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- Marcus Aemilius Lepidus (* um 90 BC; + 12 BC) war ein römischer Politiker und Feldherr am Ende der Republiks- und zu Beginn der Kaiserzeit. Er war ein hochrangiger Anhänger Gaius Iulius Cäsars und bildete nach dessen Ermordung (15. März 44 BC) mit Octavian (dem späteren Kaiser Augustus) und Marcus Antonius das zweite Triumvirat. Bald war er nur noch das schwächste Mitglied dieses den Staat de facto diktatorisch regierenden Dreimännerkollegiums. 36 BC unterstützte er Octavian im Kampf gegen Sextus Pompeius. Als er aufgrund seines Beitrags zu Pompeius’ Niederlage Ansprüche auf den Besitz Siziliens geltend machte, wurde er von Octavian machtpolitisch kaltgestellt und musste sein weiteres Leben einflusslos unter Ueberwachung in Italien fristen.
Marcus Aemilius Lepidus war ein Sohn des gleichnamigen Konsuls von 78 BC Anfangs durchlief er eine bescheidene Laufbahn. Er wurde Pontifex und um 66 BC Münzmeister, wobei er seinen Namen nicht auf die von ihm emittierten Münzen prägte. 53 BC oder etwas früher übte er das Amt eines Aedils aus. Anfang 52 BC fungierte er als erster Interrex und wollte gemäß der Tradition nicht schon die Wahlen der höchsten Beamten abhalten. Deshalb wurde er von jenen Konsulatsanwärtern, die zur Partei des Publius Clodius Pulcher gehörten, fünf Tage in seiner Wohnung belagert, aber von bewaffneten Anhängern von Clodius’ Gegenspieler Titus Annius Milo gerettet.
Als Anfang 49 BC der Bürgerkrieg zwischen Cäsar und Gnaeus Pompeius Magnus ausbrach, machte Lepidus als Parteigänger Cäsars eine steilere Karriere. 49 BC war er Prätor und wurde von Cäsar, als dieser im April (nach dem vorjulianischen Kalender) zur Bekämpfung der Spanien verteidigenden pompeianischen Feldherren aufbrach, mit der Verwaltung Roms betraut. Der rangniedrigere Marcus Antonius besaß aber eine größere Machtfülle in Italien, wo er während Cäsars Abwesenheit für die Aufrechterhaltung von Ruhe und Ordnung zu sorgen hatte. Auf einen Volksbeschluss hin ernannte Lepidus inzwischen Cäsar zum Diktator, so dass dieser nach seiner Rückkehr nach Rom (Dezember 49 BC [vorjulianisch]) sofort wichtige Maßnahmen wie die Konsulwahlen durchführen konnte. Lepidus’ Vorgehen war jedoch rechtlich umstritten, da nur ein Konsul einen Diktator ernennen durfte. Beide Konsuln waren mit Pompeius geflohen und der rangniedrigere Lepidus hatte eine Gesetzesnovelle vorgenommen, die ihm als Prätor die Bestellung eines Diktators ermöglichte.
Cäsar zeigte sich dadurch erkenntlich, dass Lepidus mit prokonsularischem Imperium versehen zum Statthalter von Hispania citerior befördert wurde. Er stand dieser Provinz 48 und 47 BC vor und plünderte sie aus. Da er 47 BC die Streitigkeiten zwischen Quintus Cassius Longinus, Statthalter von Hispania ulterior, und dessen Quästor Marcus Claudius Marcellus Aeserninus schlichtete, durfte er sich als Imperator bezeichnen und nach seiner Rückkehr nach Rom einen Triumph abhalten, obwohl er kaum kriegerische Leistungen erbracht hatte.
46 BC amtierte Lepidus gemeinsam mit Cäsar als Konsul. Während dieser in Nordafrika gegen seine auch nach Pompeius’ Tod den Widerstand fortsetzenden Bürgerkriegsgegner Krieg führte, blieb Lepidus in Rom. Cäsar ließ sich nach seinem Sieg bei Thapsus (April 46 BC [vorjulianisch]) zum dritten Mal und diesmal für zehn Jahre zum Diktator wählen. Lepidus fungierte nun bis 44 BC als sein Magister equitum. Er nahm in dieser Stellung, als Cäsar 45 BC neuerlich, diesmal auf der Iberischen Halbinsel, gegen die verbliebenen Pompeianer kämpfte, mit Unterstützung von sechs oder acht Stadtprätoren die Leitung der Geschäfte in Rom wahr.
Für das Jahr 44 BC wurde Lepidus von Cäsar zum Statthalter der Provinzen Gallia Narbonensis und Hispania citerior ernannt; deren Verwaltung übernahmen einstweilen aber seine Legaten. Er selbst blieb in Rom und rekrutierte Truppen für seine Provinzen. Die Verschwörer gegen den Diktator erwogen, auch Lepidus und Marcus Antonius zu ermorden, doch wurde dieser Plan wieder fallengelassen. Am Abend des 14. März 44 BC speisten Cäsar und Decimus Iunius Brutus Albinus bei Lepidus. Am nächsten Tag, den Iden des März, gehörte Decimus Brutus zu den Mördern Cäsars. Bei diesem Attentat, dem der Diktator zum Opfer fiel, war Lepidus nicht anwesend, sondern erfuhr davon, als er sich auf dem Markt befand. Daraufhin floh er im ersten Schrecken - ebenso wie Antonius - kurzzeitig in seine Wohnung.
Bald begab sich Lepidus zu seinen Truppen, der einzigen nahe der Hauptstadt befindlichen Streitmacht, und besetzte mit ihnen in der Nacht nach Cäsars Ermordung das Forum. In einer Rede versuchte er das Volk am nächsten Morgen gegen die auf dem Kapitol verschanzten Cäsarmörder aufzuhetzen. Er unterstellte sich aber dem Konsul Antonius, der zunächst auf Ausgleich bedacht war. Nachdem die Attentäter in der Senatssitzung vom 17. März 44 BC amnestiert worden waren und von Antonius und Lepidus deren Söhne als Geiseln erhalten hatten, verließen sie das Kapitol. Am Abend des gleichen Tages waren von den Hauptverschwörern Gaius Cassius Longinus bei Antonius und Marcus Iunius Brutus bei seinem Schwager Lepidus zu Gast. So entspannte sich die Situation in Rom. Alle noch von Cäsar ernannten Statthalter, so auch Lepidus, behielten ihre Provinzen.
Als der junge Großneffe und Haupterbe Cäsars, Octavian, in Rom eintraf, suchte Antonius seine ohnehin sehr große Machtstellung gegen diesen neuen Rivalen durch eine engere Verbindung mit dem ebenfalls recht einflussreichen Lepidus weiter zu festigen. Daher ließ er Lepidus Ende Mai 44 BC von der Volksversammlung in das seit Cäsars Ermordung vakante höchste Priesteramt (Pontifex maximus) wählen. Um auch familiäre Bande zu knüpfen, wurde Antonius’ kleine Tochter Antonia mit einem Sohn von Lepidus verlobt.
Lepidus begab sich sodann in seine Provinzen und handelte auf Antonius’ Initiative hin im Sommer 44 BC einen Vergleich mit Sextus Pompeius aus. Dieser jüngste Sohn des Gnaeus Pompeius Magnus hatte sich nach der Schlacht von Munda (45 BC) in Teilen Südspaniens festsetzen und dort aufgrund seiner Flotte vor allem eine Seemacht erringen können. Nach der von Lepidus vermittelten Abmachung sollte Sextus Pompeius nach Rom zurückkehren dürfen und für sein eingezogenes väterliches Erbe entschädigt werden. Zum Dank für seinen Einsatz zur (vorläufigen) Beseitigung der von Sextus Pompeius drohenden Gefahr wurde Lepidus vom Senat in jener Sitzung, die Antonius am 28. November 44 BC leitete, ein Dankfest bewilligt.
Nun spitzte sich der Konflikt zwischen Antonius und der Senatspartei um den Redner Marcus Tullius Cicero immer weiter zu. Antonius belagerte den Cäsarmörder Decimus Brutus in Mutina, weil dieser die Uebergabe seiner Provinz Gallia Cisalpina verweigert hatte. Cicero suchte ein Kampfbündnis gegen Antonius, den er als neuen Tyrannen betrachtete, zu schmieden und zu diesem Zweck auch Lepidus auf seine Seite zu ziehen, da dieser über starke Truppenkontingente verfügte. So beschloss der Senat auf Antrag des Redners am 3. Januar 43 BC, eine vergoldete Reiterstatue des Lepidus auf dem Forum zu errichten. Als offizielle Begründung für diese Auszeichnung wurde indessen Lepidus’ erfolgreiche AusgleichsBemühungen mit Sextus Pompeius angegeben. Lepidus wollte jedoch eine neutrale Position wahren und zeigte sich daher für den durch Cicero herbeigeführten Ehrenbeschluss wenig dankbar. Im März 43 BC plädierte er in einem an den Senat gerichteten Brief dafür, mit Antonius eine friedliche Lösung zu suchen, worüber der zum Krieg aufrufende Cicero sehr verstimmt war. Mit seiner Friedensinitiative blieb Lepidus erfolglos und wurde vielmehr vom Senat zur Militärhilfe für die Konsuln und Octavian aufgefordert, welche dem in Mutina eingeschlossenen Decimus Brutus Entsatz zu bringen suchten. Lepidus entsandte nur ein Truppenkontingent unter dem Kommando von Marcus Iunius Silanus, der aber nicht die Senatsheere, sondern Antonius unterstützte.
Antonius musste nach seiner Niederlage in der Schlacht von Mutina (21. April 43 BC) die Belagerung dieser Stadt aufgeben und zog nach Westen ab. Er erhielt nahe Genua durch drei ihm von Publius Ventidius Bassus zugeführte Legionen Verstärkung, überquerte die Alpen und betrat kampflos die Provinz des Lepidus. Am 15. Mai traf er in Forum Iulii am Ausfluss des Argenteus ein. Lepidus hatte mit seinen sieben - darunter drei neu rekrutierten - Legionen sein Quartier etwas weiter flussaufwärts bezogen. Antonius lagerte sich ihm auf dem anderen Ufer gegenüber und nutzte den Umstand, dass seine und Lepidus’ Soldaten nicht gegeneinander kämpfen wollten. Am 29. Mai kam er persönlich in Lepidus’ Lager und konnte diesen überrumpeln. Beide Feldherren vereinigten ihre Heere, wobei Lepidus unter Antonius’ Oberkommando weiterhin vier seiner Legionen befehligen durfte.
Nachdem schon Antonius auf Ciceros Betreiben geächtet worden war, traf dieses Schicksal am 30. Juni auch Lepidus, dessen erst neulich aufgestelltes Reiterstandbild umgestürzt wurde. Bald darauf zerfiel aber das Bündnis zwischen dem Senat und Octavian vollends. Letzterer marschierte im August 43 BC mit seinen Truppen gegen Rom und erzwang seine Wahl zum Konsul. Der junge Adoptivsohn des Diktators ließ nun die Cäsarmörder aechten sowie einige Wochen später durch einen von seinem Vetter und Mitkonsul Quintus Pedius initiierten Senatsbeschluss die Aechtung von Antonius und Lepidus aufheben, weil er mit diesen eine Allianz anstrebte. Gaius Asinius Pollio, Statthalter von Hispania ulterior, und Lucius Munatius Plancus, Statthalter von Gallia comata, schlossen sich mit ihren Truppen daraufhin ebenfalls Antonius und Lepidus an. Letzterer hatte allerdings zu Plancus ein sehr schlechtes Verhältnis.
Das zweite Triumvirat
Teilnahme am Kampf gegen Sextus Pompeius
Entgegen Agrippas Ansinnen, auf das Eintreffen Octavians zu warten, akzeptierte Lepidus die Uebergabe Messanas sowie die Unterwerfung des Plinius und übernahm dessen Armee, womit er nun über die stattliche Zahl von 22 Legionen verfügte. Aufgrund dieser starken Streitmacht stellte er jetzt weitgehende Forderungen, vor allem den Besitz Siziliens und die Wiederherstellung seiner Rechte als Triumvir. Der verärgerte Octavian suchte den früheren Coup des Antonius nachzuahmen, indem er mit einer kleinen Anzahl an Begleitern zu Lepidus’ Lager ritt und dessen Krieger zum Uebertritt auf seine Seite aufforderte. Insbesondere die pompeianischen Truppen empfingen ihn freundlich, aber auf Anstiften des Lepidus wurde er von anderen Soldaten vertrieben, wobei einer seiner Leibwächter ums Leben kam. Als Octavian daraufhin mit seiner Hauptarmee gegen seinen Kontrahenten anrückte, fiel der Großteil von dessen Truppen nach und nach zu ihm ab. Lepidus besaß nicht genügend Autorität, kraft derer er sein Heer an sich hätte binden können.
Der ins Trauergewand gehüllte Lepidus flehte Octavian um Gnade an. Dieser verzichtete auf seine Hinrichtung, nahm ihm aber seine Triumvirwürde, seinen Territorialbesitz in Afrika und seine Armee. Lepidus blieb nur sein Privatvermögen und das Amt des Pontifex Maximus, das er der Tradition gemäß bis zu seinem Tod behalten durfte. Er lebte zuerst quasi unter Hausarrest in Circei. Nachdem sein gleichnamiger Sohn 31 BC eine Verschwörung zur Ermordung des damals nahe Actium befindlichen Octavian angezettelt und nach deren Aufdeckung dafür mit dem Leben gebüßt hatte, musste der daran völlig unbeteiligte Lepidus seither zu seiner besseren Kontrollierbarkeit in Rom wohnen und wurde vom Princeps geringschätzig behandelt. Er starb zu Beginn des Jahres 12 BC Kaiser Augustus übernahm nun das bislang von Lepidus bekleidete Amt des Pontifex Maximus.
Lepidus war spätestens 44 BC eine Ehe mit Iunia, einer Halbschwester des Cäsarmörders Marcus Brutus, eingegangen. Ihr gemeinsamer Sohn Marcus wurde, wie erwähnt, 31 BC hingerichtet.
Charakterlich wird Lepidus von den antiken Autoren einstimmig äusserst negativ beschrieben; er sei wenig wagemutig, schwächlich, wankelmütig und eitel gewesen. Moderne Historiker haben sich dieser Einschätzung weitgehend angeschlossen.
Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Marcus_Aemilius_Lepidus_(Triumvir)
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