Fam. Schachtler-Risi

Graf Friedrich VON OESTERREICH, III.

Graf Friedrich VON OESTERREICH, III.

männlich 1289 - um 1330  (41 Jahre)


Angaben zur Person    |    Medien    |    Notizen    |    Quellen    |    Ereignis-Karte    |    Alle

  • Name Friedrich VON OESTERREICH  [1] 
    Titel Graf 
    Suffix III. 
    Geburt 1289  Wien, Vienna, Austria Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort 
    Geschlecht männlich 
    aka 1289 
    Friedrich I., Herzog von Oesterreich und der Steiermark 
    AlsoKnownAs Friedrich III., römisch-deutscher König 
    Dynasty Habsburg  [2] 
    Find A Grave https://de.findagrave.com/memorial/42581501/friedrich_i-von_habsburg 
    Name Change 1289 
    von Habsburg --> von Oesterreich 
    Titel (Nobility) 1289  Habsburg, Aargau, Switzerland Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort 
    Graf (Habsburg) als zweitältester Sohn des Herzogs und späteren römisch-deutschen Königs Albrecht I. 
    Titel (Nobility) 1289  Austria Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort 
    Herzog (Oesterreich) 
    Titel (Nobility) 1314 
    König (HRR) Gegenkönig 
    Tod um 13 Jan 1330  Gutenstein, Wiener Neustadt-Land, Lower Austria, Austria Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort 
    Beerdigung nach 1789  Wien, Vienna, Austria Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort 
    • Herzogsgruft im Stephansdom
    Personen-Kennung I23601  schap
    Zuletzt bearbeitet am 4 Nov 2026 

    Vater Graf Albrecht VON HABSBURG, V.,   geb. Jul 1255, Rheinfelden, Aargau, Switzerland Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ortgest. 1 Mai 1308, Königsfelden, Windisch, Aargau, Switzerland Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort (Alter ~ 52 Jahre) 
    Beziehung natural 
    Mutter Gräfin Elisabeth VON GÖRZ-TIROL,   geb. vor 1262, München, Bavaria, Germany Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ortgest. 28 Okt 1313, Wien, Vienna, Austria Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort (Alter > 51 Jahre) 
    Beziehung natural 
    Eheschließung 20 Nov 1274  Wien, Vienna, Austria Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort 
    Notizen 
    • Kinder:
      F Anna VON HABSBURG (* ca 1275, Wien, Niederösterreich, Österreich; + 1327); oo1 (1295) Hermann von Brandenburg (+ 1308); oo2 (1310) Heinrich VI. von Schlesien-Breslau (1294-1335)
      F Agnes VON HABSBURG (* ca 1281, Wien, Niederösterreich, Österreich, + 11 Jun 1364, Königsfelden, Windisch AG, Schweiz); oo (1296) Andreas III. von Ungarn (+ 1301)
      M Rudolf III. VON HABSBURG (* ca 1281, Wien, Niederösterreich, Österreich; + 04 Jul 1307, Horaschdowitz, Tschechien); oo1 (1300) Blanche von Frankreich (ca 1285-1305); oo2 (1306) Elisabeth von Polen (1286/88-1335)
      F Elisabeth VON HABSBURG (* ca 1285, Wien, Niederösterreich, Österreich; + 1352)
      M Friedrich I. (der Schöne) VON HABSBURG (* 1289, Wien, Niederösterreich, Österreich; + 13 Jan 1330, Gutenstein, Wiener Neustadt-Land, Niederösterreich, Österreich)
      M Leopold I. (der Glorwürdige) VON HABSBURG (* 04 Aug 1290, Wien, Niederösterreich, Österreich; + 28 Feb 1326, Strassburg, Bas-Rhin, Elsass, Frankreich)
      F Katharina VON HABSBURG (* Okt 1295, Wien, Niederösterreich, Österreich; + 18 Jan 1323, Neapel, Kampanien, Italien)
      M Albrecht II. (der Weise / Lahme) VON HABSBURG (* 12 Dez 1298, Habsburg AG, Schweiz; + 16 Aug 1358, Wien, Niederösterreich, Österreich)
      M Heinrich (der Sanftmütige oder Freundliche) VON HABSBURG (* 15 Mai 1299, Wien, Niederösterreich, Österreich; + 03 Feb 1327, Bruck an der Mur, Steiermark, Österreich)
      M Meinhard VON HABSBURG (* ca 1300, Wien, Niederösterreich, Österreich; + 1301, Wien, Niederösterreich, Österreich)
      M Otto (der Fröhliche) VON HABSBURG (* 23 Jul 1301, Wien, Niederösterreich, Österreich; + 17 Feb 1338, Neuberg, Bruck-Mürzzuschlag, Steiermark, Österreich)
      F Jutta / Gutta VON HABSBURG (* 1302, Wien, Niederösterreich, Österreich; + 06 Mrz 1329, Wien, Niederösterreich, Österreich)

      Neun weitere Kinder des Ehepaares starben unmittelbar nach der Geburt. Sie blieben namenlos und wurden in der Dreikönigskapelle in Tulln in Niederösterreich bestattet.
    Familien-Kennung F2437  Familienblatt  |  Familientafel

    Familie Infantin Elisabeth (Isabella) VON ARAGÓN,   geb. zwischen 1300 und 1302   gest. 12 Jul 1330 (Alter ~ 30 Jahre) 
    Eheschließung 14 Okt 1313  Barcelona, Catalonia, Spain Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort 
    • königliches Schloss
    Notizen 
    • Kinder:
      M Friedrich II. (*/+ 1316)
      F Elisabeth (* 1317; + 23 Okt 1336)
      F Anna (* 1318; + 14 Dez 1343). oo1 (1328, Landshut) Herzog Heinrich III. von Niederbayern (1312–1333). oo2 (1336, Görz) Graf Johann von Görz (1322–1338).
    Familien-Kennung F18003  Familienblatt  |  Familientafel
    Zuletzt bearbeitet am 4 Nov 2026 

  • Ereignis-Karte
    Link zu Google MapsGeburt - 1289 - Wien, Vienna, Austria Link zu Google Earth
    Link zu Google MapsTitel (Nobility) - Graf (Habsburg) als zweitältester Sohn des Herzogs und späteren römisch-deutschen Königs Albrecht I. - 1289 - Habsburg, Aargau, Switzerland Link zu Google Earth
    Link zu Google MapsTitel (Nobility) - Herzog (Oesterreich) - 1289 - Austria Link zu Google Earth
    Link zu Google MapsEheschließung - 14 Okt 1313 - Barcelona, Catalonia, Spain Link zu Google Earth
    Link zu Google MapsBeerdigung - nach 1789 - Wien, Vienna, Austria Link zu Google Earth
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    Pin-Bedeutungen  : Adresse       : Ortsteil       : Ort       : Region       : (Bundes-)Staat/-Land       : Land       : Nicht festgelegt

  • Fotos
    Friedrich VON HABSBURG
    Friedrich VON HABSBURG
    Antoni Boys (genannt Anton Waiss): Friedrich der Schöne, Historiengemälde, zwischen 1579 und 1587.

  • Notizen 
    • Nicht zu verwechseln mit:
      Kaiser Friedrich III. (1415–1493): Ein deutlich späterer habsburgischer Regent. Da der Proband (Friedrich der Schöne) als Gegenkönig oft als Friedrich III. gezählt wird, kommt es in Regentenlisten regelmässig zu Verwechslungen mit diesem ersten habsburgischen Kaiser des Heiligen Römischen Reiches.
      Friedrich der Streitbare (1211–1246): Der letzte babenberger Herzog von Österreich und der Steiermark. Er wird aufgrund des Titels „Herzog von Österreich“ und der geografischen Nähe in Wien oft mit den frühen habsburgischen Herzögen verwechselt.
      Ludwig der Bayer (1282–1347): Der Wittelsbacher Kaiser, der der engste Jugendfreund, spätere erbitterte Rivale um die deutsche Krone und schliesslich der einvernehmliche Mitregent des Probanden war. Ihre Lebensläufe sind in der berühmten Schlacht bei Mühldorf untrennbar miteinander verknüpft.
      Albrecht I. von Habsburg (1255–1308): Der Vater des Probanden. Als römisch-deutscher König und Herzog von Österreich legte er das Fundament für Friedrichs späteren Anspruch auf die Königskrone.
      Friedrich I. Barbarossa (1122–1190): Der legendäre Staufer-Kaiser. Obwohl er einer ganz anderen Epoche angehört, sorgt die Kombination aus dem Namen Friedrich und dem prägnanten Beinamen im allgemeinen historischen Gedächtnis gelegentlich für vorschnelle Assoziationen.
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      Friedrich der Schöne (* 1289 in Wien; † 13. Januar 1330 in Gutenstein) aus dem Adelsgeschlecht der Habsburger (>1) war ab 1314 römisch-deutscher König.
      Nach dem Tod Kaiser Heinrichs VII. 1313 wurden im folgenden Jahr im römisch-deutschen Reich mit dem Wittelsbacher Ludwig dem Bayern und dem Habsburger Friedrich zwei Könige gewählt und gekrönt, da das Votum der Kurfürsten gespalten war. Jahrzehnte vor den eindeutigen Regeln der Goldenen Bulle (>2) wurde über die Rechtmäßigkeit der römischen Königswahl erbittert gestritten. Bewaffnete Auseinandersetzungen führten in der Schlacht bei Mühldorf (>3) 1322 zu einer Vorentscheidung für die wittelsbachische Seite. Friedrich wurde für drei Jahre inhaftiert. Konflikte mit der Kurie und mit Friedrichs Brüdern zwangen Ludwig zu einem Ausgleich. Der Münchner Vertrag vom September 1325 zwischen Ludwig und Friedrich begründete mit einer gleichberechtigten Doppelherrschaft ein in der mittelalterlichen Reichsgeschichte singuläres Verfassungskonstrukt. Friedrich spielte jedoch im Reich fortan nur noch eine Nebenrolle, während Ludwig die Kaiserkrone errang.
      Nunmehr trat Friedrich besonders auf dem Gebiet der Stiftungen hervor, die er als Mittel der Herrschaftslegitimierung und -stabilisierung einsetzte. Unter ihm verlagerte sich der Schwerpunkt von den habsburgischen Stammlanden im Westen in die neuen Herzogtümer im Osten. Zugleich ebnete er den Weg für Wien als habsburgische Residenz. Den Beinamen „der Schöne“ erhielt Friedrich erst im 16. Jahrhundert. Die freiwillige Rückkehr des Habsburgers in die Gefangenschaft Ludwigs des Bayern wurde im 19. Jahrhundert vielfach künstlerisch verarbeitet.

      Friedrich gehörte der Familie der Habsburger an. Dieses adlige Geschlecht lässt sich auf einen um die Mitte des 10. Jahrhunderts lebenden Guntram zurückverfolgen. Zu den Enkeln Guntrams gehörten Radbot und Bischof Werner von Straßburg. Einer von beiden soll um 1020/30 die Habichtsburg/Habsburg (>4) errichtet haben. Der habsburgische Besitz basierte auf Allod zwischen Reuss und Aare mit der namengebenden Burg und Klostervogteien in der Nordschweiz, im Schwarzwald und im Elsass. Durch das Aussterben der Zähringer (>5) 1218 stiegen die Habsburger zur führenden Familie zwischen Oberrhein und Alpen auf.
      Friedrich war einer der Enkel Rudolfs von Habsburg, des ersten römisch-deutschen Königs aus dem Haus Habsburg. Im Jahr 1282 belehnte Rudolf seine Söhne Albrecht I. und Rudolf II. mit den Ländern Österreich, der Steiermark, Krain und der Windischen Mark. Die dem Reich heimgefallenen Lehen konnte Rudolf als König an seine Familienangehörigen vergeben. Sieben Jahre später wurde Friedrich als zweiter Sohn des Herzogs und späteren Königs Albrecht I. und der Elisabeth geboren. Aus der Ehe gingen insgesamt 21 Kinder hervor. Friedrichs Mutter stammte von den Grafen von Tirol-Görz ab. Ihm wurde als erstem Habsburger der für die Babenberger (>6) typische Name Friedrich verliehen. Mit diesem Leitnamen wurde Friedrich in die Tradition der Babenberger Herzöge gestellt. Damit sollte die beginnende Integration der Dynastie in den östlichen Herzogtümern, mit welchen die Habsburger 1282 belehnt worden waren, gefördert werden. Friedrich, sein älterer Bruder Rudolf und der jüngere Bruder Leopold wurden am 21. November 1298 in Nürnberg von Albrecht zu gesamter Hand mit Österreich, Steiermark, Krain, der Windischen Mark und Portenau belehnt.
      Nach einer Quelle aus dem Augustinerchorherrenstift Dießen vom Jahr 1365 haben Friedrich und sein späterer Rivale Ludwig einen Teil ihrer Kindheit zusammen in Wien am Hof Herzog Albrechts I. von Österreich verbracht. Sie waren Vettern, denn Ludwigs Mutter Mechthild war eine Enkelin Rudolfs I. von Habsburg und Friedrichs Mutter Elisabeth eine Enkelin des Wittelsbachers Otto II. In Wien sollen Friedrich und Ludwig die litterae gelernt haben, also in Latein unterrichtet worden sein. Allerdings gibt es für Lateinkenntnisse Ludwigs und Friedrichs keine sonstigen Belege.
      Am 17. Januar 1303 trat Friedrich erstmals aktiv hervor, indem er das schwäbische Kloster Zwiefalten privilegierte. Daraus lässt sich schließen, dass er von seinem Vater Regierungsbefugnisse für die westlichen Territorien erhalten hatte. Er regierte jedoch nicht selbständig, da er sich in den folgenden Jahren meist in der Umgebung seines Vaters aufhielt. Friedrichs älterer Bruder Rudolf wurde im Oktober 1306 zum König von Böhmen erhoben, verstarb jedoch bereits 1307. Im Jahr 1306 übernahm Friedrich von seinem älteren Bruder die Herrschaft in den Herzogtümern Österreich und Steiermark. Zu seinen Aufgaben gehörten neben der Bestätigung von Privilegien Rechtsgeschäfte wie die Verleihung des Grazer Stadtrechts an Voitsberg. Friedrichs Vater, König Albrecht, fiel am 1. Mai 1308 einem Mordanschlag seines Neffen Johann Parricida zum Opfer. Johann hatte Albrecht am selben Tag zum wiederholten Mal vergeblich darum gebeten, seine Erbansprüche anzuerkennen und ihm einen eigenen Herrschaftsbereich zuzuweisen.
      Nach dem Tod des Vaters war Friedrich der älteste der überlebenden Söhne. Zu den Aufgaben, die sich den Erben stellten, gehörten die Durchsetzung der habsburgischen Ansprüche auf die böhmische Königskrone, eine mögliche Kandidatur des ältesten Sohnes bei der anstehenden Wahl des römisch-deutschen Königs und die Verfolgung der Mörder ihres Vaters. Friedrich erhob Anspruch auf die Königsnachfolge seines Vaters, doch die Kurfürsten einigten sich auf den luxemburgischen Grafen Heinrich. Leopold übernahm die Verfolgung der Königsmörder, während Friedrich sich auf den Kampf um das böhmische Erbe im Osten konzentrierte. In Mähren rückte Friedrich mit einem Heer ein, doch in Böhmen brach die habsburgische Herrschaft bald zusammen. Die Stände wählten den Meinhardiner Herzog Heinrich von Kärnten zum König. Friedrich stieß zwar bis Prag vor, konnte jedoch mit seinem Heer keinen Umschwung bewirken. Daher verzichtete er im Znaimer Vertrag vom 14. August 1308 auf das Königreich Böhmen und erhielt dafür von Heinrich von Kärnten 45'000 Mark Pfennige.
      Zum Zweck einer Verständigung mit dem neuen König reiste Friedrich im Sommer 1309 zum Hoftag nach Speyer. Die Verhandlungen waren ausgesprochen schwierig, wozu vor allem Friedrichs prunkhaftes Auftreten mit großem Gefolge beigetragen haben dürfte. Als Friedrich schon abreisen wollte, kam doch noch am 17. September 1309 eine Einigung zustande. Friedrich verzichtete auf die böhmische Krone und sagte dem König für die Gewinnung Böhmens Unterstützung durch Heeresfolge und ein Darlehen zu. Außerdem versprach er Heinrich Heeresfolge gegen Friedrich den Freidigen und für den geplanten Romzug. Im Gegenzug erteilte Heinrich Friedrich und dessen Brüdern die Gesamtbelehnung für alle ihre Besitzungen. Johann und seine Gesinnungsgenossen Rudolf von Balm, Rudolf von Wart und Walter von Eschenbach wurden als die Mörder König Albrechts vom König als Majestätsverbrecher geächtet. Ihr Nachlass wurde den Habsburgern zugesprochen. Heinrich stimmte auch der Überführung der Gebeine Albrechts I. aus dem Zisterzienserkloster Wettingen in die Königsgrablege des Speyerer Doms zu.
      Ein Jahr später erkrankte Friedrich so schwer, dass er von Vielen schon für tot gehalten wurde, so dass man ihn herumführte, um zu beweisen, dass er noch lebte.
      Friedrich und Ludwig versuchten rivalisierend ihren Einfluss in Niederbayern auszubauen. Ludwig war seit 1312 Vormund der minderjährigen Herzöge Heinrich XIV., Heinrich XV. und Otto IV. Die niederbayerischen Herzogswitwen Agnes und Judith wollten hingegen die Vormundschaft über die Söhne an die Habsburger übertragen. Bei Verhandlungen im Kloster Aldersbach und in Landau konnten die beiden Gegner keine Lösung erzielen. Aus der sogenannten Schlacht von Gammelsdorf (>7) westlich von Landshut im November 1313 ging Ludwig als Sieger hervor.
      Ein Vertrag, den Friedrich und Ludwig am 17. April 1314 in Salzburg schlossen, beendete die Auseinandersetzungen. Sie schliefen gemeinsam in einem Bett und verdeutlichten damit nach dem Bericht Johanns von Viktring die „vollständige Einigung und Ausräumung aller offenen Streitigkeiten“. Dieses Ritual war weit verbreitet und ist vielfach bezeugt. Friedrich, der an der verlorenen Schlacht nicht teilgenommen hatte, wurde durch die Niederlage aus Niederbayern verdrängt. Dort konnte sich Ludwig nun den Zugriff auf die Herrschaft sichern. Zugleich festigte er seine Stellung im Südosten des Reiches. Für Bernhard Lübbers stellte Ludwigs Sieg über Friedrich einen „Meilenstein“ auf dem Weg zum römisch-deutschen Thron dar.
      Als Herzog von Österreich und der Steiermark nahm Friedrich wohl erstmals 1311 Kontakt zur Krone Aragón auf. Mit dem aragonesischen König Jayme II./Jakob II. verhandelte er über eine Ehe mit dessen dritter Tochter Isabella [Elisabeth[ von Aragón, denn er konnte im Reich keine passende Gemahlin finden. Die Habsburger waren bereits mit allen großen Fürstengeschlechtern verwandt. Das aragonesische Heiratsprojekt war zu dieser Zeit weniger auf das römisch-deutsche Königtum ausgerichtet als auf einen Prestigegewinn in einer rangbewussten Gesellschaft; es sollte die politische Vernetzung über die Grenzen des Reichs hinaus steigern. Dies wiederum gab vielfältigen Handlungsspielraum zur Konsolidierung und zum Ausbau der habsburgischen Machtstellung. Am 14. Oktober 1313 wurden Isabella und Friedrich im königlichen Schloss in Barcelona vom Erzbischof von Tarragona vermählt. Die Hochzeitsfeier fand am 31. Januar 1314 in Judenburg statt. Aus der Ehe gingen drei Kinder hervor: der 1316 geborene Friedrich II., der bereits wenige Tage nach seiner Geburt verstarb, und die Töchter Elisabeth (1317–1336) und Anna (1318–1343). Isabella trat durchaus eigenständig auf, was etwa die Führung eines eigenen Siegels zeigt. Anhand der urkundlichen Überlieferung und der Briefe kam Stefanie Dick zum Fazit, dass Isabella und Friedrich als Paar agierten, besonders im Zusammenhang politischer Beziehungsgeflechte.
      Thronstreit (1314–1325): https://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_der_Sch%C3%B6ne#Thronstreit_(1314%E2%80%931325)
      Ludwig hielt Friedrich drei Jahre lang auf der oberpfälzischen Burg Trausnitz in Haft.
      Am 13. März 1325 schlossen die beiden Thronrivalen ein Abkommen, die „Trausnitzer Sühne“ (>8). Friedrich musste auf den Königstitel verzichten und Ludwig als König anerkennen, ihm das während des Thronstreits erworbene Reichsgut aushändigen und die Lehnshuldigung für seine Rechtstitel nachholen. Dies sagte Friedrich auch für seine Brüder zu, die er damit auf den Wittelsbacher verpflichtete. Für den Fall, dass die Brüder ihr Einverständnis verweigerten, verpflichtete er sich zur Rückkehr in die Haft. Außerdem versprach er dem Wittelsbacher uneingeschränkte Hilfe, auch gegen den Papst. Dafür wurde er ohne Lösegeldzahlung aus der Haft entlassen. Die Übereinkunft wurde mit einem Verlobungsversprechen abgesichert: Friedrichs Tochter Elisabeth sollte mit Ludwigs Sohn, Herzog Stephan, vermählt werden. - Die Trausnitzer Sühne hatte nicht die Demütigung und Unterwerfung Friedrichs des Schönen zum Ziel, sondern sollte durch die Herstellung eines Konsenses Ludwig wieder politische Handlungsfähigkeit verschaffen. Die jüngeren Brüder Friedrichs verweigerten sich jedoch dem Abkommen, woraufhin er in die Gefangenschaft zurückkehrte.
      Ein halbes Jahr nach der Trausnitzer Sühne einigten sich Ludwig der Bayer und Friedrich der Schöne am 5. September 1325 im Münchener Vertrag auf eine gemeinsame und gleichberechtigte Herrschaft. Friedrich wurde als Mitkönig anerkannt, sein Bruder Leopold sollte das Reichsvikariat in Italien bekommen. Ludwig wollte Friedrich an sich binden und dadurch die habsburgische Familie für sich gewinnen. Das auf diese Weise eingerichtete Doppelkönigtum ist in der mittelalterlichen Verfassungsgeschichte ein einzigartiges Phänomen. Das Abkommen wurde in Schriftform vereinbart und mit rituellen Handlungen performativ bekräftigt. Am Osterfest demonstrierten die Vertragspartner ihr Einvernehmen rituell durch den gemeinsamen Empfang des Abendmahles und den Friedenskuss. Mit einem gemeinsamen Mahl wurde seit dem Frühmittelalter Frieden und Freundschaft gestiftet. Gemeinsam hörten Friedrich und Ludwig die Messe und empfingen die Kommunion in Gestalt einer zwischen ihnen aufgeteilten Hostie. Damit brachte Friedrich seine Parteinahme demonstrativ zum Ausdruck, denn er ignorierte die Exkommunikation des Wittelsbachers, die diesem die Kommunion untersagte.
      Für die Abläufe der öffentlichen Repräsentation einer Doppelherrschaft gab es keinerlei Orientierungsmöglichkeit in der Vergangenheit. Dem Vertrag zufolge sollten die beiden Könige mit „ein ander glich als ein persone“ handeln. Einheit und Brüderlichkeit bildeten die Grundlage für die öffentliche Repräsentation der Doppelherrschaft. Friedrich und Ludwig bezeichneten einander als König, nahmen Speisen gemeinsam zu sich und teilten sogar das Bett miteinander. Fragen, die noch im Thronstreit wichtig waren, wie die nach dem rechten Krönungsort, dem dafür zuständigen Koronator und den Insignien, wurden nicht thematisiert.
      In den Jahren der Doppelherrschaft demonstrierten die beiden Könige ihren Konsens weiterhin politisch und symbolisch. In einer Vielzahl von Akten betonten sie ihr gegenseitiges Vertrauen und ihre Einmütigkeit. Das Doppelkönigtum dauerte jedoch nur kurze Zeit. Schon bei der ersten Begegnung der Könige in Ulm im Januar 1326 kam es zu Auslegungsstreitigkeiten. In einem in Ulm geschlossenen Vertrag erklärte sich Ludwig zum Thronverzicht bereit, falls Friedrich vom Papst als König anerkannt würde. Das musste der Papst aber ablehnen, denn Friedrich hatte öffentlich und symbolisch mit einem Exkommunizierten Kontakt gepflegt und sogar ein Bündnis geschlossen. Durch seine scheinbare Verzichtsbereitschaft konnte sich Ludwig im Reich als kompromissfähig und den Papst als unversöhnlich präsentieren. So brachte er die Fürsten im Reich hinter sich und verschaffte sich Handlungsspielraum für seine Unternehmungen in Italien.
      Zum letzten Mal begegneten die beiden Könige einander Ende 1326 in Innsbruck. Dabei kam es anscheinend zu Spannungen, die möglicherweise die Durchführung der gemeinsamen Herrschaft betrafen. Ludwig beendete das Doppelkönigtum im Februar 1327, indem er statt Friedrich den König Johann von Böhmen zum Generalreichsvikar machte. Ludwigs Kaiserkrönung 1328 bedeutete eine Rangerhöhung, die den Gleichberechtigungsgedanken des Münchener Vertrags vollends hinfällig machte. Friedrich urkundete zwar bis zu seinem Tod noch mehrfach als König, griff aber nicht mehr in die große Reichspolitik ein und zog sich in das Herzogtum Österreich zurück. Seine Versuche, bei Papst Johannes XXII. die Anerkennung seines Königtums zu erreichen, blieben ohne Erfolg.
      Bis weit in das 14. Jahrhundert wurde mittelalterliche Königsherrschaft im Reich durch ambulante Regierungspraxis (>9) ausgeübt. Es gab weder eine Hauptstadt noch eine feste Residenz. Herrschaft beruhte auf Präsenz. Die Entwicklung Wiens zur habsburgischen Fürstenresidenz, die unter Friedrich dem Schönen einsetzte, stellte eine Neuerung dar. Allerdings konnte Friedrich seine Residenzpläne für Wien erst nach seiner Freilassung aus der Gefangenschaft verfolgen. Auf Friedrich geht wahrscheinlich der Zusatz in der erstmals von König Rudolf 1277 erlassenen Münzverordnung zurück, dass die Münze „in chain statt des ganzen lands zu Österreich, nur allein zu Wienn, die die vordrist und haubtstatt ist desselben landes“, erneuert werden dürfe.
      Seit dem 12. Jahrhundert entwickelte sich der Hof zu einer zentralen Institution königlicher und fürstlicher Macht. Der wichtigste Bestandteil des Hofes war die Kanzlei. Im 13. und 14. Jahrhundert wurden deutlich mehr Urkunden ausgestellt als zuvor, die Schriftlichkeit nahm stark zu. Friedrich hatte eine einzige „königlich-herzogliche Kanzlei“, in der die Kompetenzen ineinander übergingen. Als König urkundete Friedrich überwiegend lateinisch; in den Schriftstücken, die er als Herzog ausfertigte, bevorzugte er aber die deutsche Sprache. Sowohl in Ludwigs als auch in Friedrichs Kanzlei konnten Verbindungen nach Bologna nachgewiesen werden. Beide Kanzleien waren mit den italienischen Brieflehren vertraut.
      Personell umgab sich Friedrich im Gegensatz zu seinem Vater und seinem älteren Bruder nicht mehr ausschließlich mit Alemannen. Er griff verstärkt auf „Österreicher“ als Ratgeber und Gesandte zurück. Der Komtur des Deutschen Ordens Konrad von Verbehang und Otto, der Abt des steirischen Benediktinerstifts St. Lambrecht, übernahmen bei den Heiratsverhandlungen des Herzogs mit dem aragonesischen Hof wichtige Aufgaben. In die Zeit Friedrichs fällt auch der älteste bekannte Beleg für den Begriff „Haus Österreich“ (domus Austriae), der zur Bezeichnung des gesamten habsburgischen Territorienkomplexes diente.
      Am 28. Februar 1326 verlor Friedrich seinen Bruder Leopold. Knapp ein Jahr später starb auch sein Bruder Heinrich von Österreich. In dieser Zeit erkrankte Friedrichs Frau schwer, sie war wohl wegen eines Gehirntumors fast vollständig erblindet. Der Tod seiner Brüder und die Krankheit seiner Frau waren für ihn wohl der Anlass, sein Testament aufzusetzen. Im Juni 1327 stellte er im Alter von 38 Jahren in Wien mit seinem Testament ein umfassendes Stiftungsdiplom aus. Es handelt sich um das älteste überlieferte Testament eines österreichischen Fürsten. Mit dem Stiftungsdokument wollte der König die Memoria seiner selbst und die seiner Vorfahren und Nachkommen sichern. Insgesamt wurden mehr als 80 Gotteshäuser mit 4'280 Pfund Wiener Pfennigen (*10) und 1'636 Mark Silber (*11) ausgestattet. Die Summe sollte durch die Maut in Enns erbracht werden. Im Gegenzug hatten die geistlichen Gemeinschaften ewige Messen und Jahrtage zu feiern. In den Herzogtümern Österreich und Steiermark wurden 48 Klöster mit Legaten zwischen 40 und 200 Pfund Pfennigen bedacht.
      Friedrich starb wohl ziemlich einsam im Alter von 41 Jahren am 13. Januar 1330 auf Burg Gutenstein nahe Wiener Neustadt in Niederösterreich. In der Forschung wurde ein Schlaganfall vermutet. Es wurde aber auch der Verdacht der Vergiftung geäußert. Friedrich wurde in dem von ihm gestifteten Kartäuserkloster Mauerbach bestattet. Nach Heinrich Koller verloren die Grablegen der Habsburger in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts die Aufgabe, „politische Orientierung anzuzeigen“. Friedrichs Vater Albrecht war auf Betreiben der Familie noch in der Grablege von Speyer und damit am bedeutendsten Begräbnisort des römisch-deutschen Königtums beigesetzt worden. Albrechts Söhnen hingegen sei die Vorsorge für ihr Seelenheil durch die Bestattung in ihren persönlichen Stiftungen, wo sie das Memorialwesen gestalten konnten, wichtiger geworden. Friedrichs Grablege war die erste eines regierenden Habsburgers im Osten. Es entwickelte sich jedoch in den von Friedrich dem Schönen, Herzog Otto und Albrecht II. gestifteten Kirchen keine Bestattungstradition. Anweisungen des Königs für seine Grablege oder die Abläufe des Begräbnisses sind nicht bekannt. Die Bestattung verlief ohne besondere Prunkentfaltung. Seine Gattin Isabella starb ein halbes Jahr später am 12. Juli.
      Im Jahre 1514 kam der habsburgische Kaiser Maximilian I. nach Mauerbach und fragte nach dem Grab seines Vorfahren, doch die Mönche waren bereits außerstande, es ihm zu zeigen. Daraufhin ließ Maximilian Nachforschungen anstellen, bei denen nach dreitägiger Suche zwei Särge aufgefunden wurden, die man als diejenigen Friedrichs und seiner Tochter identifizierte. Sieben Jahre nach der Auflösung des Klosters durch Kaiser Joseph II. wurden Friedrichs Gebeine 1789 in den Wiener Stephansdom überführt. In der dortigen Herzogsgruft werden sie bis heute aufbewahrt.
      Schon im Mittelalter wurde Friedrich nicht als der dritte seines Namens, sondern als Friedrich I. gezählt, so bei Thomas Ebendorfer. Sein Beiname ‚der Schöne‘ (lateinisch Pulcher) ist nicht zeitgenössisch, sondern stammt aus dem 16. Jahrhundert. So bezeichneten ihn Wolfgang Lazius 1564 und Johannes Cuspinian 1601. Vermutlich geht der Beiname auf die Chronik von Königsfelden zurück. Als „schön und mild gar fürstleichen“ wurde Friedrich bereits gegen Ende des 14. Jahrhunderts in der anonymen Chronik der 95 Herrschaften beschrieben. Aus der Angabe in der Königsfelder Chronik, Friedrich von Habsburg sei „ein stoltz und schön man“, entwickelte sich der Beiname ‚der Schöne‘. Ein Fantasieporträt von Antoni Boys aus dem 16. Jahrhundert zeigt ihn mit der Beischrift „Fridericus Pulcher Rom(anorum) rex“.
      Wirkung: https://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_der_Sch%C3%B6ne#Wirkung
      Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_der_Sch%C3%B6ne
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      >1: https://de.wikipedia.org/wiki/Habsburg
      >2: https://de.wikipedia.org/wiki/Goldene_Bulle
      >3: https://de.wikipedia.org/wiki/Schlacht_bei_M%C3%BChldorf
      >4: https://de.wikipedia.org/wiki/Habsburg_(Burg)
      >5: https://de.wikipedia.org/wiki/Z%C3%A4hringer
      >6: https://de.wikipedia.org/wiki/Babenberger
      >7: https://de.wikipedia.org/wiki/Schlacht_von_Gammelsdorf
      >8: https://de.wikipedia.org/wiki/Trausnitzer_S%C3%BChne
      >9: https://de.wikipedia.org/wiki/Reisek%C3%B6nigtum
      *10: 4'280 Pfund Wiener Pfennige im Jahr 1327 entsprechen heute (2026) einer historischen Kaufkraft von rund 2,5 bis 2,6 Millionen Euro. Bezogen auf den reinen heutigen Materialwert des Silbers liegt der Gegenwert bei etwa 480'000 Euro. - Quelle: https://www.numismatik-cafe.at/viewtopic.php?f=38&t=6188
      *11: 1'636 Mark Silber im Jahr 1327 nach Wiener Gewicht entsprechen heute einem reinen Materialwert von rund 706'000 Euro und einer historischen Kaufkraft von schätzungsweise 2,2 Millionen Euro. - Quellen: [1] https://de.wikipedia.org/wiki/Mark_(Gewicht); https://www.econbiz.de/Record/materialien-zur-geschichte-der-preise-und-l%C3%B6hne-in-%C3%B6sterreich-pribram-alfred-francis/10004636090

  • Quellen 
    1. [S195] Wikipedia - Die freie Enzyklopädie, Friedrich der Schöne.
      Friedrich der Schöne (* 1289 in Wien; † 13. Januar 1330 in Gutenstein) aus dem Adelsgeschlecht der Habsburger war ab 1314 römisch-deutscher König.

      https://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_der_Sch%C3%B6ne

    2. [S179] Stammlisten - Herrscherlisten, (Name: wikipedia et alt.;), Habsburg.
      Die Stammliste der Habsburger umfasst das Haus Habsburg bzw. das Haus Österreich (lateinisch Domus Austriae, mittellateinisch Casa de Austria, spanisch Casa de Austria, französisch Maison d’Autriche) von seinen Anfängen bis zum 18. Jahrhundert. Nachkommen aus der Ehe von Maria Theresia von Österreich mit Franz Stephan von Lothringen (Haus Habsburg-Lothringen) werden in der Stammliste des Hauses Habsburg-Lothringen aufgeführt.

      https://de.wikipedia.org/wiki/Stammliste_der_Habsburger