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- Elisabeth von Reding: Die erste Frau, die das Patent erhält, um im Kanton Freiburg als Aerztin zu praktizieren, kommt von ausserhalb. Leider wissen wir nur sehr wenig über ihren Werdegang. Elisabeth von Reding-Biberegg, geboren 1889, entstammt einer berühmten Patrizierfamilie aus Schwyz. Von ihrem Vater, dem Schwyzer Staatsmann und eidgenössischen Oberst Rudolf von Reding (1859-1926) ist bekannt, dass er seine dreizehn Kinder mit sehr großer Strenge erzogen hat. «Rudolf von Reding herrschte über seine Familie mit eiserner Hand; so hart er gegen sich selbst war, so streng erzog er seine Kinder.»
Es scheint, dass Elisabeth die Charakterstärke hatte, sich ihrem Vater zu widersetzen. Wie dachte ihr Vater über ihre Studienwahl? In dem Buch, das Josef Wiget der Familie von Reding widmet, geben uns diese auf Familienerinnerungen beruhenden Zeilen einige seltene und wertvolle Hinweise auf Elisabeth von Reding-Biberegg, die in unserer Freiburger Geschichte in Vergessenheit geraten ist. Sie war wahrlich die erste Aerztin, die im Kanton praktizierte: «Den Familienerinnerungen zufolge war sie eine schöne, intelligente und liebenswürdige Frau. Sie sei die einzige gewesen (…) die es gewagt habe, dem gestrengen Vater zu widersprechen.»
Sie studiert Medizin an der Universität Bern und erhält dort im Mai 1920 ihr Diplom als eidgenössische Aerztin, einige Monate vor Claudio Mosca (1894-1976), einem Bündner, den sie 1921 heiratete.
Aerztinnen, die nach ihrem Abschluss wirklich in den Beruf einsteigen - eine Minderheit unter den Absolventinnen - engagieren sich in der Regel in den Bereichen der Paediatrie oder Gynäkologie. Dies ist bei Elisabeth von Reding der Fall. Nach ihrem Abschluss spezialisierte sie sich auf Gynäkologie und Geburtshilfe bei Prof. Hans Guggisberg (1880-1977) am Frauenspital in Bern als erste Assistentin. Anschliessend setzte sie ihre Spezialisierung fort am Elisabethspital in Wien bei Prof. Wilhelm Latzko (1863-1945). Das Paar plante, sich in Murten niederzulassen. Sie erhielten gemeinsam am 22. Oktober 1924 das Patent, das ihnen erlaubte, im Kanton Freiburg zu praktizieren.
In den Freiburger Gesundheitstabellen wird die Aerztin Elisabeth Mosca immer in Verbindung mit ihrem Mann erwähnt: "Mosca, Claudius und Elisabeth, in Murten ". Das Ehepaar eröffnet im November 1924 seine Praxis im Haus von Elsa Liechti, Tochter des radikalen Murtener Politikers Hermann Liechti (1850-1921). Das Aerzteduo praktiziert jedoch nur für kurze Zeit im Hauptort des See Bezirks, und spätestens 1927 hatte das Paar den Kanton Freiburg endgültig verlassen. Im Jahr 1928 starb Elisabeth Mosca frühzeitig: Die junge Aerztin war erst 37 Jahre alt. Dr. Claudius Mosca ließ sich in Muerren (BE) in der Nähe von Interlaken nieder und praktizierte dort bis 1966. Die Tochter des Aerztehepaars, Claudia Mosca, war übrigens die erste Ehefrau des großen italienischen Filmregisseurs Dino Risi (1916-2008), der selbst Medizin studiert hatte und Sohn eines Arztes war. Nach seinem Tod wurde Risis Asche in Muerren verstreut, wo er seine Frau kennengelernt und eine Freundschaft mit seinem Schwiegervater Dr. Claudio Mosca aufgebaut hatte.
Quelle: Alain Bosson, Freiburger Historiker: Les femmes médecins et la féminisation de la profession médicale dans le canton de Fribourg : des modestes débuts aux années 1980
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