Fam. Schachtler-Risi

Lothar KAROLINGER, II.

Lothar KAROLINGER, II.

männlich um 835 - 869  (~ 34 Jahre)


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  • Name Lothar KAROLINGER  [1] 
    Suffix II. 
    Geburt um 835  Frankfurt am Main, Hesse, Germany Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort 
    Geschlecht männlich 
    Dynasty Karolinger  [2] 
    Titel (Nobility) zwischen 855 und 869 
    König (Lothringen) 
    Tod 8 Aug 869  Piacenza, Emilia-Romagna, Italy Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort 
    Beerdigung Piacenza, Emilia-Romagna, Italy Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort 
    • St. Antonio
    Personen-Kennung I5887  schap
    Zuletzt bearbeitet am 4 Nov 2026 

    Vater Lothar KAROLINGER, I.,   geb. 795, Aquitaine, France Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ortgest. 29 Sep 855, Trier, Rheinland-Pfalz, Germany Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort (Alter 60 Jahre) 
    Beziehung natural 
    Mutter Irmingard VON TOURS,   geb. 28 Mai 800, Tours, Indre-et-Loire, Centre, France Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ortgest. 20 Mrz 851, Erstein, Bas-Rhin, Alsace, France Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort (Alter 50 Jahre) 
    Beziehung natural 
    Eheschließung um 15 Okt 821  Diedenhofen, Moselle, Lorraine, France Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort  [3] 
    • Kirche St-Maximin in Diedenhofen
    Notizen 
    • Kinder:
      M Ludwig II. VON ITALIEN (* 0824-25, Lorraine, France (oder: Frankfurt am Main, Hessen, Deutschland); + 12 Aug 0875, Brescia, Lombardia, Italy); Mitkaiser. oo Engelberga (+ 23 Mrz 0890/91), Äbtissin von San Salvatore in Brescia
      F Hiltrude (Helletrud) VON ITALIEN (* 0823-26, Frankfurt am Main, Hessen, Deutschland; + 0865/66). oo Graf Berengar (+ <0866)
      F Gisela VON ITALIEN / VON SAN SALVATORE / VON BRESCIA (* 0828-30, Frankfurt am Main, Hessen, Deutschland; + 0856-60); 0851–0860 Äbtissin von San Salvatore in Brescia
      F Bertha VON AVENAY / VON ITALIEN (* ca 0830, Frankfurt am Main, Hessen, Deutschland; + < 07 Mai 0852, ?0877), < 0847 Äbtissin von Avenay, vielleicht Äbtissin von Faremoutiers
      M Lothar II., VON LOTHRINGEN (* ca 0835, Frankfurt am Main, Hessen, Deutschland; + 08 Aug 0869, Piacenza, Emilia-Romagna, Italien); König von Lothringen. oo (0855 Theutberga, Tochter des Grafen Boso von Arles (Bosoniden)
      F Rotrude VON ITALIEN (* 0836-0840, Pavia, Lombardia, Italien). oo (ca 0850/51) Lambert, Markgraf der Bretagne, Graf von Nantes (Widonen) (+ 01 Mai 852)
      M Karl VON BURGUNG UND DER PROVENCE / VON ITALIEN (* 0840-45, Pavia, Lombardia, Italia; + 24 Jan 0863, Kloster St-Pierre-les-Nonnains, heute Lyon, Rhône-Alpes, Frankreich); König in Burgund
      M Karlmann (* 0845-53)
      F Irmgard (Ermengard) VON ITALIEN / Ermengarde VON FRANKREICH (* 0825-30, Frankfurt am Main, Hessen, Deutschland; + 0849); 846 entführt. oo Giselbert, Graf im Maasgau (Reginare), 866 Graf im Lommegau, Ehe 849 anerkannt
    Familien-Kennung F1700  Familienblatt  |  Familientafel

    Familie 1 Waldrade VON WORMSGAU,   geb. zwischen 835 und 840   gest. zwischen 9 Apr 868 und 8 Apr 879, Remiremont, Vosges, Lorraine, France Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort (Alter ~ 33 Jahre) 
    Eheschließung 862 
    • Konkubinat
    Notizen 
    • Kinder:
      F Bertha VON LOTHRINGEN; * 0860-63; + 0925; Gräfin von Arles und Markgräfin von Tuszien; oo Graf Theotbald von Arles (+ 0887/95)
      M Hugo VON LOTHRINGEN; * ca 0863; + 0895/, Prüm, Eifel, Rheinland-Pfalz, Deutschland; Herzog im Elsass
      F Ermengard VON LOTHRINGEN; * ca 0865; + 06 Aug 0895; Nonne
      F Gisela VON NIVELLES; * 0860-65; + 0907; Aebtissin von Nivelles und Fosses
    Kinder 
     1. Markgräfin Bertha VON LOTHRINGEN, (Karolinger),   geb. um 863, Lorraine, France Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ortgest. 8 Mrz 925, Lucca, Toscana, Italy Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort (Alter ~ 62 Jahre)  [Vater: natural]  [Mutter: natural]
     2. Ermengarde VON LOTHRINGEN  [Vater: natural]  [Mutter: natural]
    Familien-Kennung F3116  Familienblatt  |  Familientafel
    Zuletzt bearbeitet am 4 Nov 2026 

    Familie 2 Theutberga VON ARLES,   geb. um 835   gest. zwischen 869 und 25 Nov 875 (Alter ~ 34 Jahre) 
    Eheschließung Nov 855 
    Scheidung 862 
    • Scheidung von der Kirche nicht anerkannt
    Familien-Kennung F10255  Familienblatt  |  Familientafel
    Zuletzt bearbeitet am 4 Nov 2026 

  • Ereignis-Karte
    Link zu Google MapsGeburt - um 835 - Frankfurt am Main, Hesse, Germany Link zu Google Earth
    Link zu Google MapsTod - 8 Aug 869 - Piacenza, Emilia-Romagna, Italy Link zu Google Earth
    Link zu Google MapsBeerdigung - - Piacenza, Emilia-Romagna, Italy Link zu Google Earth
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    Pin-Bedeutungen  : Adresse       : Ortsteil       : Ort       : Region       : (Bundes-)Staat/-Land       : Land       : Nicht festgelegt

  • Fotos
    Lothar KAROLINGER, II. (der Sachse)
    Lothar KAROLINGER, II. (der Sachse)

  • Notizen 
    • Lothar II. (* um 835; † 8. August 869 bei Piacenza) aus der Familie der Karolinger war von 855 bis 869 fränkischer König.
      Lothar war der zweite Sohn Kaiser Lothars I. und dessen Ehefrau Irmingard von Tours. Kurz vor seinem Tod 855 teilte Lothar I. sein Reich - das Lotharii Regnum oder Mittelreich - zwischen seinen drei Söhnen in der Reichsteilung von Prüm auf: Der älteste Sohn Ludwig erhielt Italien und den Kaisertitel, Lothar II. bekam Lotharingien (aus dem das spätere Lothringen hervorging), einschließlich der Residenz Aachen, und dem jüngsten Sohn Karl wurden die Provence und Burgund zugesprochen.
      Lothars Leben war vor allem geprägt von der Kinderlosigkeit seiner Frau. Im Jahr 855 heiratete Lothar Theutberga, die Tochter des Grafen Boso von Arles. Da die Ehe jedoch kinderlos blieb, trennte sich Lothar 860 von seiner Frau, um 862 seine Mätresse Waldrada zu heiraten, mit der er bereits einen Sohn, Hugo, hatte. Obwohl die Aachener Synoden von 860 und 862 das Vorgehen des Königs absegneten, führte dies zu einem langwierigen Streit. Erzbischof Hinkmar von Reims, ein enger Berater Karls des Kahlen, prangerte auf dessen Betreiben in einer Denkschrift diesen Beschluss an, woraufhin Papst Nikolaus I. sich in die Sache einschaltete.
      Nachdem 862 auf der Synode von Metz in Anwesenheit der päpstlichen Legaten die Scheidung (angeblich durch Bestechung) abermals anerkannt worden war, ging Ado von Vienne, zu der Zeit Lehrer an der Klosterschule Prüm, nach Rom, um Beschwerde dagegen einzulegen. Der Papst widerrief die Entscheidung und exkommunizierte die Erzbischöfe Gunthar von Köln und Theutgaud von Trier, die auf der Synode von Metz die treibende Kraft gewesen waren. 868 exkommunizierte Papst Nikolaus auch Waldrada.
      Papst Hadrian II. erlaubte schließlich Lothar, seine Angelegenheit persönlich in Rom vorzutragen. Lothar reiste zuerst nach Ravenna, wo er seinen Bruder, Kaiser Ludwig II. vermutete. Dieser war aber an den Kriegsschauplaetzen in Süditalien unabkoemmlich und ließ ihm durch Boten ausrichten, das Land zu verlassen und wieder heimzukehren. Lothar reiste trotzdem weiter nach Benevent, wo er seinen Bruder antraf. Hier setzte er ihm so lange zu, bis sich Kaiserin Engelberga bereit erklärte, ein Zusammentreffen mit Papst Hadrian II. in die Wege zu leiten und Lothar zu begleiten. Das Treffen mit dem Papst kam dann im Juli 869 auf Monte Cassino zustande. Papst Hadrian II. lehnte es ab, Lothars zweite Ehe anzuerkennen. Er verwies darauf, dass diese Frage nur von einem abendländischen großen Konzil geklärt werden könne, zu dem auch die fränkischen Bischöfe nach Rom kommen sollten. Bei der Messe reichte Papst Hadrian II. Lothar II. auf dessen ausdrücklichen Wunsch die Kommunion, wodurch Lothar II. wieder in die Gemeinschaft der Kirche aufgenommen wurde und seine Exkommunikation als öffentlicher Sünder rückgängig gemacht wurde. Lothar musste allerdings zuvor dem Papst versichern, dass er nach Waldradas Exkommunikation mit dieser nicht mehr zusammengekommen war. Auf der Rückreise in den Norden machte er in Rom halt, wo ihm der Papst ein Hochamt zu seinen Ehren verweigerte. Trotzdem kam es zu einem Essen im Lateranpalast, wo Geschenke ausgetauscht werden. Frohgemut brach Lothar II. von Rom auf. In Lucca wurde er aber von einem Fieber befallen, das auch unter seinen Gefolgsleuten wütete. Auf der Weiterreise starb Lothar II. in Piacenza und wurde in der Kirche Sant’Antonino begraben.
      Nach Lothars Tod wurde das Mittelreich 870 im Vertrag von Meersen zwischen Karl dem Kahlen und Ludwig dem Deutschen aufgeteilt. Plan und Modalitäten der Teilung waren bereits 867 in der Abtei Sankt Arnulf gefasst worden; Bürgen dieses Handels waren seitens Ludwig Hinkmar von Reims, Hinkmar von Laon und Odo von Beauvais, auf Seiten Karls Erzbischof Liutbert von Mainz, Altfrid von Hildesheim und Witgar von Augsburg.
      Theutberga wurde in Lothars Todesjahr Aebtissin von Sainte-Glossinde in Metz, sie starb vor dem 25. November 875. Waldrada starb nach dem 9. April 868 als Nonne im Kloster Remiremont.
      Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Lothar_II._(Lothringen)

      Lo­thar leb­te noch in ei­ner zwei­ten Part­ner­schaft, und zwar mit ei­ner el­saes­si­schen ad­li­gen Da­me na­mens Wald­ra­da. Ihr Na­me be­geg­net erst­mals En­de 861, als sie mit Lo­thar und mit drei der vier ge­mein­sa­men Kin­der an­laess­lich ei­nes Be­su­ches in das Me­mo­ri­al­buch von Re­mi­re­mont ein­ge­tra­gen wur­de. Lo­thar hielt bis zu sei­nem Tod 869 un­be­irrt an die­ser Be­zie­hung fest, aus der drei Toech­ter und ein Sohn her­vor­gin­gen.
      Die ju­ris­ti­sche Be­wer­tung die­ser Be­zie­hung ist in der For­schung um­strit­ten. Rechts­his­to­ri­ker be­mueh­ten sich um ein­deu­ti­ge Kri­te­ri­en und un­ter­schie­den die „Munte­he“, bei der die Ehe­frau von ih­rem Vor­mund foerm­lich dem Gat­ten über­ge­ben und mit ei­ner Mit­gift (Dos) aus­ge­stat­tet wur­de, von der „Frie­de­le­he“ (von Frie­del = Freun­din, Ge­lieb­te), die un­do­tiert ge­we­sen sei und auf dem Kon­sens der Gat­ten be­ruht ha­be. Der­art kla­re ju­ris­ti­sche und ter­mi­no­lo­gi­sche De­fi­ni­tio­nen gel­ten je­doch in­zwi­schen als ana­chro­nis­tisch, denn im 9. Jahr­hun­dert wa­ren die pro­fan- und kir­chen­recht­li­chen Kon­zep­te von Ehe bei wei­tem nicht ein­deu­tig um­ris­sen oder gar aus­for­mu­liert. Zu­dem ha­ben meh­re­re Un­ter­su­chun­gen der letz­ten Jahr­zehn­te dar­ge­legt, dass die ver­meint­li­chen Quel­len zur „Frie­de­le­he“ fehl­in­ter­pre­tiert wur­den; die­se ist ein weit­ge­hend ein Kon­strukt der For­schung. Grund­saetz­lich wa­ren Ehe­schlie­ßung und Ehe­schei­dung im 9. Jahr­hun­dert An­ge­le­gen­hei­ten der Lai­en; kir­chen­recht­li­che Kri­te­ri­en für die guel­ti­ge Schlie­ßung ei­ner Ehe und für ih­re Auf­he­bung wur­den erst nach und nach for­mu­liert und durch­ge­setzt. In der Pra­xis ist von ver­schie­de­nen Aus­ge­stal­tun­gen der ehe­li­chen Ver­bin­dun­gen aus­zu­ge­hen; flie­ßen­de Ueber­gaen­ge in ei­nem wei­ten Spek­trum er­ge­ben das Bild „staer­ke­rer“ und „schwae­che­rer“ Be­zie­hun­gen. Der Grad ih­rer Ver­bind­lich­keit war ab­haen­gig von ver­moe­gens­recht­li­chen As­pek­ten, das hei­ßt in­wie­weit die be­tei­lig­ten Fa­mi­li­en die Ehe mit Gue­tern aus­stat­te­ten, und vor al­lem von der tat­saech­li­chen Macht­po­si­ti­on der Ehe­leu­te be­zie­hungs­wei­se der hin­ter ih­nen ste­hen­den Fa­mi­li­en­ver­baen­de.
      Lo­thars Ver­bin­dung mit Wald­ra­da war kei­ne un­ver­bind­li­che „Af­fae­re“ mit ei­ner „Ge­lieb­ten“. Wald­ra­da war ei­ne vor­neh­me Da­me, und die drei Toech­ter Ber­ta, Gi­se­la und Irm­gard tru­gen Na­men ka­ro­lin­gi­scher Koe­ni­gin­nen. Al­ler­dings er­hielt der ein­zi­ge Sohn kei­nen dy­nas­ti­schen Na­men. Er wur­de Hu­go ge­nannt, wie ei­ni­ge we­ni­ge Ka­ro­lin­ger hie­ßen, die nicht für die Thron­fol­ge vor­ge­se­hen wa­ren. Die­se Na­mens­wahl kenn­zeich­net ihn als Sohn min­de­ren Rechts und zeigt, dass auch die Ver­bin­dung sei­ner El­tern an­fecht­ba­rer Qua­li­tät war. In kir­chen­recht­li­chen Quel­len wur­den der­lei „Ne­ben­ver­bin­dun­gen“ oh­ne­hin als „Kon­ku­bi­na­te“ miss­bil­ligt, de­nen je­de Ver­bind­lich­keit ab­ge­spro­chen und de­ren Nach­kom­men als au­ßer­ehe­lich dif­fa­miert und als Er­ben aus­ge­schlos­sen wur­den. In ju­ris­ti­scher Hin­sicht war die Si­tua­ti­on in vie­ler Hin­sicht un­klar (auch im Hin­blick auf ein an­er­kann­tes Ver­fah­ren), und der Aus­gang der An­ge­le­gen­heit war folg­lich of­fen.
      Ei­ne Grup­pe Op­po­si­tio­nel­ler rich­te­te im Lau­fe des Jah­res 860 zwei de­tail­lier­te Fra­gen­ka­ta­lo­ge an den theo­lo­gisch wie ka­no­nis­tisch glei­cher­ma­ßen ver­sier­ten Erz­bi­schof Hink­mar von Reims (Epis­ko­pat 845-882), der die Fra­gen in Form ei­nes um­faeng­li­chen Gut­ach­tens über das Schei­dungs­be­geh­ren Lo­thars II. be­ant­wor­te­te. Da Hink­mar so­wohl die Ak­ten­stue­cke aus Aa­chen als auch die kri­ti­schen Fra­gen sei­ner Auf­trag­ge­ber im Wort­laut in sei­ne Stel­lung­nah­me auf­nahm, sind wir über die Ar­gu­men­te der Geg­ner und Be­für­wor­ter der Schei­dung recht gut in­for­miert. Hink­mar kri­ti­sier­te zahl­rei­che As­pek­te des Ver­fah­rens, gei­ßel­te Lo­thars Ehe­bruch mit sei­ner „Kon­ku­bi­ne“ (Wald­ra­da wird na­ment­lich nicht er­wähnt) und dräng­te auf ei­ne gro­ße Ver­samm­lung der Gro­ßen al­ler Reichs­tei­le, um das Pro­blem ein­ver­nehm­lich mit Lai­en und Geist­lich­keit zu loe­sen - wo­bei er als ei­ner der ma­ß­geb­li­chen Prae­la­ten ei­ne her­vor­ra­gen­de Rol­le spie­len wuer­de.
      An­ge­sichts der sich for­mie­ren­den Op­po­si­ti­on und der Ein­schal­tung des Paps­tes durch Theut­ber­ga schuf Lo­thar Fak­ten. Im April 862 trat er­neut ei­ne Bi­schofs­ver­samm­lung in Aa­chen zu­sam­men. Die­se Syn­ode ge­stat­te­te Lo­thar die Ehe mit Wald­ra­da, die noch im sel­ben Jahr zur Koe­ni­gin ge­kroent wur­de. In ei­ner Ur­kun­de vom 18. Mai, die ei­ne Schen­kung für das Frau­en­klos­ter Saint-Pier­re-les-Non­nains zum In­halt hat, wird Wald­ra­da als „sehr ge­lieb­te Ehe­frau“ zu­sam­men mit Hu­go, je­doch oh­ne die Toech­ter, er­wähnt.
      863 er­schie­nen zwei paepst­li­che Le­ga­ten im Mit­tel­reich: Sie soll­ten die An­ge­le­gen­heit un­ter­su­chen, doch be­stae­tig­ten sie Mit­te des Jah­res auf ei­ner Syn­ode in Metz - an­geb­lich auf­grund von Be­ste­chung - die Aa­che­ner Be­schlues­se und die Ehe Lo­thars mit Wald­ra­da. Zur Le­gi­ti­ma­ti­on tru­gen die Par­tei­gaen­ger Lo­thars un­ter an­de­rem vor, dass die Ehe mit Wald­ra­da die zu­erst guel­tig ge­schlos­se­ne und die zwei­te Ver­bin­dung mit Theut­ber­ga er­zwun­gen und da­mit un­guel­tig ge­we­sen sei. Die Me­tro­po­li­ten Gunthar von Köln und Theut­gaud von Trier (Epis­ko­pat 847-863) zo­gen mit dem Pro­to­koll nach Rom, wo der Papst selbst von der Recht­mae­ßig­keit der Vor­gaen­ge über­zeugt wer­den soll­te. Doch in Rom kam es En­de Ok­to­ber 863 auf ei­ner La­ter­an­syn­ode zum Eklat. Ni­ko­laus kas­sier­te die Met­zer Be­schlues­se, ex­kom­mu­ni­zier­te bei­de Erz­bi­schoe­fe und setz­te sie ab. Der Papst brach­te in ei­ner bis da­hin un­er­hör­ten Wei­se zum Aus­druck, dass er das hoechs­te Rich­ter­amt in der Kir­che in­ne hat­te (Ju­ris­dik­ti­ons­pri­mat) und be­din­gungs­lo­se Un­ter­wer­fung un­ter sei­ne Au­to­ri­tät ver­lang­te.
      Das Vor­ge­hen des Paps­tes schwaech­te Lo­thars Po­si­ti­on er­heb­lich. Sei­ne bei­den wich­tigs­ten geist­li­chen Be­ra­ter wa­ren fort­an prak­tisch oh­ne Ein­fluss; bei­de wur­den nicht wie­der in ih­re Aem­ter ein­ge­setzt. Zu­dem ver­dich­te­te sich mehr und mehr der Ein­druck, es könn­te ihm letzt­end­lich nicht ge­lin­gen, Hu­go als Thron­er­ben zu eta­blie­ren, so dass er bei sei­nem Tod das Mit­tel­reich oh­ne le­gi­ti­men Er­ben hin­ter­las­sen wuer­de.
      Zu die­sem Zeit­punkt war be­reits deut­lich ge­wor­den, dass sich Lo­thar den For­de­run­gen des Paps­tes nach Ver­soeh­nung mit Theut­ber­ga nicht beu­gen wuer­de. Ein paepst­li­cher Le­gat hat­te Theut­ber­ga 865 zu Lo­thar zu­rück­ge­führt, doch wur­de die ehe­li­che Ge­mein­schaft nicht wie­der auf­ge­nom­men. Viel­mehr stat­te­te Lo­thar 866 sei­ne „hoch­ge­schätz­te“ (das Wort Gat­tin wird ver­mie­den) Theut­ber­ga in ei­ner Ur­kun­de mit rei­chem Gue­ter­be­sitz aus, ei­ne Schen­kung, die den Cha­rak­ter ei­ner Ab­fin­dung hat­te; sie wur­de 868 mit Er­wei­te­run­gen wie­der­holt. Theut­ber­ga schrieb En­de 866 an Ni­ko­laus I., um selbst den Ver­zicht auf ih­re koe­nig­li­chen Wuer­den an­zu­bie­ten. Nun­mehr wur­de auch das Ar­gu­ment ih­rer Kin­der­lo­sig­keit vor­ge­bracht. Der Papst war in­des nicht be­reit, in die Schei­dung ein­zu­wil­li­gen.
      Der Tod des Paps­tes am 13.11.867 ließ die Hoff­nung kei­men, sein Nach­fol­ger Ha­dri­an II. (Pon­ti­fi­kat 867-872) könn­te eher zu Zu­ge­staend­nis­sen be­reit sein. Theut­ber­ga zog nach Rom, um in ei­ge­ner Per­son um die Schei­dung nach­zu­su­chen. Lo­thar ver­han­del­te mit Lud­wig dem Deut­schen und Karl dem Kah­len (Mai und Ju­ni 868), be­vor er es wag­te, sein Reich zu ver­las­sen und eben­falls nach Rom zu zie­hen, wo er im Som­mer 869 ein­traf. Nach fros­ti­gem Emp­fang ver­lie­fen ers­te Ge­sprae­che mit Papst Ha­dri­an II. er­mu­ti­gend, und Lo­thar zog in sein Reich zu­rück in der Hoff­nung auf Wie­der­auf­nah­me der Ver­hand­lun­gen. Doch er er­krank­te auf dem Rück­weg und starb am 8.8.869 in Pia­cen­za. Sei­ne bei­den Frau­en tra­ten in vor­neh­me Kloes­ter ein: Theut­ber­ga in die Met­zer Ab­tei Sain­te-Gloss­in­de, Wald­ra­da in Re­mi­re­mont. Ein tra­gi­sches En­de fand der Sohn Hu­go. Er ver­such­te 885, An­haen­ger zu ei­nem Auf­stand ge­gen Koe­nig Karl den Di­cken zu mo­bi­li­sie­ren, doch er schei­ter­te und wur­de ge­blen­det.
      Das Schei­dungs­be­geh­ren und die Durch­set­zung sei­ner Ehe mit Wald­ra­da do­mi­nier­te die po­li­ti­sche Agen­da der knapp 14-jaeh­ri­gen Re­gent­schaft Lo­thars II. Wei­te­re Ak­ti­ons­fel­der tre­ten nur ge­le­gent­lich her­vor.
      Das Ur­teil der His­to­ri­ker über Lo­thar II. ist ab­haen­gig von de­ren Ein­schaet­zung sei­ner Rol­le in der Schei­dungs­af­fae­re. Ab der 2. Haelf­te des 20. Jahr­hun­derts wur­de er als ver­ant­wor­tungs­be­wuss­ter, je­doch glück­lo­ser Koe­nig ge­se­hen, der sei­nem Reich mit Hu­go un­be­dingt ei­nen Nach­fol­ger si­chern woll­te und nicht vor­aus­se­hen konn­te, dass er bei Erz­bi­schof Hink­mar von Reims und Papst Ni­ko­laus I. auf eher­nen Wi­der­stand sto­ße wuer­de. Doch war Lo­thar nicht ein­fach ein Herr­scher oh­ne po­li­ti­sche For­tue­ne. Er und sei­ne Be­ra­ter brach­ten im­mer neue und kaum über­zeu­gen­de Sach­vor­hal­te vor, über­schätz­ten die ei­ge­nen Hand­lungs­spiel­raeu­me und ver­kann­ten die rea­len Macht­ver­hält­nis­se. Wie die Schei­dungs­geg­ner 860 an Hink­mar von Reims be­rich­te­ten, be­geg­ne­te man in der Um­ge­bung Lo­thars der Kri­tik am bis­he­ri­gen Ver­fah­ren mit voll­mun­di­gen po­li­ti­schen An­sprue­chen. Be­haup­tet wur­de bei­spiels­wei­se, dass der Koe­nig über dem Ge­setz ste­he und nicht an Vo­ten von Bi­schoe­fen und Syn­oden ge­bun­den, son­dern al­lein Gott ver­ant­wort­lich sei. Der­lei An­ma­ßun­gen wa­ren we­der kon­sens­fae­hig noch durch­setz­bar, und sol­che Fehl­ein­schaet­zun­gen wa­ren we­sent­lich ver­ant­wort­lich für das Schei­tern Lo­thars, des­sen Mit­tel­reich von der eu­ro­paei­schen Land­kar­te ver­schwand.
      gekürzt aus: Boehringer, Letha, Lothar II., in: Internetportal Rheinische Geschichte, abgerufen unter: https://rheinische-geschichte.lvr.de/Persönlichkeiten/lothar-ii./DE-2086/lido/57c943a7f37ea7.34457744 (abgerufen am 08.08.2023)

  • Quellen 
    1. [S195] Wikipedia - Die freie Enzyklopädie, Lothar II. (Lothringen).
      Lothar II. (* um 835; † 8. August 869 bei Piacenza) aus der Familie der Karolinger war von 855 bis 869 fränkischer König. - Lothar war der zweite Sohn Kaiser Lothars I. und dessen Ehefrau Irmingard von Tours.

      https://de.wikipedia.org/wiki/Lothar_II._(Lothringen)

    2. [S179] Stammlisten - Herrscherlisten, (Name: wikipedia et alt.;), Karolinger.
      Dies ist eine detaillierte Stammliste der Karolinger

      https://de.wikipedia.org/wiki/Stammliste_der_Karolinger

    3. [S180] NIEDERBERGER Ferdinand, NIEDERBERGER, Ferdinand, Die Ahnenliste der Kinder des Karl KRANZ-Niederberger von Dübendorf ZH, (Name: von Matt; Location: Stans NW; Date: 1973;), 242323772618. Kaiser Lothar I, / 242323772619. von Tours, Irmgard.
      Seite 304