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- Der König Salomo war im 10. Jahrhundert BC Herrscher des vereinigten Königreichs Israel. Entsprechend dem biblischen Bericht war er der Erbauer des ersten jüdischen Tempels in Jerusalem und der dritte König in Israel nach Saul und seinem Vater David.
Zusätzlich zum Namen Salomo erhält das Neugeborene durch den Propheten Nathan den Namen Jedidja, was „Geliebter JHWHs“ bedeutet.
Die wichtigsten Quellen sind das 1. Buch der Könige sowie das 2. Buch der Chronik. Danach war Salomo der Sohn Davids und Bathsebas, der Frau Urijas. Sie spielte später eine hervorgehobene Rolle unter den Frauen des alternden Königs David, vor allem auch hinsichtlich der Frage der Nachfolge. Salomo bestieg den Thron 40 Jahre nach seinem Vater. An dieser Stelle nimmt die christliche Tradition eine Teilung des Buches der Chroniken vor, sodass das „2. Buch“ mit dem Beginn der Herrschaft Salomos beginnt. Salomo wird zu diesem Zeitpunkt etwa 20 Jahre alt gewesen sein. In der hebräischen Zeitrechnung ist dieses Ereignis auf das Jahr 476 nach dem Auszug aus Aegypten zu datieren, da der Bau des Tempels im vierten Regierungsjahr Salomos begann. Auch seine Regierungszeit wird mit 40 Jahren angegeben. Sein Sohn und Nachfolger Rehabeam war zum Zeitpunkt seines Todes 41 Jahre alt. Die Angaben zur Regierungszeit von Salomo schwanken. Einige Autoren geben den Beginn mit „etwa 966 BC“, oder gar noch später an. Andere datieren das Ende bereits auf das Jahr 990 BC Letzten Endes ist diese Zeitangabe aber auch eine Frage der Historizität.
Im Neuen Testament nennt Mt. 1,7-16 Lut „Josef, den Mann Marias, von der geboren ist Jesus, der da heißt Christus“ als direkten Nachfahren von Salomo.
Das vereinigte Königreich Israel löste sich nach dem Tod Salomos ca. 926 BC in das von Jerobeam I. regierte Nordreich Israel (mit der Hauptstadt Samaria) und das von Rehabeam regierte Juda im Süden (mit der Hauptstadt Jerusalem) auf.
Salomo soll das von seinem Vater geschaffene Großreich im Wesentlichen erhalten sowie modernisiert und eine moderne Verwaltung mit Beamtenstab geschaffen haben. Das Reich soll außerdem in zwölf Bezirke oder Gaue aufgeteilt worden sein. Schließlich sei das Heer ebenfalls modernisiert und mit Kampfwagen ausgestattet worden, wodurch das stehende Heer größere Bedeutung gegenüber dem Heerbann des Volkes gewonnen habe.
Salomo, der gemäß alttestamentlichen Quellen auf eine Vergrößerung des Reiches verzichtete, soll die friedlichen Beziehungen erweitert haben. Die Angabe, er habe mit den Völkern des Nordens sowie des Südens im Verbund mit dem phönizischen König Hiram von Tyros Handel getrieben, widerspricht archäologischen Befunden. Auch der phönizische Handel und der damit verbundene Schiffsbau in Eilat am Nordostzipfel des Roten Meeres, dem heutigen Golf von Akaba, kann nicht vor dem 8. Jahrhundert BC stattgefunden haben. Die dreijährigen Seefahrten in das Goldland Ophir, die laut der Ueberlieferung „Salomo von dort 420 Zentner Gold brachten“, datieren ebenso wie die Tarsis-Schiffe aus dem gleichen Zeitraum. Die an anderer Stelle erklärte Schiffsfracht aus Ophir mit „Gold, Silber, Elfenbein, Affen und Pfauen“ verweisen auf altägyptische Handelslisten.
Die Forschung vermutet daher, dass die Schiffe entweder an der arabischen Küste oder an der afrikanischen Ostküste gen Süden segelten. Der Ort Ophir wird deshalb südlich des Sambesi im heutigen Simbabwe vermutet. Die damit zusammenhängende Geschichte der Königin von Saba gilt als redaktionelle Ergänzung, die wohl aus der assyrischen Epoche Sanheribs und Asarhaddons stammt. Die mit einem ägyptischen Pharao geknüpften Verbindungen sind in ägyptischen Quellen nicht belegt. Handelsbeziehungen mit dem goldreichen Tarsis (Tartessos) in Spanien könnten tatsächlich bereits während Salomos Regentschaft bestanden haben, wie neue Ausgrabungsergebnisse in Huelva zeigen: In der dort entdeckten spätbronzezeitlichen, bis zu 35 ha großen Siedlung wurden phönizische Importe entdeckt, die bis ins frühe 10. Jahrhundert BC zurückreichen.
Salomo baute nach alttestamentlichen Angaben mehrere Städte im Land aus, vor allem aber ließ er Jerusalem erweitern und erbaute den ersten Tempel für JHWH (Salomonischer Tempel) sowie seinen eigenen Palast.
Er öffnete das Reich gegenüber anderen Kulturen und Religionen, was ihm bei anderen Völkern ein großes Ansehen verschaffte und zeitweise in der Forschung als „salomonische Aufklärung“ bezeichnet wurde. Sprichwörtlich wurde die Uebernahme altorientalischer Weisheit unter der Regentschaft Salomos.
Traditionell gilt er als Autor der biblischen Schriften Buch der Sprichwörter, Kohelet, Hoheslied und Buch der Weisheit. In der modernen Forschung nimmt man dagegen an, dass er allenfalls der Sammler oder Auftraggeber eines Teils der „Sprüche Salomos“ war.
Das Urteil des Königs Salomo ist besonders bekannt und als 'salomonisches Urteil' auch im allgemeinen Sprachgebrauch verankert. - Nach Hugo Gressmann (1907) handelt es sich bei dem biblischen Stoff vom salomonischen Urteil um eine Wanderlegende, die erstmals in Indien in den J?takas auftauchte, sich nach Tibet und China ausbreitete, vielfach abgewandelt wurde und auf noch wenig erforschtem Weg auch in den vorderen Orient gelangte.
Die Zeit der Herrschaft Salomos gilt in der Bibel als eine Zeit des Friedens und des Wohlstandes, charakterisiert durch die Wiedergabe eines Traumgesichts aus dem Anfang seiner Herrschaft: Als Gott ihm die Gewährung eines Wunsches zusagte, wünschte er sich Weisheit, um sein Volk gerecht regieren zu können, da er sich dieser Aufgabe noch nicht gewachsen fühlte. Gott gefiel, dass er sich nicht langes Leben, Reichtum oder Siege über seine Gegner gewünscht hatte, und so gewährte er ihm all dieses zusätzlich zur Weisheit. Charakteristisch für diese Geisteshaltung ist die Geschichte des salomonischen Urteils. Noch im Neuen Testament, etwa in der Bergpredigt, wird auf „Salomo in all seiner Pracht“ Bezug genommen.
Jedoch wird die Regierungszeit Salomos nicht uneingeschränkt positiv bewertet. Einerseits klingt Stolz auf gesicherten Frieden, den Tempel, auf Wohlstand und weltweites Ansehen an. Andererseits wird Salomo sowohl explizit als auch implizit kritisiert. Getadelt werden die extreme Vielweiberei - Salomo unterhielt einen Harem von 700 Frauen und 300 Nebenfrauen nichtjüdischer Herkunft, wodurch er zum Polytheismus verleitet wurde - und seine Maßlosigkeit, die als Verstoß gegen Gottes Gebot gelten.
Auch im Koran, der Heiligen Schrift des Islam als einer weiteren abrahamitischen Religion, wird Salomo - unter der arabischen Namensform Sulaim?n - als Prophet und ebenfalls als Sohn Davids - unter der arabischen Namensform D?w?d - bezeichnet und siebzehnmal genannt. Es werden ihm übernatürliche Fähigkeiten zugeschrieben, wie etwa das Sprechen mit Tieren und Dschinnen. Das berühmte salomonische Urteil wird nicht im Koran, aber in einer Ueberlieferung von Buchari erwähnt. Neben seiner Rolle als weiser König ist Salomon auch als Dämonenbändiger bekannt und hat laut dem Koran die Satane zu schweren Arbeiten, wie der Errichtung des Jerusalemer Tempels, zu zwingen vermocht. Die Figur Salomons verschmolz dadurch mit der persischen Figur des Dschamschid, der die dämonischen Diw versklavte und als Erfinder verschiedener Handwerke gilt. Persepolis, von wo aus er regiert haben soll, wurde infolge der Verschmelzung beider Figuren von Autoren wie Al-Mas??d? und Al-Istachr? auch als der eigentliche Herrschersitz Salomons angegeben.
Ob Salomo als historische Person gelten kann, ist wie im Fall seines Vaters David umstritten. So lassen viele der Erzählungen vermuten, dass sie im 8. oder im 7. Jahrhundert BC entstanden, dann aber legendär ausgeschmückt und in die Zeit der Regentschaft Salomos übertragen wurden. Wäre das Reich der Israeliten wirklich so groß gewesen, dürften sich im von Aegypten bis Mesopotamien reichenden Kulturraum deutlich mehr Spuren davon finden lassen als die 1993 entdeckte Tel-Dan-Inschrift, die ein „Haus Davids“ erwähnt, sich aber möglicherweise nicht auf den biblischen König David bezieht. Außerhalb des Alten Testaments existieren keine historischen Belege für Salomo als reale Gestalt; seine Erwähnung im Koran stützt sich bereits auf die Ueberlieferung der zwei anderen abrahamitischen Religionen. Bei den „40 Jahren“ seiner Regierungszeit handelt es sich zudem um eine schon zuvor oft, zumeist für die Dauer einer Generation verwendete runde Zahl. Eine zuverlässige Datierung seiner Regentschaft ist daher nicht möglich. Auf der anderen Seite lässt bereits der Text der Bibel erkennen, dass der Staat Salomos auf die Hilfe des Königs Hiram von Tyros angewiesen war, ohne den weder der Tempel noch die Seefahrt möglich gewesen wären.
Es gibt allerdings Indizien sowohl für die historische Existenz sowohl von Salomo selbst als auch von Hiram und der Königin von Saba. So lebte um 740 BC ein König Sa-la-ma/-nu in Moab, ein König Ahiram in Tyrus und eine arabische Königin mit Silbenschreibung Za-bi-be (als Buchstabenschreibung ZBB = Zabba/Sabba). Auch soll diese arabische Königin „Geschenke“ in Form von Tributzahlungen an einen assyrischen König überbracht haben. Inschriften des assyrischen Königs Tiglat-Pilnessar beschreiben dies ausführlich.
Nach Ernst Axel Knauf und Hermann Michael Niemann handelt es sich bei der Gestalt des Salomo in den Erzählungen um eine fiktive Figur, die lediglich, so die Hypothese, bezüglich ihres Namens historischen Wert habe. Denn der historische König Rehabeam habe in den ersten Regierungsjahren den Namen ‚Salomo‘ getragen. Auch Christian Frevel untersucht die Figur des Salomo, zieht aber nicht gleichfalls den Schluss, Salomo und Rehabeam seien einer und derselbe. Die aktuellen Betrachtungen stimmen aber darin überein, dass die allfällige Historizität Salomos sich mangels zeitgenössischer schriftlicher Quellen nicht belegen lässt.
Im Talmud, im Koran und in anderen späteren Ueberlieferungen finden sich viele Berichte über Salomo. Im Koran heißt es, dass er habe Gewalt über Dämonen gehabt, die für ihn Schätze aus dem Meer beschafften und sogar den Tempel von Quds (d. h. Jerusalem) erbauten. Er habe einen Talisman besessen, auf dem der wahre Name Gottes stand und mit dem er über alles Herrschaft ausüben konnte. Auch soll ihm von Allah die Macht über die Tiere übertragen worden sein und er soll die Sprache der Vögel gesprochen haben.
Im orientalischen Volksglauben, namentlich in Tausendundeiner Nacht, wird Salomo (Sulaiman, Soliman, Sueleyman) dargestellt als Inbegriff der Weisheit und als erster namhafter König, der Allah dient, der Menschen, Tieren und Geistern befiehlt und der die Dschinnen in Flaschen einsperrt und für kurze Zeit sogar Iblis, den Teufel selbst, als Aufseher über die Satane einsetzt. Er wird dort auch als „Herr der Ifrit (Totengeister)“ bezeichnet. Sueleyman war daher ein sehr beliebter Vorname, den auch mehrere Kalifen und Sultane trugen.
Für die Aethiopisch-Orthodoxe Tewahedo-Kirche - und mithin auch für die Rastafari-Religion Jamaikas - spielt Salomo eine besondere Rolle, da deren Anhängern die alten äthiopischen Kaiser als Nachfahren von Salomo und der Königin von Saba gelten.
Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Salomo
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