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- Graf Ulrich (II.) von Montfort zu Feldkirch (* im 13. Jahrhundert, um 1266; † im 14. Jahrhundert, vermutlich 17. Februar 1350, in Bregenz oder in Lindau) war viele Jahre Verwalter der Grafschaft Feldkirch. Als solcher traf er einige Entscheidungen, welche die Rechte der Bürgerschaft der Stadt Feldkirch stärkten und die Entwicklung des späteren Bundeslandes Vorarlberg wesentlich prägten.
Graf Ulrich (II.) von Montfort zu Feldkirch war einer der Enkel von Graf Hugo (I.) von Montfort († um 1237) und einer der Söhne des Grafen Rudolf (II.) von Montfort zu Feldkirch († um 1299/1302) aus dessen Ehe mit Gräfin Agnes von Grieningen. Er war der Bruder des Grafen Hugo (IV.) von Montfort-Feldkirch († 1310) und des Bischofs Rudolf von Chur und Konstanz († 1334), außerdem der Onkel der Grafen Hugo (VII.) von Montfort-Feldkirch (zu Tosters) († um 1357) und Rudolf (IV.) von Montfort-Feldkirch (zu Feldkirch) († um 1357).[2] Ursprünglich Kleriker, kehrte er später in den Laienstand zurück, schloss aber keine Ehe.
Während sein älterer Bruder Hugo (IV.) nach dem Tod des Vaters die Herrschaft über die Grafschaft Feldkirch übernahm, war für Graf Ulrich (II.) von Montfort eine Klerikerkarriere vorgesehen. Wie auch sein älterer Bruder Rudolf (III.), der es als Kleriker bis zum Bischof von Chur und Konstanz brachte, hatte Ulrich(II.) vermutlich die Stiftsschule in Chur besucht und studierte seit 1303 die Rechte an der Hochschule zu Bologna. 1310 und 1315 wird er ausdrücklich in Urkunden als Domherr zu Chur bezeichnet. Da er in späteren Urkunden nicht mehr als Domherr, sondern nur mehr als Graf genannt ist und sich eine Karriere im Dienste der Kirche auch sonst nicht nachweisen lässt, dürfte er wohl nach 1315 wieder in den Laienstand zurückgekehrt sein.
Nach der Ermordung von Hugo (IV.) übernahm Ulrich(II.) gemeinsam mit Rudolf (III.) die Verwaltung der Grafschaft Feldkirch. Gemeinsam mit diesem holte er Juden nach Feldkirch und sorgte dafür, dass das Stadtrecht von Feldkirch erstmals kodifiziert wurde. Politisch stand er im Krieg zwischen den Königen Ludwig IV. "dem Bayern" († 1347) und Friedrich (III.) "dem Schönen" († 1330), wie auch sein Bruder Rudolf (III.) auf Seiten der Habsburger, mit denen er seit 1330 mehrmals Bündnisse schloss. Nachdem 1315 fungierte er in der Grafschaft Feldkirch gewöhnlich als Statthalter seines Bruders. Ulrich (II.) beteiligte sich bei Konfliktbeilegungen als Schiedsrichter und nahm aktiv an der Hauspolitik der Montforter teil, wobei er in späteren Jahren aufgrund seines Alters lange Zeit besonderes Ansehen genoß.
Nach dem Tod von Bischof Rudolf gewährte Ulrich(II.) der Bürgerschaft von Feldkirch das Bündnisrecht, indem er den "ewigen Bund", eines seiner Bündnisse mit den Habsburgern am 21. November 1337 mit dieser als Vertragspartner schloss. In den Jahren danach geriet Ulrich (II.) mehr und mehr durch seine Politik, die einerseits die Rechte seiner Untertanen förderte, andererseits aber sich immer mehr und mehr an die Habsburger anlehnte, in Konflikt mit den inzwischen mündigen Söhnen seines Bruders Hugo (IV.). Im Oktober 1343 wurde er von ihnen in seiner eigenen Burg gefangen gesetzt und zur Abdankung bzw. gewissen Zugeständnissen gezwungen.
Nach seiner Freilassung zog sich Ulrich (II.) in die Reichsstadt Lindau zurück, wo er am 13. März 1344 seinen gesamten Besitz mit der Stadt Feldkirch dem Kaiser übertrug. Nachdem es zu Ende des Jahre 1345 dem kaiserlichen Reichsheer nicht gelang, die Stadt Feldkirch trotz einer längeren Belagerung einzunehmen, musste Ulrich (II.) seine Übertragung wieder rückgängig machen. Am 21. Juli 1346 verzichtete er zu Gunsten seiner Neffen auf seinen gesamten Bezirk.
Ulrich (II.), noch am 24. Juli 1346 in Lindau nachgewiesen, begab sich dann ins Hochstift Chur. Dort war er vom 10. November 1348 bis zum 10. Juli 1349 bischöflicher Generalvikar und als solcher für geistliche und weltliche Angelegenheiten des Hochstiftes zuständig. Da es nach dem 10. Juli 1349 keine urkundlichen Zeugnisse mehr zu seiner Person gibt, dürfte er um 1350 gestorben sind. Der Historiker Karl Heinz Burmeister (1936-2014) hält es für möglich, dass Ulrich (II.) seine letzten Lebenstage im Kloster Mehrerau (heute Teil der Stadt Bregenz) verbracht hat.
Besitzerweiterungen der Herrschaft Feldkirch unter Graf Ulrich (II.) von Montfort: https://oesterreichwiki.org/wiki/Ulrich_II._von_Montfort#Besitzerweiterungen_der_Herrschaft_Feldkirch_unter_Graf_Ulrich_(II.)_von_Montfort
Quelle: https://oesterreichwiki.org/wiki/Ulrich_II._von_Montfort
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