Fam. Schachtler-Risi

Friedrich der Grosse VON BRANDENBURG-PREUSSEN, II.

Friedrich der Grosse VON BRANDENBURG-PREUSSEN, II.

männlich 1712 - 1786  (74 Jahre)


Angaben zur Person    |    Notizen    |    Quellen    |    Ereignis-Karte    |    Alle

  • Name Friedrich der Grosse VON BRANDENBURG-PREUSSEN  [1, 2] 
    Suffix II. 
    Geburt 24 Jan 1712  Berlin, Berlin, Germany Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort  [2] 
    Taufe 31 Jan 1712  Berlin, Berlin, Germany Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort 
    • Berliner Schloss
    Geschlecht männlich 
    Dynasty Hohenzollern  [3] 
    Tod 17 Aug 1786  Potsdam, Brandenburg, Germany Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort  [2] 
    • Schloss Sanssouci
    Beerdigung 17 Aug 1991  Potsdam, Brandenburg, Germany Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort  [2] 
    • Sanssouci
    Personen-Kennung I7119  schap
    Zuletzt bearbeitet am 31 Okt 2026 

    Vater Friedrich Wilhelm VON BRANDENBURG-PREUSSEN, I.,   geb. 14 Aug 1688, Berlin, Berlin, Germany Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ortgest. 31 Mai 1740, Potsdam, Potsdam, Brandenburg, Germany Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort (Alter 51 Jahre) 
    Beziehung natural 
    Mutter Sophie Dorothea VON HANNOVER,   geb. 16 Mrz 1687, Hannover, Hannover, Lower Saxony, Germany Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ortgest. 28 Jun 1757, Berlin, Berlin, Germany Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort (Alter 70 Jahre) 
    Beziehung natural 
    Eheschließung 28 Nov 1706  Berlin, Berlin, Germany Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort 
    • Cölln an der Spree (heute: Berlin-Mitte)
    Notizen 
    • Kinder:
      M Friedrich Ludwig (1707–1708), Kronprinz in Preußen, Kurprinz von Brandenburg, Prinz von Oranien
      F Wilhelmine (1709–1758). oo (1731) Markgraf Friedrich von Brandenburg-Bayreuth (1711–1763)
      M Friedrich Wilhelm (1710–1711), Kronprinz in Preußen, Kurprinz von Brandenburg, Prinz von Oranien
      M Friedrich (1712–1786), als Friedrich II. später König von Preußen und Kurfürst von Brandenburg. oo (1733) Prinzessin Elisabeth Christine von Braunschweig-Wolfenbüttel-Bevern (1715–1797)
      F Charlotte Albertine (1713–1714)
      F Friederike Luise (1714–1784). oo (1729) Markgraf Karl von Brandenburg-Ansbach (1712–1757
      F Philippine Charlotte (1716–1801). oo (1733) Herzog Karl I. von Braunschweig-Wolfenbüttel (1713–1780)
      M Ludwig Karl Wilhelm (1717–1719)
      F Sophie Dorothea Marie (1719–1765). oo (1734) Markgraf Friedrich Wilhelm von Brandenburg-Schwedt (1700–1771)
      F Luise Ulrike (1720–1782). oo (1744) König Adolf Friedrich von Schweden (1710–1771)
      M August Wilhelm (1722–1758). oo (1742) Prinzessin Luise Amalie von Braunschweig-Wolfenbüttel (1722–1780)
      F Anna Amalie (1723–1787), Aebtissin von Quedlinburg
      M Heinrich (1726–1802). oo (1752) Prinzessin Wilhelmine von Hessen-Kassel (1726–1808)
      M August Ferdinand (1730–1813). oo (1755) Prinzessin Anna Elisabeth Luise von Brandenburg-Schwedt (1738–1820)
    Familien-Kennung F3813  Familienblatt  |  Familientafel

    Familie Elisabeth Christine VON BRAUNSCHWEIG-WOLFENBÜTTEL-BEVERN,   geb. 8 Nov 1715, Wolfenbuttel, Lower Saxony, Germany Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ortgest. 13 Jan 1797, Berlin, Berlin, Germany Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort (Alter 81 Jahre) 
    Eheschließung 12 Jun 1733  Salzdahlum, Wolfenbuttel, Lower Saxony, Germany Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort 
    • Schloss Salzdahlum
    Familien-Kennung F10402  Familienblatt  |  Familientafel
    Zuletzt bearbeitet am 31 Okt 2026 

  • Ereignis-Karte
    Link zu Google MapsGeburt - 24 Jan 1712 - Berlin, Berlin, Germany Link zu Google Earth
    Link zu Google MapsTaufe - 31 Jan 1712 - Berlin, Berlin, Germany Link zu Google Earth
    Link zu Google MapsTod - 17 Aug 1786 - Potsdam, Brandenburg, Germany Link zu Google Earth
    Link zu Google MapsBeerdigung - 17 Aug 1991 - Potsdam, Brandenburg, Germany Link zu Google Earth
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    Pin-Bedeutungen  : Adresse       : Ortsteil       : Ort       : Region       : (Bundes-)Staat/-Land       : Land       : Nicht festgelegt

  • Notizen 
    • Friedrich II., der Große (* 24. Januar 1712 in Berlin; † 17. August 1786 in Potsdam), volkstümlich „Der Alte Fritz“ genannt, war ab 1740 König in, ab 1772 König von Preußen und ab 1740 Markgraf von Brandenburg und somit einer der Kurfürsten des Heiligen Römischen Reiches. Er entstammte der Dynastie der Hohenzollern. - Die von ihm gegen Österreich geführten drei Schlesischen Kriege um den Besitz Schlesiens führten zum Deutschen Dualismus. Nach dem letzten dieser Kriege, dem Siebenjährigen Krieg von 1756 bis 1763, war Preußen als fünfte Großmacht neben Frankreich, Großbritannien, Österreich und Russland in der europäischen Pentarchie etabliert. 1772 festigte Friedrich diesen Status durch weitere erhebliche Gebietsgewinne, diesmal auf Kosten Polens, das Westpreußen verlor. - Friedrich gilt als ein Repräsentant des Aufgeklärten Absolutismus. So bezeichnete er sich selbst als „Erster Diener des Staates“. Er setzte tiefgreifende gesellschaftliche Reformen durch, schaffte die Folter ab und forcierte den Ausbau des Bildungssystems.
      Dynastie, Territorienverband, Machtmittel, Land und Leute: https://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_II._(Preu%C3%9Fen)#Dynastie,_Territorienverband,_Machtmittel,_Land_und_Leute
      Friedrich wurde am Sonntag, dem 24. Januar 1712 unter der Regierung König Friedrichs I. im Berliner Schloss als Sohn des Kronprinzen Friedrich Wilhelm und dessen Gattin Sophie Dorothea von Hannover, Tochter des späteren britischen Königs Georg I. geboren. Er war der dritte Sohn des Paares, doch hatten seine zwei Brüder ihre Zahnung im Säuglingsalter nicht überlebt. Der Großvater ließ ihn am 31. Januar 1712 im Berliner Schloss auf den alleinigen Namen „Friederich“ taufen und zeichnete ihn mit dem Hausorden der Hohenzollern aus, dem Orden vom Schwarzen Adler. Nach seiner Thronbesteigung veränderte Friedrich Wilhelm im Februar 1713 den Namen in „Friedrich“, und infolge des Friedens von Utrecht verlor Friedrich im April 1713 den Titel „Prinz von Oranien“. Der Stammbaum Friedrichs des Großen zeigt den in Kreisen des Hochadels häufig anzutreffenden Ahnenschwund. Da seine Eltern Cousin und Cousine ersten Grades waren, wie schon die Eltern seiner Mutter, hatte er nur sechs statt acht Urgroßeltern und nur zehn statt sechzehn Ururgroßeltern. Bis zu seinem sechsten Geburtstag lebte Friedrich gemeinsam mit seiner älteren Schwester Wilhelmine, die wiederum die älteste überlebende Tochter war. Zu ihr hatte er zeitlebens ein enges Vertrauensverhältnis. Die beiden lebten in der Obhut der nur Französisch sprechenden Marthe de Roucoulle, einer in Frankreich geborenen Hugenottin, die schon seinen Vater als Gouvernante betreut hatte. Danach erhielt Friedrich eine strenge, autoritär und religiös geprägte Erziehung nach den detaillierten Vorgaben Friedrich Wilhelms, der den Tagesablauf des Kronprinzen pedantisch genau vorschrieb, vom „frühstücken in sieben Minuten Zeit“ bis zum Händewaschen um 5 Uhr. Danach solle er zum König gehen, dann solle er „ausreiten, sich in der Luft und nicht in der Kammer divertiren“, wo er dann tun könne, „was er will, wenn es nur nicht gegen Gott ist“. Zu Erziehern Friedrichs wurden ab 1718 zwei sehr unterschiedliche Männer ernannt. Diese waren dessen Oberhofmeister Graf Albrecht Konrad Finck von Finckenstein (bis 1729) und Jacques Égide Duhan de Jandun (bis 1726), ein hugenottischer Flüchtling, der dem König bei der Belagerung Stralsunds im Jahre 1715 durch seine besondere Tapferkeit aufgefallen war. Duhan entwickelte eine enge persönliche Bindung zu seinem Schüler, erweiterte den vom König streng redigierten Stundenplan, indem er dem Prinzen auch Latein und Literatur nahebrachte, und war schließlich auch bei der Anschaffung der heimlichen Bibliothek des Thronfolgers behilflich. Der Lateinunterricht erfolgte ebenfalls heimlich, und als sein Vater die beiden dabei ertappte, malträtierte er Lehrer und Schüler gleichermaßen mit Schlägen und Tritten.
      1728 begann Friedrich heimlich mit dem Flötenunterricht bei Johann Joachim Quantz, wodurch sich die Konflikte zwischen dem tyrannischen, nur auf das Militärische sowie Oekonomische fixierten Vater und dem Kronprinzen weiter zuspitzten. Brutale körperliche und seelische Züchtigungen durch Friedrich Wilhelm gehörten zu dieser Zeit zur Tagesordnung in der königlichen Familie. Gleichwohl heizte der junge Friedrich diese Konflikte durch sein betont aufsässiges Verhalten seinem Vater gegenüber immer wieder an. - Friedrich begleitete 1728 seinen Vater beim Staatsbesuch während der Karnevalsfeierlichkeiten an den Dresdner Hof. Dort lernte er die uneheliche Tochter Kurfürst Friedrich Augusts Anna Karolina Orzelska kennen. Als er sie beim Gegenbesuch Friedrich Augusts im gleichen Jahr in Berlin wiedersah, bat er um ein Porträt von ihr. - Königin Sophie Dorothea plante seit 1723 eine Doppelhochzeit ihrer Kinder Friedrich und Wilhelmine mit den Kindern ihres Bruders Georg II. von Großbritannien, Amelia und Friedrich Ludwig. Die Verhandlungen zogen sich über Jahre hin, doch der von Wien bestochene preußische Kriegsminister Friedrich Wilhelm von Grumbkow sabotierte die „englische Allianz“. Als ihn sein Vater bei einem weiteren Staatsbesuch in Dresden vor den Augen der sächsischen Höflinge schlug und obendrein noch höhnte, er selber hätte sich erschossen, wenn sein Vater ihn so behandelt hätte, fasste Friedrich, der gehofft hatte, seinem gewalttätigen Vater durch Umzug nach Hannover zu entkommen, in seiner Verzweiflung einen Fluchtplan. - Friedrich fühlte sich seit 1729 von dem musischen und gebildeten acht Jahre älteren Leutnant Hans Hermann von Katte angezogen, den er auch wegen seiner Weltgewandtheit bewunderte. Beide interessierten sich zudem für das Flötenspiel und die Dichtkunst. Zwischen ihnen entwickelte sich eine intime Freundschaft. Im Frühjahr 1730, während einer von August dem Starken in Zeithain bei Riesa ausgerichteten Veranstaltung (Lustlager von Zeithain), offenbarte Friedrich seinem Freund den Plan, nach Frankreich zu fliehen, um sich der Erziehungsgewalt seines strengen Vaters zu entziehen. Friedrich Wilhelm I. erfuhr durch Heinrich von Bruehl von den Fluchtplänen und verprügelte Friedrich vor der versammelten höfischen Gesellschaft unter Beisein von Bruehls, mit dem Friedrich fortan eine lebenslange persönliche Fehde führte. Dieses Ereignis und weitere persönliche Zurücksetzungen auch durch den anwesenden sächsischen Kurfürsten Friedrich August I. führten zu einer zukünftigen Belastung der preußisch-sächsischen Beziehungen. Der anschließende Fluchtversuch Friedrichs im Lager scheiterte bereits an der fehlenden Freigabe von Pferden. - Kurz darauf, im Juli 1730, musste der Kronprinz seinen Vater auf eine diplomatische Reise nach Ansbach, Ludwigsburg und Mannheim begleiten. Friedrich versuchte dabei in der Nacht vom 4. auf den 5. August 1730 erfolglos, aus seinem Reisequartier in Steinsfurt über Karlsruhe in das nicht allzu weit entfernte französische Elsass zu fliehen. Er hatte sich auf dem Gehoeft des Bauern Lerch zwei Postpferde bereitstellen lassen und sich einen Zivilrock besorgt, um sich in Frankreich mit seinem Freund, dem nach Wesel versetzten ehemaligen Pagen Peter Karl Christoph von Keith, zu treffen und mit diesem nach England zu fliehen. Als Friedrich im Morgengrauen in Zivil sein Zimmer verließ, erwachte im Nebenzimmer sein Kammerdiener, der vom König mit der Ueberwachung seines Sohnes beauftragt war, und alarmierte die Wachen. Der Kronprinz beteuerte, nur einen Spazierritt unternehmen zu wollen, was ihm gleichwohl verwehrt wurde. Nachdem ein Brief Friedrichs an seinen Vertrauten Hans Hermann von Katte in Berlin abgefangen worden war, der Anweisungen zu der geplanten Flucht enthielt, lag ein eindeutiges Beweismittel vor. Katte wurde dadurch als Mitwisser entlarvt und wenig später verhaftet, Friedrich der Fahnenflucht beschuldigt und am 19. in der Festung Küstrin in der Neumark interniert. Keith war am 6. August aus der Zitadelle Wesel nach Den Haag geflohen, von wo ihm mit Hilfe des britischen Gesandten die Flucht nach England gelang. Sein Bruder und Nachfolger als Page, der an dem Fluchtversuch beteiligt gewesen war, warf sich dem König am 6. August 1730 in Mannheim vor die Füße und offenbarte ihm, was in Steinsfurt wirklich geschehen war und was Friedrich ihm aufgetragen hatte; der König verzichtete auf eine harte Bestrafung des Jungen und versetzte ihn nur als Fuesilier zu einem Infanterie-Regiment. Friedrichs Schwester Wilhelmine wurde als Mitglied des Freundestrios der Mitwisserschaft bezichtigt und monatelang in ihrem Gemach festgehalten. - Katte war zunächst von einem im Schloss Köpenick tagenden preußischen Kriegsgericht beim sogenannten Kronprinzenprozess wegen Desertion zu lebenslanger Festungshaft verurteilt worden. Friedrichs Vater aber ließ dem Gericht mitteilen, es moege sich nochmals zusammensetzen und ein neues Urteil fällen, womit er die Richter unmissverständlich aufforderte, ein Todesurteil gegen Katte zu verhängen. Schließlich wandelte Friedrich Wilhelm selber den – nach wie vor auf lebenslange Festungshaft lautenden – Spruch am 1. November 1730 per Allerhöchster Kabinettsorder in ein Todesurteil um. Es wurde am 6. November in der Festung Küstrin durch Enthauptung mit dem Schwert vollstreckt. Friedrich, der zusehen sollte, hatte sich durch Zuruf von Katte verabschieden können und war bei der Verlesung des Todesurteils in Ohnmacht gefallen. Auch weitere Personen aus dem Umfeld des Kronprinzen wurden hart bestraft, so die Potsdamer Rektorentochter Dorothea Ritter, eine musikalische Freundin Friedrichs, und der Leutnant Johann Ludwig von Ingersleben, der Friedrich bei Treffen mit Dorothea begleitet hatte. - Friedrich, den der König anfangs ebenfalls wegen Verrats hinrichten wollte, wurde schließlich verschont, einerseits auf die Fürsprache Leopolds von Anhalt-Dessau hin, andererseits auch aus außenpolitischen Erwägungen, nachdem sowohl Kaiser Karl VI. als auch Prinz Eugen sich schriftlich für den Kronprinzen verwandt hatten. Er wurde aber zur Festungshaft in Küstrin verurteilt. Zeitweilig wurde ihm sein prinzlicher Status aberkannt. Anfangs noch arrestiert, diente er ab 1731 in der Kuestriner Kriegs- und Domänenkammer, bis er im November wieder in die Armee aufgenommen wurde und 1732 als Inhaber des früheren Regiments zu Fuß von der Goltz (1806: Nr. 15) im damaligen Ruppin stationiert war. So lernte er Heeres- und Zivilverwaltung in eigener Anschauung kennen.
      1732 verlangte Friedrich Wilhelm von seinem Sohn, Elisabeth Christine zu heiraten. Sie war eine Nichte der Kaiserin in Wien und sollte das Bündnis Preußens mit dem Haus Habsburg bekräftigen. Friedrich beklagte sich zwar bei Grumbkow, jeder Bauer dürfe glücklicher sein als er, und er wolle „lieber die größte Hure von Berlin“ zur Frau nehmen, fügte sich aber. Am 10. März 1732 wurde die Verlobung gefeiert. Damit war der Konflikt mit dem Vater nach außen hin beigelegt und Friedrich als Kronprinz rehabilitiert.
      Friedrich und Elisabeth Christine heirateten am 12. Juni 1733 im Schloss Salzdahlum. Es gab Ballett, eine Pastorale, in der der Kronprinz, der die Hauptrolle führte, Querfloete spielte, und Opern von Carl Heinrich Graun und Georg Friedrich Händel. Die Ehe blieb kinderlos, was von einigen Forschern auf eine Geschlechtskrankheit zurückgeführt wird, die er sich kurz vor der Eheschließung bei einem Besuch am Hofe Augusts des Starken zugezogen habe und die ihn darin gehindert habe, den Geschlechtsakt zu vollziehen. Andere Wissenschaftler nehmen dagegen an, dass Friedrich wie sein Bruder Heinrich homosexuell war.
      Im Jahr 1732 hatte Friedrich Wilhelm den Kronprinzen zum Chef und Kommandeur des „Regiments Goltz zu Fuß“ ernannt, das nun „Regiment Kronprinz“ hieß und in Neuruppin und Nauen stationiert wurde, und ihm den Offizier Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff als Begleiter zugeteilt. Friedrich bewohnte ein Haus in Neuruppin, für das er den Amalthea-Garten anlegen ließ, geschmückt mit Knobelsdorffs erstem Werk, dem Apollotempel. Finanziell vom Vater kurzgehalten, sah sich Friedrich erfolgreich nach Darlehnsgebern um. Einer der bedeutendsten heimlichen Geldgeber wurde der Generaladjutant des Königs, Hans Christoph Friedrich von Hacke. - Mit Erlaubnis seines Vaters zog der Kronprinz 1736 mit seiner Gemahlin nach Schloss Rheinsberg. Die folgenden Jahre bis zum Tode seines Vaters 1740 verbrachte er dort mit eigener Hofhaltung. In dieser Zeit widmete er sich dem Studium der Philosophie, Geschichte und der Poesie in einem selbstgeschaffenen Kreis meist älterer Schoengeister und Künstler, die sich in Rheinsberg aufhielten oder mit denen er korrespondierte, wie Knobelsdorff, Dietrich von Keyserlingk, Charles Étienne Jordan, Heinrich August de la Motte Fouqué, Ulrich Friedrich von Suhm und Egmont von Chasôt.
      1738 komponierte Friedrich seine erste Sinfonie. Ein Jahr darauf, 1739, schrieb Friedrich, der bereits mit dem Vordenker der Aufklärung Voltaire korrespondierte, den Antimachiavel, einen Tugendkatalog des aufgeklärten Idealmonarchen. Spätere wichtige politische Schriften waren das 'Politische Testament' (1752) und 'Regierungsformen und Herrscherpflichten' (1777), in denen er sein Verständnis des aufgeklärten Absolutismus darlegte. Darin findet sich sein oft zitierter Ausspruch, ein Fürst sei „französisch le premier domestique“, der erste Diener seines Staates, und keineswegs dessen absoluter Herrscher. 1748 verwendete er in den 'Denkwürdigkeiten des Hauses Brandenburg' diese Formulierung noch einmal, um die Verschwendungssucht seines Großvaters Friedrich I. zu kritisieren, der sich wie ein Eigentümer des Staates und nicht wie dessen Diener benommen habe.
      Während der Rheinsberger Jahre pflegte Friedrich zwar einen höflichen und zuvorkommenden Umgang mit seiner Frau, aber nach seiner Thronbesteigung schloss er, wie er es schon vor der erzwungenen Heirat angekündigt hatte, Elisabeth Christine aus seiner Umgebung aus. Während Friedrich sich vom Hofleben in das Schloss Charlottenburg zurückzog, wies er ihr im Berliner Stadtschloss eine Wohnung zu und schenkte ihr als Sommerwohnsitz das Schloss Schönhausen.
      Friedrich II. als König: https://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_II._(Preu%C3%9Fen)#Friedrich_II._als_K%C3%B6nig
      Friedrich starb am 17. August 1786 im Schloss Sanssouci in seinem Sessel. Obschon zu Lebzeiten anders verfügt, ließ ihn sein Neffe und Nachfolger Friedrich Wilhelm II. in der Potsdamer Garnisonkirche in der hinter dem Altar befindlichen Gruft des Königlichen Monuments an der Seite seines Vaters Friedrich Wilhelm I. beisetzen.
      Napoleon Bonaparte besuchte nach seinem Sieg über die preußische Armee bei Jena und Auerstedt auf dem Marsch nach Berlin am 25. Oktober 1806 inmitten seiner Generalität Potsdam. Seine Worte, „Man würde nicht bis hierher gekommen sein, wenn Friedrich noch lebte“, fielen wahrscheinlich nicht – wie oft behauptet – am Königsgrab in der Garnisonkirche, sondern in der Wohnung Friedrichs im Potsdamer Stadtschloss. Aus Respekt vor der Persönlichkeit Friedrichs des Großen stellte Napoleon die Garnisonkirche unter seinen persönlichen Schutz. - Im Jahr 1943 gelangten die Särge der Könige in einen Luftwaffenbunker in Eiche, im März 1945 zuerst in ein Bergwerk bei Bernterode, dann aufgrund der politischen Brisanz des Fundes – Bernterode lag in der zukünftigen sowjetischen Zone – in das Marburger Schloss. Im Februar 1946 wurden sie in einer geheimen Aktion der Monuments Men in das Marburger Staatsarchiv gebracht, welches zu dem Zeitpunkt Sitz des ersten Central Collecting Point der Amerikaner war. Am 16. August lagerte man die Sarkophage im Rahmen der „Operation Bodysnatch“ in die dortige Elisabethkirche um. Louis Ferdinand von Preußen wollte sie 1952 in die Kapelle der Burg Hohenzollern überführen lassen, doch der Kirchenvorstand sprach sich „aus christlich-biblischen Gründen […] gegen das Wandern der Gebeine aus“. Die Hohenzollern beanspruchten die Särge als ihr Privateigentum und konnten die Umbettung schließlich mit politischer Unterstützung ohne ein Gerichtsverfahren durchsetzen.
      Am 17. August 1991, seinem 205. Todestag, wurde der letzte Wille des Königs erfüllt und sein Sarg erneut umgebettet, um auf der Terrasse von Sanssouci in der noch vorhandenen Gruft bestattet zu werden. Friedrich hatte in seinem Testament verfügt, dort bei Nacht mit kleinstem Gefolge und dem Schein einer Laterne beigesetzt zu werden, das entsprach seinem philosophischen Anspruch. Stattdessen gestaltete sich die Beisetzung zu einer Art Staatsbegräbnis. Seitdem markiert und schmückt eine einfache Steinplatte sein Grab. Bei derselben Aktion wurde der Sarg seines Vaters in die Potsdamer Friedenskirche überführt.
      Während seiner Herrschaftszeit trug Friedrich die einfache Uniform eines Obersten seines Garderegiments mit dem Stern des Schwarzen Adlerordens als einzigem Schmuck. Da er sehr kälteempfindlich war, trug er im Winter drei Westen unter dem Uniformrock, was manchmal den falschen Eindruck einer gewissen Körperfülle machte. Zu offiziellen Anlässen wechselte er in die Galauniform dieses Regiments.
      Friedrich korrespondierte mit Voltaire, den er mehrmals traf. Im Jahre 1740 war Voltaire 14 Tage lang auf Schloss Rheinsberg zu Gast. Wie schon in Rheinsberg umgab sich Friedrich auf Schloss Sanssouci mit intellektuellen Gesprächspartnern, die abends zur Tafelrunde erschienen. Gäste waren George Keith und sein Bruder, der Marquis d’Argens, Graf Algarotti, La Mettrie, Maupertuis, Graf von Rothenburg, Christoph Ludwig von Stille, Karl Ludwig von Poellnitz, Claude Étienne Darget und Voltaire. Ab 1751 verweilte Voltaire für etwa zwei Jahre in Potsdam. Aus dieser Zeit muss das geistreiche Bilderrätsel stammen, das Friedrich und Voltaire zugeschrieben wird. 1753 kam es zum Zerwürfnis, das für einige Zeit für Verstimmungen sorgte. Nach der von Wilhelmine von Bayreuth vermittelten Versöhnung korrespondierte Friedrich ab 1757 erneut mit Voltaire. 1775 schickte er ihm sogar ein Bildnis von sich. - Friedrich beschränkte engere persönliche Kontakte großenteils auf Männer, von seiner Ehefrau lebte er seit der Thronbesteigung getrennt. - Einige der wenigen Frauen, die seinen hohen Ansprüchen entsprachen und denen er deshalb seinen Respekt zollte, waren die sogenannte „große Landgräfin“ Henriette Karoline von Pfalz-Zweibrücken und Katharina II. von Russland, der er mehrere Gedichte widmete und mit der er in regem Briefverkehr stand. Katharinas zweimaliger Einladung zu einer persönlichen Begegnung ist er jedoch ausgewichen; auch Maria Theresia hat Friedrich nie persönlich kennengelernt. Er erwartete von Frauen den gleichen schöngeistigen Esprit, für den seine Tafelrunden gerühmt wurden.
      Literat: https://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_II._(Preu%C3%9Fen)#Der_Literat
      Kunstverehrer: https://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_II._(Preu%C3%9Fen)#Der_Kunstverehrer
      Freimaurer: https://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_II._(Preu%C3%9Fen)#Der_Freimaurer
      Von Friedrich II. wurde bereits zu seinen Lebzeiten eine große Zahl von Porträts angefertigt. Sie waren bei seinen Verehrern und Verehrerinnen auch im Ausland sehr beliebt, er selbst pflegte sie als Anerkennung für ihm geleistete Dienste zu verschenken. Ueber die Lebensähnlichkeit dieser Bildnisse beklagte der Kunsthistoriker Paul Seidel 1897, „ein klares, ungetrübtes Urteil darüber […], wie Friedrich der Große in Wirklichkeit ausgesehen hat“, lasse sich aus den erhaltenen Bildnissen nicht gewinnen. - Ein Grund für die Zweifel an der Lebensähnlichkeit der Bildnisse ist, dass diese gar nicht in der Absicht der Auftraggeber von Herrscherbildern des 18. Jahrhunderts lag: Es kam vielmehr darauf an, die politische und gesellschaftliche Rolle darzustellen, in der der Porträtierte sich öffentlich präsentieren wollte, also etwa als Herrscher mit Szepter und Hermelinmantel, als kompetenter Heerführer oder als bescheidener, treu sorgender Landesvater. Laut der Kunsthistorikerin Frauke Mankartz war die wiedererkennbare „Marke“ wichtiger als die Wirklichkeitstreue. Friedrich selbst spottete wiederholt darüber, dass ihm seine Porträts wenig ähnlich sahen.
      Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_II._(Preu%C3%9Fen)

  • Quellen 
    1. [S195] Wikipedia - Die freie Enzyklopädie, Friedrich II. (Preußen).
      Friedrich II. oder Friedrich der Große (* 24. Januar 1712 in Berlin; † 17. August 1786 in Potsdam), volkstümlich „der Alte Fritz“ genannt, war ab 1740 König in, ab 1772 König von Preußen und ab 1740 Markgraf von Brandenburg und somit einer der Kurfürsten des Heiligen Römischen Reiches. Er entstammte der Dynastie der Hohenzollern. - Die von ihm gegen Österreich geführten drei Schlesischen Kriege um den Besitz Schlesiens führten zum deutschen Dualismus. Nach dem letzten dieser Kriege, dem Siebenjährigen Krieg von 1756 bis 1763, war Preußen als fünfte Großmacht neben Frankreich, Großbritannien, Österreich und Russland in der europäischen Pentarchie anerkannt. - Friedrich gilt als ein Repräsentant des aufgeklärten Absolutismus. So bezeichnete er sich selbst als „ersten Diener des Staates“. Er setzte tiefgreifende gesellschaftliche Reformen durch, schaffte die Folter ab und forcierte den Ausbau des Bildungssystems.

      https://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_II._(Preu%C3%9Fen)

    2. [S284] Ancestry.com, Germany, Find a Grave® Index, 1600s-Current, (Name: Ancestry.com Operations, Inc.; Location: Lehi, UT, USA; Date: 2012;).
      https://www.findagrave.com/memorial/2986/frederick_the_great

    3. [S179] Stammlisten - Herrscherlisten, (Name: wikipedia et alt.;), Hohenzollern.
      Das Haus Hohenzollern war eine der bedeutendsten Dynastien der deutschen Geschichte. Das nach seinem Stammsitz, Burg Hohenzollern in Schwaben, benannte Adelsgeschlecht stellte mit seinem fränkischen Zweig seit 1192 die Burggrafen von Nürnberg, seit 1415 die Markgrafen und Kurfürsten von Brandenburg, seit 1525 die Herzöge in Preußen und seit 1701 die preußischen Könige sowie von 1871 bis zum Ende des Deutschen Kaiserreichs im Jahr 1918 die Deutschen Kaiser.

      Die nachfolgende Stammliste der Hohenzollern erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Es wurde jedoch versucht, möglichst alle wichtigen Mitglieder aufzuführen.

      https://de.wikipedia.org/wiki/Stammliste_der_Hohenzollern