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Quintus Tineius Rufus war ein römischer Politiker und Senator im 2. Jahrhundert n. Chr.
Die frühen Stationen der politischen Laufbahn (cursus honorum) des Quintus Tineius Rufus sind nicht bekannt. Die erste belegte politische Funktion, die er ausübte, war die eines Statthalters der Provinz Thrakien im Range eines Proprätors. Sie ist bezeugt durch eine Inschrift, die im Umland der antiken Stadt Aquae Calidae gefunden wurde und auf das Jahr 124 datiert ist. Auch städtische Münzen von Bizya, dem heutigen Vize, nennen Tineius Rufus als Statthalter Thrakiens.
Dass Tineius kurz darauf Konsul war, wurde erst im Jahr 1941 bekannt, als ein Fragment der Fasti Ostienses aufgefunden wurde. Darin wird er als einer der Amtsträger des Jahres 127 gemeinsam mit Marcus Licinius Celer Nepos genannt. Mittlerweile wurde dies durch mehrere datierte Militärdiplome bestätigt, aufgrund derer sich sein Suffektkonsulat genauer eingrenzen lässt, da er am 20. August des Jahres nachgewiesenermaßen im Amt war.
Quintus Tineius Rufus war in den frühen 130er Jahren Prokurator der Provinz Judäa, als dort der Bar-Kochba-Aufstand ausbrach. Die Quellen dazu und zu seiner Rolle in den folgenden Kriegsgeschehnissen sind sehr widersprüchlich. Ebenfalls ist nicht bekannt, ob er während dieser Statthalterschaft starb oder regulär durch einen Nachfolger abgelöst wurde.
° In christlichen Quellen, nämlich den Werken von Kirchenvätern und byzantinischen Historikern, wird Tineius Rufus mit leichten Variationen als römischer Feldherr im Kampf gegen die Juden dargestellt.
° In den jüdischen Quellen wird Tineius als boesartiger Vertreter der feindlichen Weltmacht Rom und als grausamer Tyrann dargestellt, diesen Berichten kommt jedoch kein historischer Quellenwert zu. So wird er als einer der Nachkommen eines anderen Erzfeindes der Juden, des persischen Beamten Haman, aufgeführt. Mehrfach soll Tineius mit Rabbi Akiba über die Auslegung der Tora diskutiert haben, wobei Akiba aber stets der Weisere gewesen sei.
° Der römische Schriftsteller Cassius Dio erwähnt Tineius in seiner Darstellung des Aufstandes gar nicht und stellt seinen Nachfolger Sextus Iulius Severus als den entscheidenden Feldherrn auf römischer Seite dar.
Zwei unpublizierte Inschriften aus Skythopolis (dem heutigen Bet Sche’an) enthalten Ehrungen für seine Frau Claudia Rufina und seine Tochter.
Die Nachkommen des Quintus Tineius Rufus durchliefen sehr erfolgreiche Karrieren in der römischen Politik: Sein Sohn Quintus Tineius Sacerdos gelangte 158 zum ordentlichen Konsulat, seine drei Enkel erreichten dieses Amt ebenfalls (Quintus Tineius Rufus 182, Quintus Tineius Clemens 195, Quintus Tineius Sacerdos 219). Er scheint also nicht für die Niederlage Roms in Judäa verantwortlich gewesen zu sein, oder wurde zumindest nicht dafür verantwortlich gemacht.
Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Quintus_Tineius_Rufus_(Konsul_127)
[S195] Wikipedia - Die freie Enzyklopädie, Quintus Tineius Rufus (Konsul 127).
Quintus Tineius Rufus war ein römischer Politiker und Senator im 2. Jahrhundert n. Chr.