Fam. Schachtler-Risi

Marcus ANTONIUS, Creticus

Marcus ANTONIUS, Creticus

männlich - 71 BC


Angaben zur Person    |    Notizen    |    Quellen    |    Ereignis-Karte    |    Alle

  • Name Marcus ANTONIUS  [1, 2, 3] 
    Suffix Creticus 
    Geschlecht männlich 
    Dynasty Antonier  [4] 
    Tod 71 BC  Crete, Greece Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort 
    Personen-Kennung I10363  schap
    Zuletzt bearbeitet am 8 Nov 2026 

    Vater Marcus ANTONIUS, (Orator),   geb. 143 BC   gest. 87 BC, Roma, Lazio, Italy Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort 
    Beziehung natural 
    Notizen 
    • Kinder:
      F Antonia
      M Marcus Antonius Creticus; Vater des Generals und Triumvirn Marcus Antonius.
      M Gaius Antonius Hybrida
    Familien-Kennung F5174  Familienblatt  |  Familientafel

    Familie   
    Kinder 
     1. Marcus Antonius (),   geb. zwischen 14 Jan 86 BC und 14 Jan 82 BC   gest. 1 Aug 30 BC  [Vater: natural]
    Familien-Kennung F5173  Familienblatt  |  Familientafel
    Zuletzt bearbeitet am 8 Nov 2026 

  • Ereignis-Karte
    Link zu Google MapsTod - 71 BC - Crete, Greece Link zu Google Earth
     = Link zu Google Earth 
    Pin-Bedeutungen  : Adresse       : Ortsteil       : Ort       : Region       : (Bundes-)Staat/-Land       : Land       : Nicht festgelegt

  • Notizen 
    • Marcus Antonius Creticus (+ 71 BC auf Kreta) war als Mitglied der plebejischen Familie der Antonier ein römischer Politiker. Er war der älteste Sohn des bekannten Redners Marcus Antonius Orator und Vater des Triumvirn Marcus Antonius.
      Ueber das Leben des Marcus Antonius Creticus ist wenig bekannt. Seine erste Gattin war eine Numitoria aus Fregellae. Danach heiratete er Iulia, eine Tochter des Konsuls von 90 BC, Lucius Iulius Cäsar. Mit Iulia hatte er drei Söhne: Der älteste war der spätere Triumvir Marcus Antonius, die jüngeren hießen Gaius und Lucius Antonius. Außerdem hatte Antonius Creticus eine Tochter Antonia, doch ist unbekannt, aus welcher der beiden Ehen sie stammte.
      Von den meisten Quellen wird der nicht gerade wohlhabende Antonius Creticus als unfähig und geizig charakterisiert. Laut der Einschätzung des römischen Historikers Sallust sei er nur zur Geldverschwendung geboren und zeige nur in für ihn gefährlichen Situationen Anteilnahme. Der Biograph Plutarch beschreibt ihn hingegen zwar als Politiker ohne Fortune, aber doch auch als freundlichen, rechtschaffenen und freigebigen Mann. Er erzählt die Anekdote, dass Antonius Creticus einem in Geldnot befindlichen Bekannten ohne Wissen Iulias einen silbernen Becher geschenkt und später seiner Gattin seine großzügige Handlung gestanden habe, um zu verhindern, dass sie ihre Diener wegen des Verbleibs des Bechers foltern ließ.
      Ueber die frühe politische Laufbahn des Antonius Creticus ist nichts bekannt. 74 BC wurde er zum Prätor gewählt. Er erhielt aufgrund des Einflusses des Konsuls Marcus Aurelius Cotta und des Publius Cornelius Cethegus durch Senatsbeschluss ein bis zu seinem Tod in Kraft gebliebenes außerordentliches Kommando (imperium infinitum) - ähnlich wie Pompeius einige Jahre später - zur Bekämpfung der für Rom eine ernsthafte Bedrohung darstellenden Piraten im gesamten Mittelmeer. Diese außerordentliche Befehlsgewalt erstreckte sich nicht nur auf das Wasser, sondern auch auf einen 30 km breiten Küstenstreifen, um die Seeräuber auch in deren Rückzugsgebieten bekämpfen zu können. Die Erfüllung des Auftrags sollte dazu beitragen, die Operationen der Römer im gerade ausgebrochenen Dritten Krieg gegen König Mithridates VI. von Pontos zu erleichtern, dem sich die Piraten als Alliierte anboten.
      Nicht nur, dass Antonius Creticus kein Erfolg beschieden war, er machte sich auch noch durch Requisitionen in den römischen Provinzen, insbesondere Sizilien, unbeliebt. Seine ersten militärischen Aktionen gegen die Seeräuber fanden im westlichen Mittelmeer an der ligurischen, ostspanischen und sizilischen Küste statt. Allerdings sind aufgrund des Verlustes von ausführlichen Quellen nur wenige Details seiner diesbezüglichen Operationen bekannt.
      72/71 BC führte Antonius Creticus - der nach seiner Prätur von 73 BC bis zu seinem Tod die Stellung eines Prokonsuls innehatte - mit Militärhilfe von Byzanz und wohl auch anderen Griechenstädten gegen die mit den Piraten verbündeten Kreter Krieg. Ein Inschriftenfund aus der südgriechischen Stadt Gytheion liefert Informationen über die logistischen Vorbereitungen seines Unternehmens und gibt ferner über die Namen einiger seiner Unterfeldherren Auskunft, zu denen wohl auch der spätere Diktator Gaius Iulius Cäsar gehörte. Dieser machte indessen die römische Offensive gegen Kreta nicht bis zum Ende mit.
      Nachdem Antonius Creticus die Kreter vergeblich zur Einstellung ihrer Unterstützung des Mithridates VI. aufgefordert hatte, musste er gegen sie in einer Seeschlacht eine verheerende Niederlage einstecken und verlor viele Schiffe. Die Kreter hätten daraufhin die römischen Gefangenen an den Tauen von deren eigenen Schiffen aufgeknüpft. Der Althistoriker Helmut Halfmann glaubt jedoch nicht, dass Antonius Creticus eine so schwere Niederlage erlitt, sondern sogar einen bescheidenen Erfolg feiern konnte. Laut dem griechisch-sizilischen Historiker Diodor soll Antonius Creticus mit den Kretern einen Friedensvertrag geschlossen haben, den diese eine Weile beachtet hätten. Nicht lange danach starb er 71 BC auf Kreta. Sein Beiname Creticus („Sieger über Kreta“) ist erst bei in der römischen Kaiserzeit lebenden Autoren bezeugt, und in der Forschung ist die Meinung geteilt, ob dieses Cognomen von Anfang an abwertend verstanden wurde.
      Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Marcus_Antonius_Creticus

  • Quellen 
    1. [S204] Steinlin, Uli W., Die Vorfahren der Familie Steinlin von St. Gallen, Marcus Antonius Creticus, + 72.
      399-5.1


    2. [S195] Wikipedia - Die freie Enzyklopädie, Marcus Antonius Creticus.
      Marcus Antonius Creticus († 71 BC auf Kreta) war als Mitglied der plebejischen Familie der Antonier ein römischer Politiker. Er war der älteste Sohn des bekannten Redners Marcus Antonius Orator und Vater des Triumvirn Marcus Antonius.

      https://de.wikipedia.org/wiki/Marcus_Antonius_Creticus

    3. [S181] wikipedia, Patrick A. Wild et alt., Glossar: Genealogisches Glossar, Cognomen / Agnomen.
      Das Cognomen (alternative Schreibweise Kognomen, lateinisch für „Beiname“; Plural Cognomina) war oft der dritte Namensbestandteil der regulären römischen Namensgebung (tria nomina). Dieses Dreinamenssystem aus praenomen, nomen gentile und cognomen, das sich Ende des 3. Jahrhunderts BC entwickelt hatte, war auch in der etruskischen Namensgebung üblich. - Ursprünglich waren Cognomina wohl den einzelnen Träger charakterisierende Bei- oder Spottnamen (zum Beispiel Cicero, abgeleitet von cicer „Kichererbse“; Crassus von crassus „fett“), wurden später aber teilweise innerhalb einer Familie (gens) erblich, wobei meist nur der älteste Sohn das Cognomen des Vaters übernahm. Ein jüngerer Sohn musste sein Cognomen dann vom Namen der Mutter oder anderswie ableiten. - Freigelassene Sklaven führten in der Regel ihren bisherigen (einzigen) Namen als Cognomen, während sie Prae- und Gentilnomen von ihrem früheren Herrn übernahmen.

      Vom Cognomen zu unterscheiden ist das Agnomen, ein zusätzlicher Beiname, der eine auffällige Eigenschaft einer Person kennzeichnete oder nach (militärischen) Erfolgen verliehen wurde (zum Beispiel Africanus bei Publius Cornelius Scipio Africanus und Germanicus bei Nero Claudius Drusus Germanicus). Es übernahm allerdings zunehmend die Funktion des Cognomens, als auch dieses anfing, erblich zu werden.

      https://de.wikipedia.org/wiki/Cognomen

    4. [S29] ETH-Bibliothek, E-Periodica, Beiträge zur Geschichte Nidwaldens; Band (Jahr): 43 (1986); pg. 394 - 401.
      Verzeichnis der Ratsherren und Elfer im 18. Jahrhundert
      https://www.google.com/url?sa=t&rct=j&q=&esrc=s&source=web&cd=&ved=2ahUKEwj6pOLr-unzAhXP3KQKHQP8ASgQFnoECAUQAQ&url=https%3A%2F%2Fwww.e-periodica.ch%2Fcntmng%3Fpid%3Dbgn-001%253A1986%253A43%253A%253A509&usg=AOvVaw2Sq14TTICIWAjZcEsHcPRs