Fam. Schachtler-Risi

Gertrud VON ANDECHS-MERANIEN

Gertrud VON ANDECHS-MERANIEN

weiblich 1185 - 1213  (28 Jahre)


Angaben zur Person    |    Notizen    |    Ereignis-Karte    |    Alle

  • Name Gertrud VON ANDECHS-MERANIEN 
    Taufe 1185 
    Geburt 24 Sep 1185  Andechs, Starnberg, Bavaria, Germany Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort 
    Geschlecht weiblich 
    Tod 28 Sep 1213  Esztergom, Komarom-Esztergom, Hungary Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort 
    Beerdigung Pilisszentkereszt, Pest, Hungary Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort 
    • Kloster Pilis
    Personen-Kennung I22665  schap
    Zuletzt bearbeitet am 4 Nov 2026 

    Vater Berthold VON ANDECHS-MERANIEN, IV.,   geb. um 1159, Andechs, Starnberg, Bayern, Germany Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ortgest. 12 Aug 1204, Andechs, Starnberg, Bavaria, Germany Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort (Alter ~ 45 Jahre) 
    Beziehung natural 
    Mutter Agnes VON ROCHLITZ,   geb. um 1152, Leipzig, Sachsen, Germany Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ortgest. 25 Mrz 1195, Dießen am Ammersee, Landsberg am Lech, Bayern, Germany Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort (Alter ~ 43 Jahre) 
    Beziehung natural 
    Eheschließung zwischen 1170 und 1174  Hungary Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort 
    Notizen 
    • Kinder:
      M Otto VII.; + 07 Mai 1234, Besançon; 1205 Herzog von Meranien, 1211 Pfalzgraf von Burgund, 1228-1230 Markgraf von Istrien; [] Kloster Langheim; oo1 (21 Jun 1208, Bamberg) Beatrix von Staufen, Pfalzgräfin von Burgund (+ 07 Mai 1231, Tochter von Otto I. Pfalzgraf von Burgund (Staufer)); oo2 Sophie von Anhalt (+ zwischen 23 Nov 1273 und 05 Jan 1274, Tochter von Fürst Heinrich I. (Askanier))
      M Heinrich; + 18 Jul 1228, Windischgraz; 1205 Markgraf von Istrien, 1209-1211 geächtet aufgrund seiner angeblichen Teilnahme an der Ermordung des Königs Philipp von Schwaben; oo (/1207) Sophie von Weichselburg (+ 28 Feb 1256, Tochter von Graf Albert)
      M Ekbert; + 06 Jun 1237, Wien; 1234 Vormund des Herzogs Otto II., 1192 Propst von St. Gangolf in Bamberg, 1202 Dompropst in Bamberg, 1203-1237 Bischof von Bamberg, 1209-1212 geächtet
      M Berthold; + 23 Mai 1251; 1205/06 Elekt und 1212 Erzbischof von Kalocsa, 1218 Patriarch von Aquileia
      F NN; oo (24 Apr 1190) Toljen aus dem Haus der Nemanjiden
      F Agnes; * ca 1180; + 29 Jul 1201, Château Poissy; [] Château Poissy; oo (01 Jun 1196); Philipp August, 1180 König von Frankreich (+ 14 Jul 1223, Mantes-la-Jolie); [] Basilika Saint-Denis (Kapetinger); o/o 1200
      F Gertrud; + ermordet 08 Sep 1213; oo (<1203) Andreas II. König von Ungarn (+ 21 Sep 1235 (Arpaden)) (die Eltern der heiligen Elisabeth von Thüringen)
      F Hedwig die Heilige; * 1176/80; + 14 Mai 1243 als Aebtissin der Zisterzienser in Trebnitz, heiliggesprochen am 26. März 1267; [] Trebnitz; oo (1188/92) Heinrich I. Herzog von Schlesien, Krakau und Großpolen (+ 19 Mrz 1238 (Piasten))
      F Mechtild; + 01 Dez 1254; <1214 als Nonne in Sankt Theodor in Bamberg, 1215 Aebtissin von Kitzingen
    Familien-Kennung F3360  Familienblatt  |  Familientafel

    Familie   
    Kinder 
     1. Elisabeth VON UNGARN,   geb. 7 Jul 1207, Komárom, Komarom-Esztergom, Hungary Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ortgest. 17 Nov 1231, Marburg an der Lahn, Marburg-Biedenkopf, Hesse, Germany Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort (Alter 24 Jahre)  [Mutter: natural]
    Familien-Kennung F18324  Familienblatt  |  Familientafel
    Zuletzt bearbeitet am 4 Nov 2026 

  • Ereignis-Karte
    Link zu Google MapsGeburt - 24 Sep 1185 - Andechs, Starnberg, Bavaria, Germany Link zu Google Earth
    Link zu Google MapsTod - 28 Sep 1213 - Esztergom, Komarom-Esztergom, Hungary Link zu Google Earth
     = Link zu Google Earth 
    Pin-Bedeutungen  : Adresse       : Ortsteil       : Ort       : Region       : (Bundes-)Staat/-Land       : Land       : Nicht festgelegt

  • Notizen 
    • Gertrud von Andechs, auch Gertrude von Andechs-Meranien (* um 1185 in Andechs; † 28. September 1213 im Wald Pilis) war Gräfin von Andechs-Meranien und als Ehefrau von Andreas II. Königin von Ungarn. Sie war Mutter der heiligen Elisabeth.
      Gertrud von Andechs-Meranien wurde ungefähr um 1185 als Tochter des Herzogs Berthold IV. von Andechs-Meranien und dessen zweiten Gemahlin Agnes von Rochlitz in Andechs geboren.
      [Ihr Vater] Berthold IV. von Andechs-Meranien war Graf von Andechs und Herzog von Meranien. Andechs war ein Schloss und eine Gegend nahe dem Ammersee in Bayern. Meranien liegt an der Adriaküste bei Fiume (Rijeka). Berthold war als direkter Vasall des Kaisers von den großen Herzogtümern in Deutschland unabhängig. Sein Sohn, ebenfalls Berthold, wurde zum Erzbischof von Kalocsa in Ungarn und 1218 zum Patriarch von Aquileia ernannt.
      [Ihre Mutter] Agnes von Rochlitz war die Tochter des Wettiners, Markgraf Dedo V. „der Feiste“ von der Ostmark und dessen Gemahlin Mathilde von Heinsberg, Tochter von Graf Goswin II. von Heinsberg. Dedo V. von Rochlitz und seine Gemahlin Mathilde hinterließen sechs Kinder: Konrad, der seinem Vater in der Markgrafenwürde folgte, Dietrich, der spätere Graf von Groitzsch, Philipp, der vor 1190 Propst des Stiftes St. Viktor in Xanten war, Heinrich, Goswin und Agnes.
      Die Töchter Hedwig, Gertrud und Agnes wurden von ihrem Vater mit Mitgliedern der bedeutendsten Adelsfamilien verheiratet. Gertrud heiratete um 1203 Andreas, den jüngeren Bruder König Emmerichs von Ungarn. Mit dieser Eheschließung stellte Andreas sich politisch auf die Seite des deutschen Königs Philipp, während sein Bruder, König Emmerich von Ungarn, Otto IV. unterstützte. Andreas lehnte sich im Jahre 1203 gegen seinen Bruder auf. Er wurde gefangen genommen, Gertrud zu ihrem Vater zurückgeschickt. Als König Emmerich im Jahr 1204 starb, ließ er vorher seinen Bruder frei und bestimmte ihn zum Vormund für seinen kleinen Sohn. Gertrud kehrte nach Ungarn zurück. Andreas gab sich jedoch nicht mit einer Regentschaft zufrieden. Emmerichs Witwe floh mit ihrem Sohn nach Österreich. Als er im folgenden Jahr starb, war der Thron für Andreas frei. Die Krönung ihres Mannes zum König von Ungarn zu Pfingsten 1205 verschaffte Gertrud schließlich die Möglichkeit, über Jahre hinweg entscheidend Einfluss auf die Gestaltung der ungarischen Politik zu nehmen. Sie führte aufgrund der häufigen Abwesenheit ihres Gatten die Regierungsgeschäfte. Sie war von starkem Ehrgeiz und Familiensinn geprägt. Die Rolle der Königin wird in den ungarischen Chroniken meist negativ beurteilt. Besonders die Bevorzugung der in ihrer Umgebung lebenden Deutschen, an erster Stelle ihres Bruders Berthold V., wurde ihr vorgeworfen.
      Im Jahre 1213, König Andreas befand sich auf einem Kriegszug nach Halitsch in Galizien, wurde Gertrud von ungarischen Adeligen während einer Hofjagd im Wald Pilis ermordet. Grund dafür war die Empörung des ungarischen Adels gegen die üppigen Zuteilungen königlicher Ländereien an fremdländische Adlige aus dem Günstlingskreis Gertruds. So hatte Andreas 1206 Gertruds Bruder Berthold im Widerspruch zum Kirchenrecht als Erzbischof von Kalocsa eingesetzt. 1212 wurde Berthold sogar zum Woiwoden von Siebenbürgen und zum Stellvertreter des Königs ernannt. Im Folgejahr nutzte der Adel die Abwesenheit des Königs, um das Gefolge der Königin zu überfallen, das gerade zu Ehren Herzogs Leopold VI. von Österreich eine Jagd veranstaltete. Die meisten fremden Adligen wurden erschlagen. Die Königin wurde von Ban Simon von Bihar und Ban Peter von Peterwardein regelrecht zerstückelt. Berthold und Leopold konnten sich mit Verletzungen retten. Als der König vom Feldzug zurückkehrte, übergab man ihm seine minderjährigen Kinder, welche die Mörder verschont hatten. Andreas II. bestrafte die Mörder, Bánk bán verschonte er jedoch. - Anderen Berichten zufolge wurde Gertrud in ihrer Burg überfallen. Sie wurde in der Zisterzienserabtei Pilisszentkereszt begraben. Fragmente ihres Grabmals im Stil der französischen Hochgotik wurden in den Jahren zwischen 1967 und 1980 ausgegraben.
      Nachkommen:
      (1.) Maria (* 1204; † 1237), verheiratet seit 1221 mit Iwan Assen II., Zar von Bulgarien (um 1190–1241)
      (2.) Béla IV. (* 1206; † 1270), König von Ungarn
      (3.) Elisabeth (* 1207; † 1231) verheiratet mit Ludwig IV., Landgraf von Thüringen
      (4.) Koloman (* 1208; † 1241), Fürst von Halitsch
      (5.) Andreas (* unbekannt; † 1234), Fürst von Halitsch-Przemysl, verheiratet seit 1221 mit Maria (Helena) von Nowgorod, Tochter des Fürsten Mstislaw
      Die Ermordung Gertrud von Andechs bildete im 19. Jahrhundert, dem Zeitalter der „nationalen Erweckungen“, einen beliebten literarischen Stoff. Bereits Franz Grillparzer beschäftigte dieses Thema und regte ihn 1826 zur Abfassung des Theaterstückes 'Ein treuer Diener seines Herrn' an. Der ungarische Schriftsteller József Katona befasste sich bereits zwischen 1815 und 1819 mit dem Stoff, welchen er als Drama unter den Namen 'Bánk bán' veröffentlichte. Im Wesentlichen wird hier der Kampf der Magyaren gegen Ueberfremdung und das Streben nach Unabhängigkeit und Freiheit glorifiziert. 1861 komponierte Ferenc Erkel nach einem Libretto von Béni Egressy dann seine Oper 'Bánk bán', die zur ‚Ungarischen Nationaloper‘ wurde.
      Bis in die Gegenwart hinein genießt Gertrud in Ungarn kein gutes Ansehen. So wird sie auch im Drama von Katona und der Oper von Erkel negativ dargestellt. Der Titelheld ist der historisch belegte Banus (ung. Bán) Bánk, der als treuer Diener seines Herrn das Land von der ‚bösen‘ Frau befreit hat. Gertrud wird bei Erkel obendrein als Kupplerin für einen ihrer Brüder dargestellt, der sich der Gemahlin von Bánk Bán unsittlich nähert; bei Katona erweist sich dies als unzutreffender Verdacht.
      Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Gertrud_von_Andechs