückenkopfes für die britische Armee war also von großer Bedeutung.
Am 25. November 1793 trug Napoleon dem Befehlshaber General Dugommier seinen Plan für den Sturm auf die Stadt vor. Dieser führte am 19. Dezember zur Eroberung von Toulon. Der Erfolg war der eigentliche Beginn des Aufstiegs Napoleons. Am 22. Dezember wurde er zum Dank mit nur 24 Jahren zum Général de brigade befördert. Er erhielt das Kommando über die Artillerie der Italienarmee, die in Nizza aufgestellt wurde. Nach dem Sturz der Jakobinerherrschaft wurde Napoleon als Parteigänger Robespierres zeitweise inhaftiert, bald aber wieder freigelassen. Seine militärische Karriere erhielt durch die politische Wende einen Rückschlag und führte zum Verlust seines Kommandos.
Napoleon lebte nun mit der übrigen Familie Buonaparte in Marseille. Sein Bruder Joseph warb dort um die Hand der Julie Clary, und Napoleon verliebte sich in deren Schwester Désirée Clary (>20). Unter dem Eindruck dieser Beziehung begann Bonaparte den autobiographisch gefärbten Roman Clisson et Eugénie zu verfassen, der aber über das Entwurfstadium nicht hinauskam. Désirée Clary heiratete 1798 Jean-Baptiste Bernadotte, der 1804 von Napoleon zum Maréchal d’Empire ernannt wurde. Bernadotte wurde im Jahr 1810 zum Kronprinzen von Schweden gewählt und 1818 als Karl XIV. Johann zum König von Schweden gekrönt.
Um seine Karriere zu retten, reiste Napoleon nach Paris und versuchte, sich den neuen Machthabern, den sogenannten Thermidorianern (>21) um Paul de Barras (>22), anzudienen. Als es in Paris zu einem royalistischen Aufstand kam, wurde Barras zum Oberbefehlshaber der Armee des Inneren ernannt. Ohne eigene militärische Kenntnisse holte er Bonaparte an seine Seite. Dieser ließ die Aufständischen am 5. Oktober 1795 mit konzentriertem Geschützfeuer zusammenschießen. Zum Dank wurde er zum Général de division befördert und kurze Zeit später zum Oberbefehlshaber im Inneren ernannt.
Bonaparte lernte im privaten Umfeld der neuen Machthaber Joséphine de Beauharnais kennen. Diese war die Geschiedene des hingerichteten Alexandre de Beauharnais und ehemalige Geliebte von Barras. Für Napoleon war die Ehe mit Josèphe Marie Rose de Beauharnais (Joséphine war der Kosename Napoleons für sie) die Möglichkeit, gesellschaftlich bedeutsame Kontakte zu knüpfen und zu vertiefen. Bonaparte brach die Beziehung zu Désirée Clary ab und heiratete am 9. März 1796 Joséphine.
Italienfeldzug (1796-1797): https://de.wikipedia.org/wiki/Italienfeldzug_(Erster_Koalitionskrieg)
Ägyptenfeldzug: https://de.wikipedia.org/wiki/%C3%84gyptische_Expedition
Britisch-Französischer Kolonialkonflikt während der Koalitionskriege: https://de.wikipedia.org/wiki/Britisch-Franz%C3%B6sischer_Kolonialkonflikt_w%C3%A4hrend_der_Koalitionskriege
Staatsstreich des 18. Brumaire VIII.: https://de.wikipedia.org/wiki/Staatsstreich_des_18._Brumaire_VIII
Der dreißigjährige Bonaparte wurde so als Erster Konsul faktisch zum Alleinherrscher.
Napoleon Bonaparte als Erster Konsul der Französischen Republik: https://de.wikipedia.org/wiki/Napoleon_Bonaparte#Napoleon_Bonaparte_als_Erster_Konsul_der_Franz%C3%B6sischen_Republik
In verschiedenen Bereichen ließ Napoleon Reformen durchführen, die teilweise weit über seine Herrschaftszeit hinaus Bestand hatten. Dazu gehören die weitere Zentralisierung der Verwaltung, der Ausbau der Verkehrsinfrastruktur, die Sanierung der Staatsfinanzen, eine Währungsreform, die im Kern bis 1914 Bestand hatte, die Gründung der 'Banque de France' und schließlich 1804 der Erlass des Gesetzbuches 'Code civil', der zwischenzeitlich als 'Code Napoléon' bekannt war. Der Code hat bis zum heutigen Tag in vielen Ländern Bedeutung und blieb auch in einigen Teilen Deutschlands bis 1900 in Kraft.
Im Jahr 1803 verkaufte Bonaparte Louisiana (Neufrankreich) an die Vereinigten Staaten. Damit zog sich Frankreich gänzlich vom nordamerikanischen Kontinent zurück.
Napoleon I. - Kaiser der Franzosen: https://de.wikipedia.org/wiki/Erstes_Kaiserreich
Um die Erfolge zu sichern, betrieb Napoleon mit den jüngeren Angehörigen seiner Familie gezielte Heiratspolitik und setzte Geschwister und Gefolgsleute als Herrscher der abhängigen Staaten ein. So wurde Joseph 1806 zunächst König von Neapel und 1808 König von Spanien, Louis wurde 1806 König von Holland (>23). Seine Schwester Elisa wurde 1805 Fürstin von Lucca und Piombino (>24), 1809 Großherzogin der Toskana, Pauline war vorübergehend Herzogin von Parma und darüber hinaus Herzogin von Guastalla. Caroline Bonaparte wurde als Frau von Joachim Murat 1806 Großherzogin von Berg (>25), 1808 Königin von Neapel. Jérôme wurde 1807 König des neugeschaffenen Königreichs Westphalen (>26). Napoleons Adoptivtochter Stéphanie de Beauharnais heiratete 1806 Erbprinz Karl von Baden und wurde 1811 Großherzogin von Baden. Einzig Napoleons Bruder Lucien, mit dem er sich überworfen hatte, ging weitgehend leer aus.
Neugestaltung Europas: https://de.wikipedia.org/wiki/Napoleon_Bonaparte#Neugestaltung_Europas
Religionspolitik: https://de.wikipedia.org/wiki/Napoleon_Bonaparte#Religionspolitik
Vierter Koalitionskrieg: https://de.wikipedia.org/wiki/Napoleon_Bonaparte#Vierter_Koalitionskrieg
Krieg in Spanien: https://de.wikipedia.org/wiki/Napoleon_Bonaparte#Krieg_in_Spanien
Fünfter Koalitionskrieg: https://de.wikipedia.org/wiki/Napoleon_Bonaparte#F%C3%BCnfter_Koalitionskrieg_und_Scheidung_von_Jos%C3%A9phine
1809 ließ sich Napoleon von Joséphine scheiden, da ihre Ehe kinderlos geblieben war. In der Hoffnung auf die Anerkennung durch die alten Dynastien und die Festigung des Bündnisses mit Österreich heiratete Bonaparte 1810 Marie-Louise von Österreich, die älteste Tochter des österreichischen Kaisers Franz I. Aus der Ehe ging mit dem 1811 geborenen Napoleon II. (>27) der gewünschte Thronfolger hervor. Im Glauben, damit eine neue Dynastie begründet zu haben, wurden im ganzen Kaiserreich Feiern angeordnet, von denen einige Teil eines dauerhaften napoleonischen Festkalenders werden sollten. Die Schwäche der neu etablierten Dynastie wurde 1812 durch die Maletverschwörung sichtbar.
Der Russlandfeldzug (1812): https://de.wikipedia.org/wiki/Russlandfeldzug_1812
Napoleons persönlicher Adjutant Armand de Caulaincourt schreibt: „Für einen so gewieften Politiker, einen so guten Rechner – welche Zuversicht, welcher blinde Glaube an seinen Stern, an die Verblendung oder die Schwäche seiner Gegner! Wie konnte ein Mann von seinem scharfen Blick, von seinem überlegenen Urteil sich durch seine Illusionen soweit verblenden lassen!“ - Adam Zamoyski: Napoleon – Ein Leben
Die Befreiungskriege: https://de.wikipedia.org/wiki/Napoleon_Bonaparte#Die_Befreiungskriege
Im Jahr 1813 wurden die Franzosen in der Völkerschlacht bei Leipzig endgültig geschlagen.
Am 6. April dankte Napoleon zu Gunsten seines Sohnes ab. Damit waren die Alliierten nicht einverstanden. Sie verlangten vom Kaiser, bedingungslos abzudanken, und boten den Vertrag vom 11. April 1814 zur Unterschrift an. Diese Offerte unterschrieb Napoleon mit Datum vom 12. April, nachdem er in der Nacht vom 12. auf den 13. April einen Suizidversuch unternommen haben soll. Ihm wurde die Insel Elba als Wohnsitz zugewiesen und einzig der Kaisertitel belassen.
Herrschaft der Hundert Tage (20. März 1815 bis 8. Juli 1815): https://de.wikipedia.org/wiki/Herrschaft_der_Hundert_Tage
Am 18. Juni 1815 griff Napoleon die alliierte Armee von Wellington nahe dem Ort Waterloo im heutigen Belgien an. Wellingtons britisch-deutschen Verbänden gelang es mit Mühe, die günstige Stellung gegen alle französischen Angriffe im Wesentlichen zu halten. Die preußischen Truppen unter Marschall Blücher hatten sich nach ihrer Niederlage bei Ligny neu formiert und trafen noch rechtzeitig ein, um die Schlacht zu entscheiden. Napoleon wurde geschlagen. - Weder die Hoffnung auf eine Emigration nach Amerika noch auf politisches Asyl in Großbritannien erfüllte sich, stattdessen wurde Napoleon auf Beschluss der Alliierten auf die kleine, isoliert im Südatlantik liegende Insel St. Helena verbannt. Am 15. Juli ging der ehemalige Kaiser mit seinen Begleitern an Bord der HMS Bellerophon (>28), die ihn nach Plymouth bringen sollte. Dort bestieg er wiederum die HMS Northumberland (>29) mit Kurs auf St. Helena.
Auf St. Helena wurde Bonaparte und seinen wenigen Begleitern der Wohnsitz des Gouverneurs, Longwood House, zugewiesen. Nach Napoleons Willen hielten die Franzosen hier die Illusion eines kaiserlichen Hofstaates aufrecht. Napoleon schrieb hier seine Memoiren. Im Laufe der Zeit verschlechterte sich sein Gesundheitszustand zusehends, bis er schließlich am 5. Mai 1821 um 17:49 Uhr (Ortszeit) starb. Der englische Kapitän Frederick Marryat fertigte eine Skizze des Leichnams an, die erhalten geblieben und im Londoner National Maritime Museum ausgestellt ist. Nach Anfertigung einer Totenmaske wurde Napoleons Leichnam noch am selben Tag obduziert. Entsprechend den damals üblichen Methoden zur Leichenkonservierung wurden Napoleons Herz und Eingeweide entnommen und in zwei Gefäßen getrennt bestattet, die man an das Fußende seiner Leiche in den Sarg legte. Napoleon wurde am 9. Mai 1821 in einem vierfachen Sarg beigesetzt.
In der medizinischen Fachliteratur ist überzeugend dargelegt, dass Napoleon an fortgeschrittenem Magenkrebs mit Lymphknotenbefall verstarb. Unmittelbare Todesursache war aller Wahrscheinlichkeit nach eine durch das Karzinom ausgelöste starke Magenblutung. Neue Forschungsergebnisse legen darüber hinaus nahe, dass der bösartige Tumor nicht, wie früher vermutet, familiär bedingt war – bis heute sind die Todesursachen anderer Familienmitglieder nicht geklärt. Vielmehr sei das Karzinom auf Basis einer chronischen Gastritis entstanden (Typ-B-Gastritis bei HP-Infektion). - Andere Vermutungen zur Todesursache sind weitgehend widerlegt. Eine davon lautet, dass Napoleon sukzessiv durch Arsen vergiftet worden sein könnte, zum Beispiel von General Charles-Tristan de Montholon oder unabsichtlich durch die arsenhaltige Farbe (Schweinfurter Grün) in seinen Tapeten. Mit letzter Gewissheit werden sich die genauen Ursachen seines Todes jedoch wohl nicht mehr klären lassen. Eine italienische Forschergruppe kam 2008 zu dem Ergebnis, dass Napoleon nicht mit Arsen vergiftet wurde, zumindest nicht absichtlich. Durch eine Haaranalyse wurde festgestellt, dass in allen betrachteten Lebensphasen ähnlich hohe Gehalte des giftigen Stoffes im Körper vorhanden waren.
Nach seinem Tod setzten sich die Bonapartisten für die Thronansprüche der Familie Bonaparte ein. Damit trugen sie wesentlich zum Aufstieg Napoleons III. (>30) bei. Auch nach dessen Sturz im Jahr 1870 übten sie auf das Heer und die Beamtenschaft großen Einfluss aus. Erst in den 1880er Jahren verlor der Bonapartismus an Bedeutung.
Fast zwanzig Jahre nach seinem Tod wurde Napoleons Leichnam am 15. Oktober 1840 exhumiert. Auf der Fregatte 'Belle Poule' wurden die sterblichen Überreste zurück nach Frankreich gebracht und in den Pariser Invalidendom überführt. Er ist dort seit dem 15. Dezember 1840 in einem Sarkophag beigesetzt.
Die Ehe mit Joséphine blieb kinderlos. Napoleon adoptierte die Kinder aus Joséphines erster Ehe mit Alexandre de Beauharnais: Eugène und Hortense, Gattin seines Bruders und Mutter von Napoleon III. Beide Adoptivkinder haben zahlreiche Nachkommen.
1811 gebar seine zweite Frau Marie-Louise von Österreich den Thronfolger Napoleon II., der 1832 kinderlos verstarb.
Neben seinen Ehen hatte Napoleon verschiedene Geliebte, mit denen er auch Kinder hatte. Bereits während seiner Ehe mit Joséphine hatte er zwei illegitime Kinder von Mätressen.
Aus der Verbindung mit Eleonore Denuelle de la Plaigne ((>31) 1787-1868):
(EP.1.) Graf Charles Léon Denuelle (1806-1881).
Aus einer sieben Jahre währenden Liebesbeziehung mit Gräfin Maria Walewska (>32) (1786-1817):
(MW.1.) Graf Alexandre Colonna-Walewski (1810-1868)
Napoleons Körpergröße (von seinem Kammerdiener Louis Constant Wairy in französischen Maßeinheiten überliefert) betrug cinq pieds deux pouces trois lignes („fünf Fuß, zwei Zoll, drei Linien“). Somit hätte Napoleon mit gut 1,68 m eine für Männer seiner Zeit durchschnittliche Körpergröße erreicht. Die unterschiedliche Messung ist möglicherweise auch auf Unterschiede des Längenmaßes Fuß zurückzuführen: Ein englischer foot misst 30,48 cm und damit exakt zwei Zentimeter weniger als der seinerzeitige französische pied (32,48 cm), was bei fünf Fuß einen Unterschied von zehn Zentimetern ausmacht.
Napoleon Bonaparte hat in der deutschen Öffentlichkeit zu Lebzeiten und auch noch bis weit in das 19. Jahrhundert hinein viel Aufmerksamkeit erfahren. Diese Aufmerksamkeit war ambivalent, denn Napoleon entfachte besonders während der Koalitionskriege regelrechte Begeisterung im aufstrebenden Bürgertum, gleichzeitig entwickelten sich in der Phase nach der Völkerschlacht 1813 ein Napoleon- und Franzosenhass, der die deutsche Sicht auf Frankreich im weiteren Verlauf des 19. Jahrhunderts dominierte. Der Historiker Hagen Schulze bemerkte zur deutschen Rezeption Napoleons, dass „sich die Widersprüchlichkeit der Erinnerung an Napoleon als das einzige durchgehende Element“ erwiesen habe.
Museale Rezeption: https://de.wikipedia.org/wiki/Napoleon_Bonaparte#Museale_Rezeption
Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Napoleon_Bonaparte
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>1: https://de.wikipedia.org/wiki/Longwood_House
>2: https://de.wikipedia.org/wiki/Erste_Franz%C3%B6sische_Republik
>3: https://de.wikipedia.org/wiki/Erster_Konsul
>4: https://de.wikipedia.org/wiki/Kaiser_der_Franzosen
>5: https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6nigreich_Italien_(1805%E2%80%931814)
>6: https://de.wikipedia.org/wiki/Rheinbund
>7: https://de.wikipedia.org/wiki/Franz%C3%B6sische_Revolution
>8: https://de.wikipedia.org/wiki/Staatsstreich_des_18._Brumaire_VIII
>9: https://de.wikipedia.org/wiki/Code_civil
>10: https://de.wikipedia.org/wiki/Heiliges_R%C3%B6misches_Reich
>11: https://de.wikipedia.org/wiki/Befreiungskriege
>12: https://de.wikipedia.org/wiki/Herrschaft_der_Hundert_Tage
>13: https://de.wikipedia.org/wiki/Maison_Bonaparte
>14: https://de.wikipedia.org/wiki/%C3%89cole_militaire_(Frankreich)
>15: https://de.wikipedia.org/wiki/Pierre-Simon_Laplace
>16: https://de.wikipedia.org/wiki/Gefecht_bei_La_Maddalena
>17: https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6nigreich_Sardinien
>18: https://de.wikipedia.org/wiki/Maximilien_de_Robespierre
>19: https://de.wikipedia.org/wiki/Belagerung_von_Toulon_(1793)
>20: https://de.wikipedia.org/wiki/D%C3%A9sir%C3%A9e_Clary
>21: https://de.wikipedia.org/wiki/Thermidorianer
>22: https://de.wikipedia.org/wiki/Paul_de_Barras
>23: https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6nigreich_Holland
>24: https://de.wikipedia.org/wiki/Herzogtum_Lucca
>25: https://de.wikipedia.org/wiki/Gro%C3%9Fherzogtum_Berg
>26: https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6nigreich_Westphalen
>27: https://de.wikipedia.org/wiki/Napoleon_Franz_Bonaparte
>28: https://de.wikipedia.org/wiki/Bellerophon_(Schiff,_1790)
>29: https://de.wikipedia.org/wiki/Northumberland_(Schiff,_1798)
>30: https://de.wikipedia.org/wiki/Napoleon_III.
>31: https://de.wikipedia.org/wiki/Eleonore_Denuelle_de_la_Plaigne
>32: https://de.wikipedia.org/wiki/Maria_Walewska
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