Fam. Schachtler-Risi

Herzog Albrecht ASKANIER, I.

Herzog Albrecht ASKANIER, I.

männlich um 1100 - 1170  (~ 70 Jahre)


Angaben zur Person    |    Notizen    |    Quellen    |    Ereignis-Karte    |    Alle

  • Name Albrecht ASKANIER  [1, 2, 3, 4, 5] 
    Titel Herzog 
    Suffix I. 
    Geburt um 1100  Ballenstedt, Quedlinburg, Sachsen-Anhalt, Germany Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort  [3, 4, 5] 
    Geschlecht männlich 
    Dynasty Askanier  [6] 
    Titel (Nobility) Graf von Anhalt 
    Titel (Nobility) zwischen 1123 und 1170  Ballenstedt, Quedlinburg, Sachsen-Anhalt, Germany Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort 
    Graf (Ballenstedt) 
    Titel (Nobility) zwischen 1123 und 1170 
    Graf von Aschersleben 
    Titel (Nobility) zwischen 1123 und 1131  Lausitz, Elbe-Elster, Brandenburg, Germany Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort 
    Markgraf (Lausitz) 
    Titel (Nobility) zwischen 1134 und 1157  Brandenburg, Germany Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort 
    Markgraf (Nordmark) 
    Titel (Nobility) zwischen 1138 und 1142  Sachsen, Germany Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort 
    Herzog (Sachsen) 
    Titel (Nobility) zwischen 1138 und 1142  Sachsen, Germany Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort 
    Markgraf (Sachsen) 
    Titel (Nobility) zwischen 1140 und 1170 
    Graf (Orlamünde) 
    Titel (Nobility) zwischen 1150 und 1170  Brandenburg, Saxony-Anhalt, Germany Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort 
    Markgraf (Brandenburg) 1150, 1157-1170 
    Tod 18 Nov 1170  Stendal, Sachsen-Anhalt, Germany Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort  [3, 4, 5] 
    Beerdigung Ballenstedt, Quedlinburg, Sachsen-Anhalt, Germany Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort  [3, 4, 5] 
    • Klosterkirche St. Marien
    Personen-Kennung I26180  schap
    Zuletzt bearbeitet am 31 Okt 2026 

    Vater Otto ASKANIER, (von Ballenstedt),   geb. zwischen 1070 und 1073, Ballenstedt, Quedlinburg, Sachsen-Anhalt, Germany Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ortgest. um 9 Feb 1123, Ballenstedt, Quedlinburg, Sachsen-Anhalt, Germany Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort (Alter ~ 53 Jahre) 
    Beziehung natural 
    Mutter Eilika BILLUNG, (von Sachsen),   geb. zwischen 1078 und 1081   gest. 16 Jan 1142, Ballenstedt, Quedlinburg, Sachsen-Anhalt, Germany Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort (Alter ~ 64 Jahre) 
    Beziehung natural 
    Eheschließung zwischen 1094 und 1095 
    Familien-Kennung F19995  Familienblatt  |  Familientafel

    Familie Sophie VON WINZENBURG,   geb. um 1105, Winzenburg, Hildesheim, Niedersachsen, Germany Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ortgest. zwischen 25 Mrz und 7 Jul 1160, Brandenburg, Germany Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort 
    Eheschließung zwischen 1125 und 1126 
    Notizen 
    • Kinder:
      M Otto I. VON BRANDENBURG (* 1125-28, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Deutschland; + 07 Mrz / 08 Jul 1184); Markgraf von Brandenburg (Askanier)
      M Hermann I. VON WEIMAR-Orlamünde (* 1126-30, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Deutschland; + 19 Okt 1176); Graf von Weimar-Orlamünde (Askanier)
      M Bernhard III. VON SACHSEN (* 1140, Sachsen-Anhalt, Deutschland; + 09 Feb 1212, Bernburg, Sachsen-Anhalt, Deutschland); Herzog von Sachsen
      F Hedwig VON BALLENSTEDT / VON BRANDENBURG / VON SACHSEN (* 1127-40, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Deutschland; + Mrz 1203, Nossen, Meissen, Sachsen, Deutschland); (Askanier); oo (1147) Markgraf Otto der Reiche von Meißen
      M Heinrich VON SACHSEN(* ca 1135; + 1185/86); Dompropst zu Magdeburg, zuletzt Vorsteher der Domschule
      M Adalbert (* ca 1136; + 1171); Graf von Aschersleben
      M Dietrich VON SACHSEN (* ca 1133; + 1183); Graf von Werben
      F Gertrud Sybille VON BRANDENBURG / VON SACHSEN (* ca 1128); (Askanier). oo (1153) D?pold, böhmischer Fürst aus dem Geschlecht der P?emysliden
      F NN VON BALLENSTEDT (* ca 1129; + 1149<)
      F NN VON SACHSEN (* ca 1130)
      F Meregard VON SACHSEN (* 1131; + 1161)
      M Siegfried VON SACHSEN (* ca 1132; + 24 Okt 1184) (Askanier), Bischof von Brandenburg
      F Adelheid VON SACHSEN (* ca 1137; + <1162)
      M Albrecht III. VON BALLENSTEDT (* ca 1138; + ca 1172)
      M Bernhard III. VON SACHSEN (* 1140; + 1212); Graf, Herzog von Sachsen (Askanier), Graf von Aschersleben
      F Eilike VON SACHSEN (* ca 1142)
    Kinder 
     1. Hedwig VON BALLENSTEDT, (Askanier),   geb. zwischen 1127 und 1140, Brandenburg, Saxony-Anhalt, Germany Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ortgest. Mrz 1203, Nossen, Meissen, Sachsen, Germany Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort (Alter ~ 76 Jahre)  [Vater: natural]  [Mutter: natural]
     2. Hermann VON WEIMAR-ORLAMÜNDE, I,   geb. zwischen 1026 und 1130, Brandenburg, Germany Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ortgest. 19 Okt 1176 (Alter ~ 150 Jahre)  [Vater: natural]  [Mutter: natural]
     3. Otto VON BRANDENBURG, I.,   geb. zwischen 1125 und 1128, Brandenburg, Saxony-Anhalt, Germany Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ortgest. um 7 Mrz 1184 (Alter ~ 59 Jahre)  [Vater: natural]  [Mutter: natural]
     4. Bernhard ASCHERSLEBEN, (von Ballenstedt),   geb. 1140, Brandenburg, Germany Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ortgest. 9 Feb 1212, Bernburg, Saxony-Anhalt, Germany Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort (Alter 72 Jahre)  [Vater: natural]  [Mutter: natural]
     5. Gertrud VON BRANDENBURG,   geb. um 1128   gest. nach 1155, Wroclaw, Dolnoslaskie, Poland Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort (Alter ~ 28 Jahre)  [Vater: natural]  [Mutter: natural]
    Familien-Kennung F3293  Familienblatt  |  Familientafel
    Zuletzt bearbeitet am 31 Okt 2026 

  • Ereignis-Karte
    Link zu Google MapsGeburt - um 1100 - Ballenstedt, Quedlinburg, Sachsen-Anhalt, Germany Link zu Google Earth
    Link zu Google MapsTitel (Nobility) - Graf (Ballenstedt) - zwischen 1123 und 1170 - Ballenstedt, Quedlinburg, Sachsen-Anhalt, Germany Link zu Google Earth
    Link zu Google MapsTitel (Nobility) - Markgraf (Lausitz) - zwischen 1123 und 1131 - Lausitz, Elbe-Elster, Brandenburg, Germany Link zu Google Earth
    Link zu Google MapsTitel (Nobility) - Markgraf (Nordmark) - zwischen 1134 und 1157 - Brandenburg, Germany Link zu Google Earth
    Link zu Google MapsTitel (Nobility) - Herzog (Sachsen) - zwischen 1138 und 1142 - Sachsen, Germany Link zu Google Earth
    Link zu Google MapsTitel (Nobility) - Markgraf (Sachsen) - zwischen 1138 und 1142 - Sachsen, Germany Link zu Google Earth
    Link zu Google MapsTitel (Nobility) - Markgraf (Brandenburg) 1150, 1157-1170 - zwischen 1150 und 1170 - Brandenburg, Saxony-Anhalt, Germany Link zu Google Earth
    Link zu Google MapsTod - 18 Nov 1170 - Stendal, Sachsen-Anhalt, Germany Link zu Google Earth
    Link zu Google MapsBeerdigung - - Ballenstedt, Quedlinburg, Sachsen-Anhalt, Germany Link zu Google Earth
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    Pin-Bedeutungen  : Adresse       : Ortsteil       : Ort       : Region       : (Bundes-)Staat/-Land       : Land       : Nicht festgelegt

  • Notizen 
    • Albrecht I. von Brandenburg (besser bekannt als Albrecht der Bär; urkundlich ausschließlich Adalbert; * um 1100; † 18. November 1170) aus dem Haus Askanien war Graf von Ballenstedt und Orlamünde, Markgraf der Lausitz ((>1) 1123-31), Markgraf der Nordmark ((>2) 1134-1157), Herzog von Sachsen (1138-1142) und der erste Markgraf in Brandenburg (1150, 1157-1170). Er war einer der bedeutendsten mitteldeutschen Fürsten seiner Zeit und gilt als Begründer der Mark Brandenburg (>3) und des Fürstentums Anhalt.

      Albrecht war ein Sohn von Graf Otto von Ballenstedt, dieser war 1112 kurzzeitig Herzog von Sachsen. Seine Mutter Eilika war eine Tochter des mächtigen Billungerherzogs Magnus von Sachsen und Sophia, einer Tochter des ungarischen Königs Béla I. Sein Bruder Siegfried war Graf von Orlamünde.
      Nach dem Tod des Vaters 1123 übernahm Albrecht die Grafschaft Ballenstedt (>4), die Gebiete vom Ostharz in der Gegend um Aschersleben bis zum Fluss Mulde umfasste. In diesem Jahr wurde Albrecht von Herzog Lothar von Sachsen auch mit der Mark Lausitz (Niederlausitz) belehnt. In dieser Zeit muss er schon erste Kontakte zum slawischen Hevellerfürsten Pribislaw in Brandenburg geknüpft haben, denn dieser wurde später als Taufpate von Albrechts Sohn Otto bezeichnet, der in dieser Zeit geboren wurde. 1131 erkannte ihm der spätere Kaiser Lothar III. den Titel eines Lausitzer Markgrafen wieder ab. In den Jahren 1132/1133 nahm Albrecht am Italienfeldzug Lothars teil.
      1134 ernannte dieser ihn zum Markgrafen der Nordmark, eines Gebietes östlich der Elbe, das damals weitestgehend unter slawischer Herrschaft stand, wahrscheinlich von Pribislaw. Möglicherweise konnte er aber schon kleinere Gebiete westlich der Havel kontrollieren. Diese Uebertragung beinhaltete den Anspruch auf eine Territorialherrschaft im gesamten Gebiet, die ihm schließlich 1150 und 1157 das Recht einräumte, die Markgrafschaft Brandenburg zu übernehmen.
      Um 1134 überließ der Kaiser dem Askanier zudem das thüringische Erbe über die Grafschaft Weimar-Orlamünde (>5). Die Brakteaten seiner Grafschaft sind wahrscheinlich das früheste Zeugnis der Münzstätte Weimar.
      Um 1138/40 war Albrecht an der Gründung des Prämonstratenserstifts in Leitzkau beteiligt, das zu seinem Herrschaftsgebiet der Nordmark gehörte. Er wurde dort Vogt und übernahm Schutzrechte.
      Nach dem Tod Kaiser Lothars III. am 3. Dezember 1137 berief Kaiserin Richenza (>6) für den 2. Februar 1138 (Mariae Lichtmess) einen Fürstenkonvent nach Quedlinburg ein, um einen neuen römisch-deutschen König wählen zu lassen und um die Machtverhältnisse in Sachsen gemäß der Disposition des verstorbenen Kaisers zu regeln. Richenza favorisierte ihren Schwiegersohn, den Welfen Heinrich den Stolzen (>7). Albrecht der Bär hatte über seine Mutter Eilika, die jüngere Erbtochter des vorvormaligen Herzogs von Sachsen, auch ein Erbfolgeanrecht auf das Herzogtum. Er hintertrieb die Wahl, indem er die für den Konvent angelegten Vorräte vernichten sowie in der Stadt plündern und brandschatzen ließ. Verabredungen mit den Staufern waren dieser Tat nicht vorausgegangen. Albrecht hatte die Haltung Friedrichs II. und Konrads vorhergeahnt und die Initiative ergriffen. Damit wurde Albrecht Steigbügelhalter für die am 7. März 1138 in Koblenz stattfindende Wahl Konrads von Hohenstaufen (>8) zum König.
      Der um die Königswürde gebrachte Heinrich übergab dem neugewählten König zwar die Reichsinsignien, unterwarf sich diesem aber nicht. Vom jetzt ausbrechenden Krieg zwischen Staufern und Welfen, bei dem es in erster Linie um das Herzogtum Bayern ging, profitierte Albrecht, der als wichtigster antiwelfischer Parteigänger im norddeutschen Raum zeitweise eine entscheidende Rolle spielte. Um die Position der Welfen weiter zu schwächen, erkannte Konrad III. das Sukzessionsrecht Albrechts an und belehnte ihn mit dem Herzogtum Sachsen.
      Mehrere sächsische Fürsten und Markgrafen aus der Anhängerschaft Heinrichs des Stolzen schlossen sich noch 1138 in einem Waffengang gegen Albrecht zusammen. Erste Kämpfe konnte Albrecht mit Unterstützung der Staufer gewinnen, doch schon Ende 1138 gelang es seinen Gegnern, die Bernburg im askanischen Land, auf der Albrechts Mutter Eilika residierte, niederzubrennen. Nach weiteren Niederlagen endete bereits 1139 Albrechts tatsächliche Macht in Sachsen, auch wenn er noch bis 1142 formal Herzog von Sachsen blieb; die Unterstützung der Staufer war nurmehr halbherzig, und einige ehemalige Parteigänger Albrechts wechselten in das Lager Heinrichs des Stolzen. Auf dem Frankfurter Reichstag im Mai 1142 wurde Heinrichs Sohn Heinrich der Löwe (>9) mit dem Herzogtum Sachsen belehnt. Nach des Königs Tod wurde 1152 Friedrich Barbarossa (>10) Herrscher im Reich; dieser unterstützte in der Folgezeit den Welfen Heinrich.
      Politisch-Geografische Situation im Osten: https://de.wikipedia.org/wiki/Albrecht_I._(Brandenburg)#Politisch-Geografische_Situation_im_Osten
      Mit der zweiten Phase der Ostsiedlung trieb Albrecht der Bär die expansionistische Ostpolitik der Askanier entscheidend voran. Dabei erwies er sich als geschickter Diplomat. Schon in den Jahren 1123-1125 knüpfte er Kontakte zu Pribislaw-Heinrich, einem Abkömmling der Hevellerfürsten. Pribislaw wollte Fürst der Heveller werden und knüpfte zu diesem Zweck ein Bündnis mit Albrecht. So wurde er Taufpate von Albrechts erstem Sohn, Otto I., und übergab Otto als Patengeschenk die an den askanischen Streubesitz angrenzende Zauche (>11). Zugleich gab er Albrecht die Zusage, dass er nach Pribislaws Tod dessen Erbe und Nachfolger würde. Dafür versprach ihm Albrecht, das Fürstentum in Besitz zu nehmen, was wohl gegen 1127 gelang. 1134 ernannte Kaiser Lothar Albrecht zum Markgrafen der Nordmark und erhob den Heveller Pribislaw-Heinrich in den Königstand (später wieder aberkannt). Mit dieser Maßnahme wollte Lothar vermutlich weiteren Machtausdehnungen des Askaniers von vornherein einen Riegel vorschieben. Aus ähnlichen Absichten soll die königliche Kanzlei ihn ab ca. 1140 Markgraf von Brandenburg genannt haben, um zu dokumentieren, dass sein Machtbereich der königlichen Herrschaft untersteht. Nach dem Tod Pribislaw-Heinrichs im Jahre 1150 konnte Albrecht die Residenz der Heveller, die Burg Brandenburg, aufgrund der Abmachungen ohne Kampf übernehmen. Damals soll er noch beabsichtigt haben, eine vom König unabhängige Herrschaft über die brandenburgischen Slawen zu errichten. Die Burg Spandau ließ er als askanische Burg neu errichten. Mit diesen Ereignissen wird das Jahr 1150 (statt 1157) von verschiedenen Historikern als der eigentliche Beginn der Geschichte der Mark Brandenburg betrachtet.
      Die Bevölkerung der Heveller, die im Gegensatz zu ihrem Fürsten zum Teil noch den alten slawischen Gottheiten nachhing, stand Albrechts Machtübernahme eher ablehnend gegenüber. So konnte der Sprewanenfürst Jaxa von Köpenick, der mit Pribislaw-Heinrich möglicherweise verwandt war und nach dessen Tod ebenfalls Anspruch auf Brandenburg erhob, mit einer Mischung aus Verrat, Bestechung, List und Gewalt und mit polnischer Hilfe die Burg Brandenburg besetzen und die Macht im Hevellerland an sich reißen.
      Am 11. Juni 1157 konnte Albrecht in blutigem Kampf die Burg Brandenburg endgültig zurückerobern, Jaxa von Köpenick vertreiben und eine neue Landesherrschaft auf slawischem Boden begründen. Nachdem ihm der Titel schon zuvor mehrfach zugewiesen worden war, nannte er sich mit einer Urkunde vom 3. Oktober 1157 erstmals auch selbst Markgraf von Brandenburg (Adelbertus Die gratia marchio in Brandenborch). Daher gilt das Jahr 1157 als das tatsächliche Gründungsjahr der Mark Brandenburg. Dieses Datum bekam einen offiziellen Anstrich nicht zuletzt mit dem 2007 gefeierten 850. Geburtstag der Mark.
      Wahrscheinlich noch 1157 rief Albrecht der Bär Siedler in die neue Mark, die insbesondere aus der Altmark, dem Harz, Flandern und den Rheingebieten in das Land kamen. Eine wichtige Rolle spielten dabei Holländer, die nach verheerenden Sturmfluten im eigenen Land gerne neue Siedlungsgebiete annahmen und mit ihrer Erfahrung im Deichbau zu den Eindeichungen von Elbe und Havel beitrugen, die in den 1160er Jahren in Angriff genommen wurden. Die Siedlungspolitik und Stabilisierung der jungen Mark Brandenburg wurde von Albrechts Sohn, Otto I., mit Geschick fortgesetzt.
      Nach 1157 wandte sich Albrecht wieder Angelegenheiten im Reich zu, bereits am 23. Juni 1157 war er in Goslar. Spuren seiner Tätigkeit in der Mark Brandenburg sind aus den Urkunden seiner Zeit nicht zu erkennen, er ist kein einziges Mal dort sicher bezeugt. Dafür widmete er sich der Entwicklung in der Altmark, den Ort Stendal stattete er 1160 mit dem Marktrecht aus.
      Um 1163 bildete sich aufgrund seiner harten Politik ein Bündnis gegen Heinrich den Löwen heraus, das zu Beginn von Albrecht dem Bären angeführt wurde. Selbst sächsische Fürsten schlossen sich der Opposition an. Im Winter 1166 brachen offene Kämpfe aus, die mit der Belagerung der welfischen Burg Haldensleben bei Magdeburg durch Albrecht, den Magdeburger Erzbischof Wichmann und durch Landgraf Ludwig den Eisernen von Thüringen begannen. Trotz des Einsatzes von Belagerungsmaschinen konnte die Burg nicht eingenommen werden. Nach einem vorübergehenden Waffenstillstand im März 1167 gingen die Koalitionskräfte, denen sich weitere Fürsten und kirchliche Würdenträger angeschlossen hatten, im Sommer 1167 erneut mit Waffengewalt gegen Heinrich vor. Goslar, Althaldensleben und die Burg Niendorf wurden erobert; weitere sächsische Burgen und Häuser wurden zerstört, Städte wurden eingeäschert.
      Auf Fürstenversammlungen im Juni 1168 konnte Kaiser Barbarossa die Gegner zum erst unbeständigen und am 24. Juni 1170 zum dauerhafteren Frieden zwingen. Der Kaiser bewahrte Heinrich damit vor dem Verlust der Macht - Albrecht der Bär und die mit ihm verbündeten Kräfte konnten die Stellung des Welfen letztlich nicht erschüttern.
      Die Teilnahme des nunmehr 70-jährigen Albrecht am Reichstag am 24. Juni 1170 ist belegt. Das letzte bekannte Dokument bezeugt Albrechts Teilnahme an der Weihe des Havelberger Doms am 16. August 1170, drei Monate vor seinem Tod am 18. November 1170. Der Sterbeort ist nicht belegt. Es kommen neben anderen Möglichkeiten, am wahrscheinlichsten Havelberg oder das Ballenstedter Kollegiatstift St. Pancratius und Abundus in Betracht, das von seinen Vorfahren gestiftet wurde. Möglicherweise war dies, einer Sitte der Zeit, sein letzter Rückzugsort, um sich dort auf den Tod vorzubereiten.
      Albrecht war mit einer Sophia verheiratet. Diese wird meist mit Sophie von Winzenburg identifiziert. Es sind insgesamt zehn Kinder in Chroniken und Urkunden genannt.
      Albrechts Nachkommen entwickelten die Mark Brandenburg bis zum späten 13. Jahrhundert zu einem der größten Fürstentümer ihrer Zeit. Nach deren Aussterben im Mannesstamm 1319/20 führten weitere Geschlechter die Mark.
      Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Albrecht_I._(Brandenburg)
      -----
      >1: https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Markgrafen_der_Niederlausitz
      >2: https://de.wikipedia.org/wiki/Nordmark
      >3: https://de.wikipedia.org/wiki/Mark_Brandenburg
      >4: https://de.wikipedia.org/wiki/Schloss_Ballenstedt
      >5: https://de.wikipedia.org/wiki/Grafschaft_Weimar-Orlam%C3%BCnde
      >6: https://de.wikipedia.org/wiki/Richenza_von_Northeim
      >7: https://de.wikipedia.org/wiki/Heinrich_der_Stolze
      >8: https://de.wikipedia.org/wiki/Konrad_III._(HRR)
      >9: https://de.wikipedia.org/wiki/Heinrich_der_L%C3%B6we
      >10: https://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_I._(HRR)
      >11: https://de.wikipedia.org/wiki/Zauche

  • Quellen 
    1. [S195] Wikipedia - Die freie Enzyklopädie, Albrecht I. (Brandenburg).
      Albrecht I. von Brandenburg (besser bekannt als Albrecht der Bär; urkundlich ausschließlich Adalbert; * um 1100; † 18. November 1170) aus dem Haus Askanien war Graf von Ballenstedt und Orlamünde, Markgraf der Lausitz (1123–31), Markgraf der Nordmark (1134–1157), Herzog von Sachsen (1138–1142) und der erste Markgraf in Brandenburg (1150, 1157–1170). Er war einer der bedeutendsten mitteldeutschen Fürsten seiner Zeit und gilt als Begründer der Mark Brandenburg und des Fürstentums Anhalt. - Albrecht war ein Sohn von Graf Otto von Ballenstedt, dieser war 1112 kurzzeitig Herzog von Sachsen. Seine Mutter Eilika war eine Tochter des mächtigen Billungerherzogs Magnus von Sachsen und Sophia, einer Tochter des ungarischen Königs Béla I.

      https://de.wikipedia.org/wiki/Albrecht_I._(Brandenburg)

    2. [S188] Community, _GeneaNet, (Name: Geneanet SAS; Location: 165 bis, rue de Vaugirard / 75015 Paris / France; Date: 1996;), _Familiengeschichte von Patrick WILD, +(33)1 42 74 40 30.
      Stammbaumbesitzer : Patrick WILD (pwild1)

      A Glarus family tree that goes back to the beginnings of church records in the canton of Glarus, as something as far back as the 16th century. - Interested people can also read a lot of background information on my website www.glarusfamilytree.com. Immerse yourself and discover the wealth of information about Glarus and its families.

      https://gw.geneanet.org/pwild1

    3. [S175] FamilySearch.org, FamilySearch FamilyTree, (Location: https://www.familysearch.org/de/;), Foundation for Medieval Genealogy.
      https://fmg.ac/Projects/MedLands/BRANDENBURG,%20PRUSSIA.htm#AlbrechtMgfdied1170B

    4. [S175] FamilySearch.org, FamilySearch FamilyTree, (Location: https://www.familysearch.org/de/;), Foundation for Medieval Genealogy.
      https://fmg.ac/Projects/MedLands/SAXON%20NOBILITY.htm#AlbrechtMgfdied1170A

    5. [S292] FamilySearch.org, Find a Grave Index, "Find a Grave Index", FamilySearch (https://www.familysearch.org/ark:/61903/1:1:QVLX-H79Z : Wed Apr 02 14:39:00 UTC 2025), Entry for Albert I of Brandenburg.
      https://familysearch.org/ark:/61903/1:1:QVLX-H79Z

    6. [S179] Stammlisten - Herrscherlisten, (Name: wikipedia et alt.;), Askanier.
      Die Askanier sind ein altsächsisches Hochadelsgeschlecht, das seit dem 11. Jahrhundert namentlich historisch nachweisbar ist und dessen Stammburgen Aschersleben, Ballenstedt, Bernburg und Anhalt sich im heutigen Sachsen-Anhalt befinden. Die Burg Anhalt liegt im Harz nordöstlich von Harzgerode und ist heute eine Ruine. Die Bezeichnung Askanier entstand aus der Latinisierung des Burgsitzes Aschersleben. Die Askanier werden auch als Haus Anhalt und als Anhaltiner bezeichnet, da seit dem Ende des 17. Jahrhunderts nur noch der anhaltinische Zweig existiert. Albrecht der Bär wurde 1138 Herzog von Sachsen und mit der Beherrschung der Mark Brandenburg 1150 der erste Markgraf im vormals slawischen Siedlungsraum. Im Jahr 1180 gelangten östliche Gebiete des Stammesherzogtums Sachsen an den Askanier Bernhard von Sachsen. Als Herzöge von Sachsen-Wittenberg erhielt die Familie 1356 die erbliche Kurwürde. Das Geschlecht beherrschte Anhalt-Dessau, Anhalt-Bernburg, Anhalt-Koethen, Anhalt-Zerbst, Anhalt-Plötzkau und Anhalt-Aschersleben. Alexius Friedrich Christian von Anhalt-Bernburg erlangte im April 1806 als erster der anhaltischen Fürsten die Herzogswürde. Bei Anhalt-Koethen und Anhalt-Dessau wurde der Herzogtitel 1807 angenommen. Seit 1863 existiert nur noch die Dessauer Linie, die aufgrund der Novemberrevolution im Jahr 1918 ihren Thronverzicht im Herzogtum Anhalt erklärte und deren Familienoberhaupt seit 1963 Eduard Prinz von Anhalt ist.

      mit Herrscherliste und
      Die Stammliste der Askanier nennt die Askanier angefangen bei dem ersten nachweisbaren Mitglied dieses deutschen Uradelsgeschlechts, das nachträglich als Adalbert von Ballenstedt bezeichnet wurde.

      https://de.wikipedia.org/wiki/Stammliste_der_Askanier