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- Pietro Orseolo (lat. Petrus Urseolus; * 928 in Venedig; + 10. Januar 987 oder 988 in der Abtei Cuxa bei Perpignan) war vom 12. August 976 bis zum 31. August 978, wenn man der Zählweise der gegen Ende der Republik Venedig etablierten, staatlich gesteuerten Historiographie folgt, ihr 23. Doge. 978 floh er und verbrachte sein letztes Lebensjahrzehnt in einem Kloster im heutigen Katalonien. Er ist seit 1731 als Heiliger von der Katholischen Kirche anerkannt, seine Reliquien befinden sich seit 1732 in der Markuskirche.
Pietro Orseolo entstammte einer im 10. und 11. Jahrhundert sehr einflussreichen Familie. Er heiratete 946 die Venezianerin Felicitas Malipiero. Dieser Verbindung entstammte Pietro II. Orseolo, der 991 zum Dogen gewählt wurde, sowie eine Tochter, deren Name nicht überliefert ist, und die Giovanni Morosini ehelichte. Dieser begleitete Pietro Orseolo auf der Flucht aus Venedig in ein Kloster in den Pyrenäen.
In den Quellen erscheint Pietro Orseolo erstmals im Jahr 960. In diesem Jahr war er einer der Unterzeichner des Verbots des Sklavenhandels. Im Juli 971 taucht seine Unterschrift in einem weiteren Dokument auf, nämlich dem Verbot des Holz- und Waffenhandels mit den Sarazenen. Dieses hatte der byzantinische Kaiser Johannes Tzimiskes erzwungen.
Am 11. August 976 stürzte eine Gruppe von Verschwörern den Dogen Pietro IV. Candiano und tötete ihn und seinen Sohn. Diese Gruppe wandte sich gegen die Anlehnung des Dogen an die Ottonen, eine Gruppe, der sich auch Pietro Orseolo zurechnete. Während dieses Aufstands legten die Verschwörer Feuer in der Nachbarschaft des Dogenpalasts, das sich dann unkontrolliert ausbreitete und auch die Kirchen San Marco, San Teodoro und Santa Maria Zobenigo sowie über 300 Wohnhäuser zerstörte. Noch am folgenden Tag wurde Pietro Orseolo zum Dogen gewählt, allerdings musste dies in der Kirche San Pietro di Castello im Osten der Stadt geschehen, da beim Aufstand das Kerngebiet der venezianischen Herrschaft abgebrannt war. Nach dem Chronisten Johannes Diaconus hat sich Orseolo am Sturz seines Vorgängers beteiligt. Den wenige Jahre später erfolgten Rückzug des Dogen aus der Politik und vom weltlichen Leben überhaupt wertete Petrus Damianus in seiner Vita et acta sanctissimi patris et partriarchae Romualdi, fundatoris Camaldulensium als Sühne.
Zunächst versuchte der neue Doge 976 einen Ausgleich mit Waldrada, der Witwe seines Vorgängers zu erreichen. Sie war eine Verwandte von Adelheid, der Kaiserin des Römisch-deutschen Reiches und Witwe Kaiser Ottos I. Waldrada verzichtete auf alle Ansprüche, was sie auf einem Placitum in Piacenza am 25. Oktober desselben Jahres noch einmal bestätigte. Hingegen verlangte Vitale, der Patriarch von Grado und Sohn des ermordeten Dogen aus dessen erster Ehe, die konfiszierten Güter der Candiano zurück. Er betrieb diese Forderungen vom Hof Ottos II., an den er sich geflüchtet hatte.
Während seiner kurzen Amtszeit als Doge trat Orseolo vor allem als Stifter in Erscheinung. Den Wiederaufbau des Dogenpalastes und die ersten Arbeiten am Neubau der Markuskirche ließ er hauptsächlich auf eigene Kosten durchführen. Die goldene Altartafel - die Pala d’oro - wurde von ihm gestiftet. Er hatte das mit Saphiren, Smaragden, Rubinen und Emailleintarsien geschmückte Kunstwerk in Konstantinopel in Auftrag gegeben. Tausend Pfund in Gold soll Orseolo an die Opfer des Brandes von 976 verteilt haben, und noch einmal die gleiche Summe stiftete er für die Armen.
Am 17. Oktober 977 schloss der Doge einen Vertrag mit Sicardo, dem Grafen von Istrien ab, der den venezianischen Händlern freien Handel garantierte und sie auf der Halbinsel privilegierte.
Von Felicitas hatte er einen Sohn, der gleichfalls den Namen Pietro trug, und der von 991 bis 1009 Doge werden sollte. Die beiden hatten zudem eine gemeinsame Tochter, deren Name nicht überliefert ist. Sie heiratete Giovanni Morosini, den Begleiter des Orseolo auf der 978 erfolgten Flucht in die Pyrenäen.
Im Sommer 978 - vielleicht auf Druck des Kaisers - entschloss er sich, Venedig für immer zu verlassen. So sollte das Amt des Dogen für einen Mann frei werden, der keiner der verfeindeten politischen Bloecke in der Lagunenstadt angehörte. Doch folgte ihm Vitale Candiano im Amt, der seinerseits nach einem Jahr zurücktrat. In der Nacht vom 30. August auf den 1. September 978 reiste Pietro Orseolo heimlich in Gesellschaft von drei Religiosen sowie Giovanni Morosini und Giovanni Gradenigo ab und begab sich in die Benediktinerabtei von Cuxa.
In diesem Kloster soll er ein beispielhaftes monastisches Leben geführt haben, wobei der hl. Romuald einige Zeit sein spiritueller Begleiter gewesen ist. Pietro Orseolo starb am 10. Januar 987 oder 988 und wurde im Kloster Cuxa beigesetzt.
Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Pietro_Orseolo
Vierzig Jahre nach seinem Tod, im Jahr 1027, wurde Orseolo vom örtlichen Bischof offiziell als Selig gesprochen.
Orseolo wird von der katholischen Kirche als Heiliger verehrt, sein Kultus wurde durch seine entsprechende Heiligsprechung im Jahr 1731 durch Papst Clemens XII. bestätigt, der seinen Gedenktag auf den 14. Januar festlegte. Durch die Reform des liturgischen Kalenders im Jahr 1969 wurde das Fest auf den 10. Januar, den Tag seines Todes, verlegt. Der Kamaldulenserorden feiert sein Andenken am 19. Januar.
Quelle: https://en.wikipedia.org/wiki/Pietro_I_Orseolo
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